Der Wechsel nach Rom entwickelte sich hinter den Kulissen zu einem der kompliziertesten Deadline-Day-Deals. Drei Klubs waren involviert, Bayern bestand auf finanzieller Beteiligung, Rom übernahm Gehalt, Leihgebühren und akzeptierte laut Bild-Informationen eine Kaufoption über 13,5 Millionen Euro, die sich bei sportlichem Erfolg in eine Pflicht verwandeln kann.
Wirtschaftlich ist das für den FC Bayern sauber. Sportlich zeigt es jedoch: Der Klub hatte Zaragoza längst abgeschrieben. Bryan Zaragoza war kein klassischer Fehlkauf. Er war ein Transfer zur falschen Zeit, unter falschen Voraussetzungen. Der vorgezogene Wechsel, fehlende Integration, mangelnde Kommunikation und permanenter Leistungsdruck trafen auf einen jungen Spieler, der Zeit für seine Entwicklung gebraucht hätte.
Der Flügelspieler selbst brachte es später auf den Punkt: "Es ist nicht so, dass ich eine so schlechte Zeit hatte, sondern dass sie mir viele Dinge versprochen haben, die nicht eingehalten wurden."
Der FC Bayern handelte rational, aber distanziert. Anstatt den Spanier zu integrieren, wurde er verliehen. In Rom will Zaragoza nun mehr als nur funktionieren. Er will ankommen - sportlich und menschlich. Die Serie A reizt ihn, die Stadt, die Fans. "Ich komme mit dem großen Wunsch, alles kennenzulernen und lange hierzubleiben."
Ob diese Station das Ende seiner Odyssee markiert, bleibt offen. Sicher ist nur: Der Fall Bryan Zaragoza wird beim FC Bayern als Mahnung bleiben – dafür, dass Talent allein nicht reicht, wenn Timing, Kommunikation und Struktur fehlen.