Thomas TuchelGetty Images

Thomas Tuchel "ein deutscher Spion": Premier-League-Legende sorgt für Skandal und zeigt mutmaßlich Hitlergruß

Der ehemalige Premier-League-Trainer Harry Redknapp hat mit einem äußerst geschmacklosen Auftritt für Aufsehen gesorgt. Auf einem Video, welches dem Guardian vorliegt, ist zu sehen, wie der 78-Jährige Englands Nationalcoach Thomas Tuchel zunächst als "deutschen Spion" bezeichnet. Später lässt sich Redknapp offenbar sogar zu einem Hitlergruß hinreißen.

  • WAS WURDE GESAGT?

    Bei einer Podiumsdiskussion in einem Londoner Lokal vergangene Woche wurde Redknapp gefragt, was er davon halte, dass mit Tuchel nun ein Deutscher die Geschicke der Three Lions leite. "Ich weiß es nicht", sagte der 78-Jährige, bevor er sich dem Publikum zuwandte. "Ich will ehrlich zu Ihnen sein. Ich glaube, er ist ein deutscher Spion. Ernsthaft, er wurde hergeschickt, um uns zu verarschen. Das hat er. Ich sage Ihnen, er ist wie Lord Haw Haw (Spitzname für den Sprecher des von Deutschland ausgestrahlten englischsprachigen Radiopropagandaprogramms während des Zweiten Weltkriegs; Anm.d.Red.) im Krieg. 'Wir haben Ihre besten Soldaten gefangen' und so weiter."

    Kurz darauf ist auf dem Video zu sehen, wie Redknapp sich in die Rolle von Tuchels angeblichen Hintermännern hineinversetzt: "Geh' rüber und ruiniere diese Mannschaft", sagt er und antwortet dann in Tuchels Rolle mit deutschem Akzent: "Ja!", wobei er seinen linken Arm mehrmals verdächtig ähnlich zu einem Hitlergruß ausstreckt. Redknapp selbst brach im Anschluss in Gelächter aus, auch das Publikum quittierte die Imitation mit Jubel und Applaus.

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  • WAS IST DER HINTERGRUND?

    Tuchel hatte Anfang Januar das Amt als Cheftrainer bei der englischen Nationalmannschaft übernommen, nachdem Englands langjähriger Coach Gareth Southgate nach dem verlorenen EM-Finale im Sommer seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte. Bis zum Amtsantritt des 53-Jährigen hatte Lee Carsley die Mannschaft interimsweise betreut.

  • WUSSTEST DU?

    Tuchel ist der erste Deutsche und nach Sven-Göran Eriksson und Fabio Capello erst der dritte Nicht-Engländer überhaupt, der die Three Lions der Männer coacht. Bereits seine Ernennung im Oktober 2024 stieß auf ein gemischtes Echo: Einige Zeitungen und Experten machten keinen Hehl daraus, mit ihm als Cheftrainer nicht einverstanden zu sein.

    "Er hat seinen Job bei einigen Vereinen ziemlich schnell verloren", teilte Redknapp schon im Oktober gegen Tuchel aus. "Es ist nicht so, dass es ein großer Erfolg gewesen wäre. Er ist bei einigen Vereinen gekommen und gegangen. Ich bin sehr patriotisch, ich denke, wir sollten einen englischen Trainer haben, aber offensichtlich war die Auswahl sehr klein."

  • EIN BLICK AUF DIE ZAHLEN:

    Tuchels Debüt für die Three Lione verlief hingegen äußerst erfolgreich. In der WM-Qualifikation schlug man vergangene Woche zunächst Albanien mit 2:0, am vergangenen Montag gab es dann einen 3:0-Sieg gegen Lettland.

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