Nathan de CatGetty Images

Sein Wechsel gilt als sicher! Warum Nathan de Cat beim FC Bayern zu einem Rekord-Transfer werden könnte

"Was haben Sie mit 17 gemacht? Waren sie mit 17 Jahren schon so gut wie er?", wurde Bayern-Trainer Vincent Kompany unlängst gefragt, bezogen auf die starken Auftritte des jungen Lennart Karl. "Champions League und Nationalmannschaft. Stammspieler", lautete die trockene Antwort des Belgiers, der schon als Teenager beim RSC Anderlecht den Durchbruch schaffte.

Einen ähnlichen Karriere-Frühstart hat unlängst ein weiterer Belgier bei Kompanys Ex-Verein hingelegt. Der 1,92 Meter große Nathan de Cat, noch einmal knapp vier Monate jünger als Karl, hat zwar anders als seinerzeit Bayerns heutiger Trainer noch nicht in der A-Nationalmannschaft debütiert, ist aber schon jetzt aus dem Mittelfeld des belgischen Rekordmeisters nicht mehr wegzudenken.

Mit seinen starken Leistungen hat er nach Informationen von Skydas konkrete Interesse des FC Bayern München und von Borussia Dortmund auf sich gezogen. Zudem soll auch Bayer Leverkusen an dem Spieler dran sein und sogar schon erste Kontakte geknüpft haben.

  • Ein Transfer im Sommer erscheint aktuell nicht etwa wahrscheinlich, sondern fast als gesichert. Einerseits, weil de Cats Vertrag in Anderlecht 2027 ausläuft. Zwar besitzt er keine Ausstiegsklausel, doch in diesem Sommer böte sich dem aktuellen Tabellendritten der Jupiler League die (vor-)letzte Chance, für ihr großes Talent eine hohe Ablösesumme einzustreichen. 

    Andererseits ist sich auch die nationale Konkurrenz darüber bewusst, welch großes Talent aktuell in Anderlechts Reihen aufspielt. "Er wird im Sommer gehen, da bin ich sicher", sagte etwa Daan Heymans, Mittelfeldspieler vom Liga-Rivalen KRC Genk, kürzlich im belgischen Fußball-Podcast 90 Minutes. Laut Sky wäre Anderlecht ab einem Angebot in Höhe von mindestens 25 Millionen Euro gesprächsbereit. 

    Es wäre ein schneller Abschied nach einem steilen Aufstieg. Sein Debüt in der ersten Mannschaft des RSC Anderlecht gab de Cat erst im Februar mit gerade einmal 16 Jahren, sieben Monaten und einem Tag beim Europa-League-Spiel gegen Fenerbahce. 

    Zu Beginn dieser Saison rückte der ab seinem zehnten Lebensjahr in der RSC-Jugend ausgebildete Belgier dann fest in den Profi-Kader auf und fand ohne Umwege seinen Platz in der ersten Elf. Die gerade bei der anspruchsvollen Position im zentralen Mittelfeld zu erwartende Anlaufzeit ließ er, ähnlich wie der 16-jährige Kennet Eichhorn von Hertha BSC, einfach weg. In 13 von 14 Ligaspielen zählte de Cat zur Startformation, dabei gelangen ihm ein Treffer und eine Torvorlage.

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    Nathan de Cat: Anderlecht legt WM-Veto ein - und liegt damit goldrichtig

    Obwohl das Talent gerne mit der belgischen Auswahl zur U17-WM nach Katar gereist wäre, musste de Cat während der Gruppenphase in der Heimat bleiben – zu wichtig ist er bereits für seinen Verein. Erst zum Sechzehntelfinale gegen Portugal stieß er zur Nationalmannschaft, verlor das Duell aber mit 1:2 und erlebte somit ein enttäuschendes und sehr kurzes WM-Abenteuer.

    Die Entscheidung hatte sich aber immerhin für den Klub ausgezahlt, denn im Spitzenspiel gegen Champions-League-Teilnehmer Club Brügge zeigte der Mittelfeldspieler eine starke Leistung und feierte mit seinem Team einen 1:0-Erfolg. Dabei leitete er den Siegtreffer des ebenfalls erst 18 Jahre alten Mihajlo Cvetkovic mit einem öffnenden Pass auf Ex-BVB-Profi Thorgan Hazard ein.

  • Nathan de Cat im Fokus des FC Bayern: Das "Kätzchen" bringt alle Voraussetzungen mit

    Hinterher gab es einige Lobes-Hymnen auf den Youngster, etwa im Podcast 90 minutes. Experte Filip Joos hob besonders dessen Vielseitigkeit hervor. So habe de Cat nicht nur Brügges wichtigsten Offensivspieler Hans Vanaken komplett aus dem Spiel genommen, sondern auch immer wieder das Angriffsspiel der eigenen Mannschaft angekurbelt. Er ist so gesehen eine "Holding Six", wie sie sich einst Thomas Tuchel bei Bayern gewünscht hat, die aber gleichzeitig die von Kompany so vehement geforderte Qualität im Spielaufbau mitbringt. 

    "De Cat war ständig an Vanaken dran, und sorgte trotzdem noch für acht, neun starke Momente, wenn seine Mannschaft den Ball hattw. Das ist wirklich beeindruckend." Tuur Dierckx, Mittelfeldspieler von Royal Antwerpen, lobte auch die Persönlichkeit des Jungprofis: "Er spielt ohne Respekt, ohne Angst, und das macht ihn so gefährlich."

    Der stets ziemlich unaufgeregt wirkende Youngster, der von seinen Mitspielern "Kätzchen" gerufen wird, beschreibt sich selbst als "ruhiger Spieler mit guter Übersicht, der aggressiv in den Zweikämpfen ist und alles auf dem Platz gibt". An Selbstvertrauen scheint es ihm nicht zu mangeln. "Ich bin nie aufgeregt vor Fußballspielen, denn ich weiß um meine Fähigkeiten", sagt er.

    Die Entwicklung des 17-Jährigen ist selbstverständlich noch lange nicht abgeschlossen. Mit seinen raumgreifenden Schritten bringt der 1,92-Meter-Mann beste Voraussetzungen mit, um ein klassischer Box-to-Box-Spieler zu werden, er könnte aber aufgrund seiner Aggressivität und Zweikampfstärke auch als defensiver Mittelfeldspieler vor der Abwehrkette seine Paraderolle finden. Er verfügt über eine starke Technik und Ruhe am Ball, spielt nicht nur Kurzpässe, sondern auch immer wieder Flug- und Chipbälle in die Spitze. Lediglich seine Torgefahr ist bisher noch ausbaufähig. 

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    De Cat als Symbiose aus Goretzka und Pavlovic: Macht der FC Bayern ihn zum Rekord-Teenie?

    Beim FC Bayern könnte de Cat, obwohl er tendenziell etwas defensiver agiert, im Sommer am ehesten die Planstelle von Leon Goretzka einnehmen, dessen Vertrag 2026 bekanntlich ausläuft – oder im Falle eines Goretzka-Verbleibs mit diesem und Aleksandar Pavlovic konkurrieren. Er könnte deren Stärken in seinem Spiel sogar vereinen.

    Bayern setzt beim Werben um das Talent laut Sky auch auf Kompany als Trumpfkarte. Der Belgier spielte nicht nur zu Beginn seiner erfolgreichen Karriere (noch vor de Cats Geburt) für Anderlecht, sondern kam auch am Ende seiner Laufbahn noch einmal zu seinem Heimatverein zurück, zunächst als Spielertrainer, dann als klassischer Chefcoach, als das Talent bereits in der Jugend des Klubs spielte. Man kennt sich in Anderlecht.

    25 Millionen Euro Ablöse hat der FC Bayern noch nie ausgegeben für einen Spieler, der bei einer Vertragsunterschrift nicht einmal 18 Jahre alt wäre. Allerdings griff der FCB in der Vergangenheit bei einem teuren Teenie-Mittelfeldspieler, dem eine gigantische Zukunft vorausgesagt wurde schon einmal gehörig daneben. 

    Die Rede ist von Renato Sanches, der einst mit 18 Jahren für 35 Millionen Euro von Benfica Lissabon kam und eine maximal unglückliche Zeit beim deutschen Rekordmeister erlebte. Mittlerweile spielt der einstige Golden Boy im besten Fußballer-Alter (28) nicht etwa auf der ganz großen Bühne um die ganz großen Titel mit, sondern bei Panathinaikos in Griechenland. 

    Und auch Ryan Gravenberch, der als 20-Jähriger für rund 19 Millionen Euro von Ajax Amsterdam kam, konnte sich unter Julian Nagelsmann und Thomas Tuchel nicht durchsetzen. Das aber lag wohl eher an den beiden Trainern, als am Spieler selbst. Zumindest erhärten Gravenberchs formidable Leistungen beim FC Liverpool, wo er ein Schlüsselspieler beim Gewinn des Meistertitels 2025 war, diesen Verdacht.

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    BVB mit Vorteil bei de Cat im Transferpoker? Der Spieler selbst träumt von Barca

    Der BVB, wo Sportdirektor Sebastian Kehl als "großer Fan" des Mittelfeldspielers gilt, macht sich im vermeintlichen Transferduell mit dem deutschen Rekordmeister aufgrund eines anderen Belgiers angeblich Hoffnungen auf den Zuschlag. 

    Denn in Dortmund spielt de Cats guter Bekannter Julien Duranville, mit 16 Jahren und 17 Tagen drittjüngster RSC-Anderlecht-Debütant der Klubgeschichte. Wobei spielen bei dem so begnadeten Offensivspieler ein großes Wort ist. Denn Duranville, dem einst von Kompany sogar ein möglicher Ballon d'Or-Gewinn prognostiziert wurde, plagen seit jeher teils heftige Verletzungsprobleme. Seit 2022 verpasste er für Klub und Land schon über 100 Spiele. 

    Der dritte deutsche Klub im Rennen um das Talent, Bayer Leverkusen, soll während des kurzen Auftritts von de Cat in Katar bei der U17-WM versucht haben, Kontakte zu knüpfen. Die Werkself könnte vor allem mit der Aussicht auf viel Spielzeit und als gute Anlaufstelle für Talente werben.

    Der Spieler selbst gab bei der U17-Nationalmannschaft - neben der üblichen Floskel, er konzentriere sich vor allem auf die aktuelle Saison - zu: "Natürlich schaue ich mir die Optionen an und spreche mit Leuten darüber." 

    Sein Lieblingsklub aber ist weder der BVB, noch der FC Bayern. Neben einem WM-Titel mit der belgischen A-Nationalmannschaft bezeichnete er es unlängst als seinen großen Traum, einmal das Trikot des FC Barcelona zu tragen. 

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