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Roberto De Zerbis brutale Behandlung des ehemaligen Stars von Marseille wurde nach dem erbitterten Abgang des hitzköpfigen Italieners bekannt

  • Spannung in der Umkleidekabine bei Marseille

    De Zerbis Zeit in Marseille verlief nicht ohne Zwischenfälle, und insbesondere ein Vorfall mit Murillo symbolisiert, wie sich die Beziehungen hinter den Kulissen verschlechterten.

    Während einer Videoanalyse nach dem Spiel griff der italienische Trainer den panamaischen Nationalspieler vor der gesamten Mannschaft heraus und stellte sowohl seine Leistungen als auch seine Mentalität direkt in Frage. Laut Berichten aus der Umkleidekabine teilte De Zerbi dem Verteidiger unverblümt mit, dass er nicht mehr zu seinen Zukunftsplänen gehöre.

    Murillo soll von diesem Gespräch, das vor den Augen seiner Teamkollegen und nicht unter vier Augen stattfand, völlig überrascht gewesen sein. Der Vorfall sorgte sofort für Unruhe innerhalb der Mannschaft und wurde schnell zum Gesprächsthema unter den Spielern, die ohnehin schon Schwierigkeiten hatten, sich an den extrem anspruchsvollen Ansatz des Trainers zu gewöhnen.

    De Zerbis Trainingsstil war schon immer intensiv, aber in Marseille wurde er mit schwankenden Ergebnissen zunehmend konfrontativ. Die Trainingseinheiten wurden als unerbittlich und die Videokonferenzen als besonders forensisch beschrieben, wobei einzelne Spieler häufig wegen Positionsfehlern oder Konzentrationsschwächen gerügt wurden.

    Für Murillo war die Öffentlichkeit der Kritik das Hauptproblem. Der Verteidiger war Stammspieler und glaubte, die taktischen Anweisungen seines Chefs zu erfüllen, was die Erklärung über seine Zukunft umso befremdlicher machte. Von diesem Zeitpunkt an begann sich das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft sichtbar zu verschlechtern.

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    Die Konfrontation mit Murillo ist ein Zeichen für die Zukunft

    Murillos Situation deckte ein größeres Problem innerhalb des Vereins auf. De Zerbi war zunehmend frustriert über das, was er als mangelnde taktische Disziplin und Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Mannschaft empfand.

    Der Trainer betonte wiederholt, dass seine Mannschaften absolute Konzentration beim Spielaufbau und bei der defensiven Positionierung benötigen. Jede Abweichung von der Struktur, insbesondere seitens der Verteidiger, untergrub das gesamte System. Murillo, ein aggressiver und athletischer Verteidiger, stellte manchmal Zweikämpfe über die Positionsstruktur – etwas, das De Zerbi als inakzeptabel ansah.

    Die Spieler hatten zunehmend das Gefühl, dass die Anforderungen von anspruchsvoll zu persönlich wurden. Die ungleichmäßigen Ergebnisse von Marseille erhöhten den Druck, und mehrere Mannschaftsmitglieder hatten Berichten zufolge das Gefühl, dass das Selbstvertrauen eher untergraben als gestärkt wurde.

  • De Zerbi setzt verstärkt auf seinen Ansatz

    Anstatt seine Haltung zu mildern, beharrte De Zerbi darauf, dass seine Standards kompromisslos bleiben müssten. Der ehemalige Trainer von Brighton verteidigt seit langem seine Methoden als notwendig für den Spitzenfußball.

    Er erklärte seine Philosophie zuvor mit den Worten: „Ich will Spieler mit Hunger. Talent allein reicht nicht aus. Wenn man nur eine Sekunde lang die Konzentration verliert, bricht die gesamte Struktur zusammen.“

    In internen Gesprächen soll er wiederholt betont haben, dass weder Ruf noch Status jemanden vor Kritik schützen würden.

    Die Reaktion der Mannschaft war jedoch gemischt. Einige Spieler schätzten die Klarheit, andere fühlten sich bloßgestellt und demoralisiert. Die wiederholten öffentlichen Kritiken schufen ein unangenehmes Umfeld, insbesondere während einer Serie schwerer Niederlagen, die die Aufmerksamkeit der Fans und Medien noch verstärkten.

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    Das Leben außerhalb von Marseille

    De Zerbis Weggang erfolgte kurz nachdem die internen Spannungen nicht mehr zu übersehen waren. Die Ergebnisse waren schlechter geworden und die Stimmung im Verein wurde als zerrüttet beschrieben, wobei die Murillo-Episode oft als der Moment genannt wurde, in dem sich die Beziehungen endgültig verschlechterten.

    Der Verteidiger selbst blieb professionell und trainierte weiter, aber die Episode hinterließ einen bleibenden Eindruck bei seinen Teamkollegen. Sie wurde zum Symbol für die Kluft zwischen den Erwartungen des Trainers und den Erfahrungen der Spieler unter seiner Führung.

    Letztendlich entschied sich Marseille für einen Wechsel und beendete damit abrupt eine Amtszeit, die so positiv begonnen hatte. De Zerbis taktischer Ruf bleibt unbeschadet, doch seine Zeit in Südfrankreich ist nun ebenso sehr für Konfrontationen wie für innovative Trainingsmethoden in Erinnerung geblieben.

    Murillo hingegen setzte seine Karriere abseits des Rampenlichts bei Besiktas fort.

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