Brusa Carlo Alberto, Anwalt von Franck Ribery, hat die Schilderungen eines mutmaßlichen Opfers im Rahmen der enthüllten Akten über den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein als "Fake News" verurteilt und rechtliche Schritte zum Schutz des ehemaligen Spielers des FC Bayern angekündigt.
Getty ImagesSchwere Beschuldigungen in den Epstein-Files: Anwalt von Franck Ribery will "diese Fake News bestrafen"
Ribery-Anwalt will "diese Fake News zu bestrafen"
"Ich werde in meiner Funktion als Anwalt von Herrn Ribery alle notwendigen rechtlichen Schritte einleiten, um die Verantwortlichen für diese Fake News zu bestrafen, die einen Angriff auf die Würde meines Mandanten und seiner Familie darstellen", schrieb Alberto in einem Statement auf X.
Riberys Name fällt - wie auch der von zahlreichen anderen Prominenten und Fußballern wie David Guetta, Katy Perry oder Karim Benzema - mehrfach im Rahmen der Schilderungen eines mutmaßlichen Opfers, die unter der PDF-Dateil EFTA00079513 auf der Seite des US-Justizministeriums in der so genannten Epstein-Library einsehbar sind. Es handelt sich dabei offenbar um eine ins Englisch übersetzte E-Mail der Betroffenen an das US-Justizministerium, um ein mögliches Epstein-Netzwerk in Frankreich zu untersuchen.
Getty ImagesFranck Ribery taucht in den Epstein-Files auf
Darin beschreibt das mutmaßliche Opfer Ribery als "gewaltsam und bedrohlich". Demnach habe Ribery versucht, sie in ihrem Garten zu schlagen, als er ihre Adresse heraufgefunden habe. Die Polizei habe ihn schließlich zurück zu seinem Auto bringen müssen. Die mutmaßlich Betroffene beschreibt außerdem Riberys Verbindungen zum Anwalt Sylvain Cormier, der sie offenbar auf Befehl von Ribery geschlagen haben soll: "Er sagte: 'Franck hat mich gebeten, das zu tun'" (im englischen Original: "I was beaten by the latter, he said 'it's Franck asking me to do this'!").
Wann und wo genau sich die Vorfälle in Frankreich zugetragen haben sollen, ist aus den Dokumenten aufgrund von etlichen Schwärzungen und den sprunghaften Schilderungen der mutmaßlich Betroffenen ebenso wenig ersichtlich, wie Riberys angebliche oder tatsächliche Teilnahme an weiteren in der Aussage geschilderten mutmaßlichen Straftaten. Auch ein Bezug zu Epsteins Netzwerk wird nicht hergestellt.
Strafrechtlich verfolgt oder belangt wurde der heute 42-Jährige allen Anschein nach nicht. Zudem ist festzuhalten, dass es sich bei den Veröffentlichungen um ungeprüfte Anschuldigungen handelt und nicht um erwiesene und juristisch geprüfte Fakten. Die alleinige Präsenz in den Epstein-Files bedeutet nicht, dass irgendjemand tatsächlich irgendetwas strafrechtlich Relevantes getan haben soll.
Franck Ribery musste sich einst wegen Sex mit einer Minderjährigen vor Gericht erklären
Die Epstein-Files enthalten über 3,5 Millionen Seiten an Ermittlungsakten diverser Staatsanwaltschaften und des FBI gegen den 2019 verstorbenen Investement-Banker und pädophilen Sexualstraftäter Epstein, der angeklagt wurde, einen Kinderprostitutionsring betrieben und Minderjährige zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben.
Ribery wurde 2010 von der französischen Staatsanwaltschaft angeklagt, in einem Münchner Hotel mit einer minderjährigen Prostituierten geschlafen zu haben. Er beteuerte, weder von dem Alter der Frau gewusst zu haben, noch Geld bezahlt zu haben. Die Betroffene bestätigte im Prozess, ihr Alter nicht verraten zu haben. Ribery wurde ebenso wie der in gleicher Sache angeklagte Karim Benzema in der Folge freigesprochen.