Und dennoch weinte der 23-Jährige hemmungslos. Zahlreiche Teamkollegen kamen, um ihn zu trösten. Viele externe Beobachter fragten sich, was genau los sei. Eine genaue Antwort darauf gab Trainer Sebastian Hoeneß nach dem Spielende zwar nicht, deutete aber an, dass sich offenbar im privaten Umfeld des Portugiesen ein Schicksalsschlag ereignet hat.
Hoeneß sprach davon, dass es sich "um etwas Familiäres" handle und dass der Offensivspieler "schwere Wochen" durchmache. Auch Sportvorstand Fabian Wohlgemuth verzichtete auf Details und verwies auf die Privatsphäre des Spielers. Nach Informationen des Zeitungsverlags Waiblingen aus der Stuttgarter Region, sei Tomas' Vater im Januar verstorben.
Dieser war für ihn sein größtes Vorbild, wie er der WAZ einmal in einem Interview erzählte, als er noch für den VfL Wolfsburg auf Torejagd ging. "Es ist sein Blick aufs Leben, der mich so inspiriert", sagte er zudem einmal in einem Gespräch auf der Homepage der Wolfsburger: "Er hat immer ein Lächeln auf dem Gesicht und versucht, in jeder Situation das Positive zu sehen. Die Kernaussage ist, dass das Leben schön ist und wir jeden Moment genießen sollten, denn der morgige Tag ist niemals garantiert."
Tomas' Vater George spielte einst professionell Basketball bei Benfica Lissabon. "Ich müsste der erste Fußballer in meiner Familie sein", mutmaßte Tiago daher in einem Interview. Ausgebildet wurde er im Nachwuchs von Sporting Lissabon, das habe seinen Vater aber nie gestört: "An erster Stelle stand für ihn, dass ich glücklich bin. Und als ich dort zu spielen begann, wurde er zum Sporting-Fan."