Real Madrid holte viele Weltstars, schmückte seinen Kader mit den schillerndsten Figuren und legte dafür ordentliche Beträge hin. Viele von ihnen gingen dann wieder – ablösefrei. Das sind die größten Real-Stars, die zum Nulltarif gingen:
Ablösefreie Abgänge von Real Madrid: Legende flieht vor "schlechtestem Trainer"
Getty ImagesSTEVE MCMANAMAN
Er war einer der ersten Profiteure von Bosman und wechselte 1999 ablösefrei zu Real Madrid. Er machte sich schnell beliebt, spielte ein gute Rolle, bis dann Real damit begann, nach und nach die Weltstars zu holen.
McManaman nannte diese Phase "die Disneyfizierung von Real Madrid" und seine Einsatzzeiten wurden weniger. Er hatte zwar große Rückendeckung im Team, aber 2003 ging er ablösefrei zu Manchester City. Dort wurde er nie glücklich.
Getty ImagesESTEBAN CAMBIASSO
Er kam in der Phase, als die Galaktischen kamen und er da nicht reinpasste. "Ich war weder Galaktischer noch einer aus der Akademie", sagte Cambiasso später. Er wurde kein Stammspieler und ging ablösefrei zu Inter.
428 Spiele, 50 Tore, 34 Vorlagen. Was der Argentinier bei Inter auf die Beine stellte, war phänomenal. Er wurde zu einem der besten Sechser der Welt und gewann mit Inter die Champions League. Cambiasso sagt: "Ich wurde geschätzt, nachdem ich weg war."
GettyLUÍS FIGO
Sein Wechsel vom FC Barcelona zu Real Madrid war 2000 das Thema überhaupt. Bei Real wurde er einer der ersten Galaktischen, spielte fünf Jahre auf hohem Niveau. Dann kam Vanderlei Luxemburgo und hatte keine Verwendung für ihn.
Figo bezeichnete den Brasilianer später als "den schlechtesten Trainer", den er je hatte. Luxemburgo dagegen konnte den Groll gegen seine Person nicht verstehen: "Er ging, weil der Verein es wollte. Luis muss wissen, dass es Wechsel im Fußball gibt."
Figo ging ablösefrei zu Inter Mailand, wurde viermal Meister und setzte seine große Klasse immer noch ein. In Mailand beendete er dann auch seine Karriere.
Getty ImagesDAVID BECKHAM
Er wurde wie ein Popstar empfangen – und so einer war er auch, aber sportlich hätte es besser laufen können. Während seiner letzten Saison gab es Gespräche über eine Verlängerung, aber es wurde zur Posse.
Erst verkündete Real die Verhandlungen für gescheitert, nahm dann diese Version zurück. Doch danach verkündete Beckham, dass er zum Saisonende ablösefrei zu L.A. Galaxy wechselt. Real wollte ihn erst aussortieren, ließ es dann aber sein.
GettyROBERTO CARLOS
Der Brasilianer verließ Real Madrid ablösefrei, obwohl er sogar noch einen Vertrag hatte. Nach elf Jahren bei den Königlichen wollte man ihm keine Steine in den Weg legen. Er ging zu Fenerbahce in die Türkei.
GettyIVAN HELGUERA
Der Spanier hat keinen schillernden Namen wie die Galaktischen, aber eine Erwähnung ist Helguera auf jeden Fall wert. Als Spieler, der jahrelang still und leise, aber auf hohem Niveau den Stars den Rücken freihielt, verdient er das.
Er spielte 344-mal für Real, schoss 33 Tore und legte für 14 Tore auf. Eine Saison vor seinem Karriereende wechselte er ablösefrei zum FC Valencia und kam dort auch nochmal auf 43 Pflichtspiele. Eine stille Legende.
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Nach Streitereien mit Cristiano Ronaldo verließ der Niederländer Manchester United und wechselte zu Real Madrid. Vier Jahre später, also 2009, folgte ihm CR7 zu Real. Ein halbes Jahr darauf ging van Nistelrooy zum HSV.
FABIO CANNAVARO
Er wurde 2006 Gewinner des Ballon d’Or und wechselte zu Real Madrid, dort wurde er auf Anhieb zum Abwehrchef und zum Liebling des Publikums. In drei Spielzeiten ließ der Italiener seine große Klasse aufblitzen.
Nach drei Jahren großer Erfolge in der Liga (in der Champions League war dreimal im Achtelfinale Schluss) ging er zurück zu Juventus, das wieder in die Serie A aufgestiegen war. Bei Juve konnte er aber nicht mehr an alte Zeiten anknüpfen.
Getty ImagesRAÚL GONZALEZ
Eine der größten Figuren der Vereinsgeschichte, holte unzählige Titel und schoss 322 Tore in 737 Spielen für Real. Zum Ende seiner Zeit wurden aber kritische Töne lauter, schlechte Saisons wurden an ihm festgemacht.
In seiner letzten Saison waren Ronaldo und Karim Benzema da, sodass für Raúl kein Stammplatz mehr da war. "Die Zeit ist gekommen", sagte er bei seinem Abschied. Es wurden viele Klubs als Abnehmer gehandelt - er ging völlig überraschend zu Schalke 04.
Auf Schalke brachte er es auf 40 Tore und 21 Vorlagen in 98 Spielen und ließ seine große Klasse immer wieder aufblitzen. Nach zwei Jahren war Schluss und er wechselte noch einmal nach Katar und beendete dort seine großartige Karriere.
Getty ImagesGUTI
Mit Raúl beendete auch der Spanier seine Laufbahn bei Real Madrid und schloss sich dem türkischen Spitzenklub Besiktas an. Dort wurde er zum Anführer. Nach einem Unfall mit Alkoholeinfluss wurde sein Vertrag in der zweiten Saison aufgelöst.
GettyKAKÁ
Er war der Star überhaupt damals und die größten Klubs wollten ihn. 2008 soll Manchester City gar 130 Millionen Euro geboten haben, aber Kaká wollte sein geliebtes Milan nicht einfach so verlassen.
Dann nahm er aber das Angebot von Real an, um Milan in der "schweren finanziellen Krise" zu helfen. Bei Real konnte er sein Potenzial aber nie auf Milan-Niveau abrufen, wurde immer wieder durch Verletzungen gestoppt. 2013 kehrte er nach Mailand zurück.
GettySAMI KHEDIRA
In seiner Karriere spielte er am häufigsten für Real Madrid und war fünf Jahre lang ein sehr verdienter Spieler. Als der Vertrag 2015 auslief, gab es kein neues Angebot. Er ging ablösefrei zu Juventus und trumpfte dort auf.
GettyIKER CASILLAS
Als er mit 34 jahren Real Madrid verließ, hatte er ganze 25 Jahre bei den Königlichen verbracht. Er gewann unfassbar viele Titel für Real, aber der Abschied am Ende - ein Jahr vor Vertragsende und ablösefrei zum FC Porto - war unwürdig.
Die Fans feierten den Torhüter, der gar nicht mehr für Real spielte. Präsident Florentino Perez, der nie ein großer Fan von Casillas war, zeigte ihm die kalte Schulter. Doch auch das kann den riesigen Beitrag nicht schmälern, welchen Casillas für Real leistete.
Getty Images SportPEPE
Er wurde von den Fans geliebt, von den Gegnern nicht so sehr. Als ihm Real nach all den Jahren nur einen Einjahresvertrag anbot, verletzte das Pepes Stolz und er entschied sich für einen Wechsel zu Besiktas.
Getty ImagesJAMES RODRÍGUEZ
80 Millionen Euro überwies Real Madrid nach der WM 2014 für einen der besten Spieler des Turniers. Er bekam gleich die Nummer 10, doch der große Einfluss blieb aus. Zwischendurch eine Bayern-Leihe, dann der Abschied zum FC Everton.
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16 Jahre und unzählige Titel - und am Ende eine Schlammschlacht um einen Vertrag, über dessen Länge und Volumen man sich nicht einig werden konnte. Ein unwürdiger Abgang eines langjährigen Kapitäns.
Ramos pochte lange auf einen Zweijahresvertrag, den ihm Real partout nicht anbieten wollte. Als Ramos am Ende sich selbst überzeugte und einen Einjahresvertrag akzeptierte, teilte ihm der Klub mit: "Die Frist ist abgelaufen." Ramos wechselte zu PSG.
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Ein ablösefreier Abgang nach L.A., über den sich viele Real-Fans freuen, auch wenn man die 101-Millionen-Euro Ablöse, die für Bale 2013 bezahlt wurden, sicher nicht vergisst. Aber Bale und Real - das war am Ende keine Liebe mehr.
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Sage und schreibe 63 Millionen Euro setzte Real Madrid bei diesem Transfer in den Sand. Der achtteuerste Transfer der Klub-Geschichte. Bei Eintracht Frankfurt der Shootingstar, in Madrid ein Fremdkörper. Real bekam keine Ablöse, aber verkauft ihn die AC Florenz innerhalb der nächsten vier Jahre, erhält Real Madrid 50 Prozent des Transfererlöses. Außerdem soll Real Madrid aktuell 2,5 Millionen Euro Gehaltszahlung zusteuern. Was für ein Geschäft.

