Niko KovacGetty Images

"Letzte Saison hatten wir 25 Punkte weniger als der FC Bayern": BVB-Trainer Niko Kovac mahnt weiterhin zu Realismus

Borussia Dortmund ließ den Rückstand auf Tabellenführer Bayern München mit dem wichtigen 2:1-Arbeitssieg beim VfL Wolfsburg am Samstag vorübergehend auf nur noch drei Punkte schmelzen. Für eine Kampfansage in Richtung FCB von BVB-Trainer Niko Kovac reichte das aber noch nicht.

  • Niko Kovac mahnt beim BVB zu Realismus: "Punkte, die viele gar nicht sehen"

    "Ich verstehe natürlich seine Ambitionen, die haben wir alle", sagte Kovac nach Schlusspfiff bei DAZN über die Meisterschaftsansage seines Abwehrchefs Nico Schlotterbeck, zu der jener auch nach dem Dreier in Wolfsburg offensiv stand. Kovac lenkte allerdings ein, eher nach hinten als ganz nach vorne zu schauen: "Ich kenne den Fußball sehr lange und ich weiß ganz genau, dass die anderen Mannschaften schieben. Wir haben noch Champions League, haben viele Spiele, die Belastung ist hoch. Zudem muss man gesund bleiben. Das sind alles so Punkte, die viele gar nicht sehen. Wenn mir drei Spieler verletzt wegbrechen, ist das nicht mehr die Mannschaft, die wir haben könnten. Deswegen bin ich immer ein bisschen vorsichtiger. Aber das heißt nicht, dass ich selber nicht auch etwas erreichen möchte."

    Schlotterbeck hatte nach dem mühsamen 3:2-Heimsieg gegen Abstiegskandidat Heidenheim am vergangenen Wochenende betont: "Man muss auch mal den Anspruch haben als BVB, auch mal den Fans zu sagen, wir wollen Meister werden." Nach dem Erfolg in Wolfsburg untermauerte Schlotterbeck: "Ich bin gerade der Kapitän, weil Emre (Can, d. Red.) ausfällt. Wenn ich das dann sage, müssen die Jungs nur folgen. Und das machen sie zurzeit."

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  • FBL-GER-BUNDESLIGA-WOLFSBURG-DORTMUNDAFP

    Patzt der FC Bayern erneut, wird der Titelkampf tatsächlich wieder spannend

    Schlotterbeck versteht dabei, dass die Verantwortlichen um Trainer Kovac und Sportdirektor Sebastian Kehl bezüglich der Kampfansagen in Richtung München eher sparsam unterwegs sind und stattdessen den Fokus lieber darauf legen, das Erreichen eines Champions-League-Platzes abzusichern. "Sebastian und Niko sind froh, dass wir im Rückspiegel was gut gemacht haben", sagte Schlotterbeck mit Blick auf den Patzer des viertplatzierten VfB Stuttgart, der überraschend mit 1:2 beim FC St. Pauli verlor und auf den Dortmund nun bereits neun Punkte Vorsprung hat. "Jetzt können wir weiter vorne angreifen", freute sich der deutsche Nationalspieler und fügte an: "Wichtig ist einfach, dass wir das Ganze offen halten. Ganz Fußball-Deutschland will nicht, dass im März schon alles entschieden ist."

    Kovac betonte derweil auf Nachfrage, dass es "sicherlich der Anspruch dieses Klubs" sei, um den Meistertitel zu kämpfen. Er mahnte jedoch zu Realismus: "Letzte Saison hatten wir 25 Punkte weniger als der FC Bayern. Also ging es jetzt erst einmal darum, den Rückstand schmelzen zu lassen. Da sind wir ganz gut unterwegs – aber man kann ja nicht erwarten, dass man urplötzlich alles um 180 Grad dreht."

    Am Sonntag werden Kovac und Co. nun ganz genau hinschauen, wie sich die Bayern im Topspiel gegen den Tabellendritten TSG Hoffenheim schlagen. Sollte der FCB nach der Heimniederlage gegen Augsburg und dem Unentschieden in Hamburg erneut Punkte liegen lassen, wäre der Meisterschaftskampf 13 Spieltage vor Saisonende tatsächlich unverhofft wieder völlig offen.

  • BVB: Die nächsten Spiele von Borussia Dortmund

    • 13. Februar: BVB vs. Mainz (Bundesliga)
    • 17. Februar: BVB vs. Atalanta (Champions League)
    • 21. Februar: Leipzig vs. BVB (Bundesliga)
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