Muss sich der FC Bayern mit einer Verpflichtung von HSV-Shootingstar Luka Vuskovic beschäftigen? Sportvorstand Max Eberl hat auf der Pressekonferenz vor dem Spiel des Rekordmeisters am Sonntag gegen die TSG Hoffenheim nun klar Stellung bezogen und etwaigen Transferwünschen oder -ratschlägen eine durchaus klare Absage erteilt.
Getty Images
Getty ImagesEberl: Upamecano-Verlängerung hat Priorität
"Erstmal lösen wir unseren internen Transfer", sagte Eberl und bezog sich damit wohl auf die dem Vernehmen nach unmittelbar bevorstehende Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano: "Wenn der gelöst ist, haben wir eine Innenverteidigung, die relativ hohe Qualität hat."
Das bedeute nicht, dass Vuskovic kein guter Spieler sei. Im Gegenteil, merkte Eberl an. "Er ist 18 Jahre, spielt eine herausragende Saison beim HSV und gehört Tottenham. Aber der FC Bayern hat eben auch sehr, sehr gute Innenverteidiger mit Jona (Jonathan Tah, Anm. d. Red.), Upa, Min-Jae (Kim, Anm. d. Red.), mit Ito mit Stani (Josip Stanisic, , Anm. d. Red.), der dort spielen kann", betonte der Sportvorstand und wurde dann sehr deutlich.
"Wir können doch nicht jeden guten Spieler, bei dem die Öffentlichkeit meint, der müsse unbedingt zum FC Bayern, verpflichten", mahnte Eberl und verwies dabei auch auf den mächtigen Aufsichtsrat um Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Ex-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: "Weil dann kommt irgendwann die andere Seite und sagt: 'Max, wir sind doch kein Geldscheißer. Wir können den Kader doch nicht so aufblähen.' Deswegen: Sehr guter Spieler ohne Frage, aber unser Hauptaugenmerk liegt auf dem internen Transfer, und der ist bekannt."
Getty ImagesRakitic bringt Vuskovic bei Bayern ins Spiel
Weil Vuskovic, der noch bis 2030 Vertrag bei den Spurs hat, in seiner ersten Bundesligasaison beim HSV als bester Zweikämpfer der Liga brilliert und auch als Torschütze in Erscheinung tritt (4 Tore in 19 Spielen, darunter das 2:2 gegen Bayern), brachten diverse Experten und Ex-Spieler den Kroaten mit einem möglichen Wechsel zum deutschen Branchenprimus in Verbindung. Sky und die Hamburger Morgenpost berichteten gar von einer ersten Kontaktaufnahme der Bayern mit Vuskovic.
"Ganz Fußball-Europa spricht momentan über ihn. Der FC Bayern muss Gas geben. Ich glaube, der Junge muss zum FC Bayern. Es ist unglaublich schön zu sehen, dass so ein junger Typ die Fußball-Welt so aufmischen kann", sagte etwa Ivan Rakitic zuletzt bei Sky: "Ich bin gespannt, ob es Tottenham schaffen wird, ihn über den Sommer hinaus zu behalten, weil er für mich schon bereit ist für den nächsten Schritt zu einem der absoluten Top-Klubs. Und davon gibt es für mich nur vier oder fünf in Europa."
Bayern-Absage für Vuskovic vor drei Jahren
Besonders pikant: Nach Angaben der Bild hätte Vuskovic schon längst für den FC Bayern spielen können. Die Chance, ihn zu einem absoluten Schnäppchenpreis zu verpflichten, ließ der Rekordmeister jedoch im Februar 2023 verstreichen. Damals, rund um seinen 16. Geburtstag, schaffte der Innenverteidiger bei Heimatverein Hajduk Split gerade den Sprung in die erste Mannschaft.
Dem Bericht zufolge hätte der FCB seinerzeit für lediglich drei Millionen Euro Sockelablöse plus zwei Millionen Euro an Bonuszahlungen zuschlagen können. Allerdings habe man sich letztlich dagegen entschieden, weil Bayerns Scoutingabteilung von Vuskovic nicht gänzlich überzeugt gewesen sei. Diese beschrieb den Kroaten demnach als "zu arrogant am Ball" und sei zudem zu der Einschätzung gekommen: "Wir mochten ihn nicht wirklich."
Luka Vuskovic: Seine Zahlen beim HSV
- Spiele: 19
- Tore: 4
- Assists: 0
- Gelbe Karten: 4