Julian NagelsmannGetty Images

"Regelverstoß vom Schiedsrichter": Deutliche Kritik von Julian Nagelsmann nach DFB-Niederlage gegen Frankreich

Bundestrainer Julian Nagelsmann hat nach der 0:2-Niederlage des DFB-Teams im Spiel um Platz drei der Nations League gegen Frankreich Kritik an der Leistung von Schiedsrichter Ivan Kruzliak und dessen Team geäußert.

  • WAS IST PASSIERT?

    Für Diskussionsstoff sorgte vor allem eine Szene in der 53. Spielminute. Dort hatte DFB-Angreifer Niclas Füllkrug Gegenspieler Adrien Rabiot mit einem harten Einsteigen den Ball im Aufbauspiel abgeluchst. Teamkollege Deniz Undav schnappte sich den freien Ball und schloss frei vor Les-Bleus-Keeper Mike Maignan zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich ab.

    Kruzliak pfiff die Szene zunächst nicht ab, wurde nach einem Hinweis vom VAR dann allerdings raus an den Bildschirm gerufen. Nach minutenlanger Sichtung der Bilder und Zeitlupen änderte der slowakische Unparteiische schließlich seine Meinung und entschied auf Foul Füllkrug und Freistoß Frankreich.

    Nagelsmann passte dies offensichtlich überhaupt nicht, weshalb er nach Spielende hart mit dem Schiedsrichter-Team ins Gericht ging. Dabei äußerte der Bundestrainer sogar Verständnis für die generelle Entscheidung, Füllkrugs Einsteigen abzupfeifen, war mit der Art und Weise der Umsetzung allerdings unzufrieden.

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  • WAS WURDE GESAGT?

    "Ich kann in meinen Augen verstehen, dass er Freistoß gibt", so Nagelsmann gegenüber DAZN. "Trotzdem finde ich, das ist ein Regelverstoß vom Schiedsrichter. Er steht zwei Meter daneben und bewertet die Situation als kein Foul. Wie kann es dann sein, dass er auf einmal wieder rausgeht und es sich sechs Minuten im Video ansieht. Das ist eine Themaverfehlung. Das ist nicht der Sinn des VAR."

    Laut Regelwerk sollte der VAR lediglich zum Einsatz kommen, "wenn ein Schiedsrichter etwas nicht wahrnimmt oder sieht". Beim Zweikampf zwischen Füllkrug und Rabiot sei dies jedoch eindeutig nicht der Fall gewesen: "Er hat einen super Blick auf die Szene hat. Da ist kein Spieler dazwischen. Wenn er bewertet, dass das kein Foul ist, dann ist es keine klare Fehlentscheidung. Dann müsstest du jede Situation in der Box abpfeifen."

    Insgesamt würden sich die Unparteiischen mit solchen Aktionen "keinen Gefallen machen", so der Bundestrainer weiter. "Als Schiedsrichter tut er mir fast schon leid, weil jeder merkt, dass er auf dem Platz sowieso nichts mehr entscheidet und nur zum Video gucken geht. Man kann da Foul geben. Wenn er das tut, dürfen wir uns nicht beschweren. Aber wenn er das zunächst als kein Foul bewertet, ist es keine klare Fehlentscheidung."

    Auch für "Übeltäter" Füllkrug hätte der Treffer in letzter Konsequenz nicht abgepfiffen werden dürfen. "Da waren heute viele merkwürdige Entscheidungen dabei. Ich will nicht sagen, dass es nur am Schiri lag, aber ich finde, dass wir beide im ersten Moment gleichzeitig zum Ball gehen. Ich bekomme dann von ihm seinen Ellenbogen volles Brett ins Gesicht. Von dem her könnte man auch Gelb für ihn pfeifen", so der 32-Jährige am DAZN-Mikro.

    Es sei "sehr schade, dass das Tor zurückgepfiffen wird, weil das ein guter Pressing-Moment von uns ist. Es ist schwer zu beurteilen. Ich würde sagen, es ist kein Foul. Es ist keine extreme Fehlentscheidung, darum verstehe ich nicht ganz, warum er rausgeschickt wurde."

  • WIE GEHT ES WEITER?

    Durch die 0:2-Niederlage gegen Frankreich verpasste das DFB-Team es, sich mit einem positiven Eindruck in die Sommerpause zu verabschieden. Als nächstes steht für die deutsche Nationalmannschaft im Herbst der Auftakt der WM-Qualifikation an. Am 4. September ist Nagelsmanns Truppe in Bratislava gegen die Slowakei gefordert.

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