Jose Mourinho Benfica 2026Getty Images

Jose Mourinho wird zu Vincent Kompanys Kritik befragt - Benficas Pressesprecher grätscht dazwischen

Benfica Lissabons Cheftrainer Jose Mourinho will sich zunächst nicht konkret zur Kritik von Vincent Kompany an seinen Aussagen vom Dienstagabend äußern. Das erklärte der 63-Jährige nach dem 3:0-Heimsieg in der Liga gegen Rio Ave am Samstag laut Record.

  • Auf die Frage, ob er einen Fehler begangen habe, sagte Mourinho: "Ich möchte mich dazu nicht äußern." Anschließend grätschte Benficas Pressesprecher dazwischen und wies darauf hin, dass eine offizielle Untersuchung des Vorfalls durch die UEFA laufe und Mourinho daher keine Stellung nehmen werde.

    Wenig später ergänzte der Startrainer dann aber doch: "Ich wiederhole, dass es für alle schwierig war, aber ich werde jetzt nicht näher darauf eingehen, inwiefern es schwierig war. Es war für alle schwierig."

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    Mourinho kritisiert Vinicius' Jubel

    Auslöser der Debatte, die dann auch Mourinho erreichte, war ein Zwist zwischen Benficas Gianluca Prestianni und Real-Angreifer Vinicius Junior. Letzterer bejubelte sein Traumtor im Estadio da Luz mit einem provokanten Tänzchen vor den Heimfans an der Eckfahne. Anschließend soll Prestianni ihn rassistisch beleidigt haben, wie Vinicius und dessen Sturmpartner Kylian Mbappe berichteten. Der Argentinier dementiert dies, eine Auflösung ist aber schwierig, da er zum Zeitpunkt der Äußerung das Trikot über seinen Mund gezogen hatte.

    Mourinho sagte anschließend bei Prime Video: "Wenn man ein Tor wie dieses schießt, sollte man auf respektvolle Weise feiern. Irgendetwas stimmt nicht, denn es passiert in jedem Stadion. In einem Stadion, in dem Vinicius spielt, passiert immer etwas." 

    Und weiter schilderte der Coach, er habe "ihm gesagt, dass die größte Persönlichkeit in der Geschichte dieses Vereins (Eusebio, d. Red.) schwarz war."

  • Kompany über Mourinhos Aussagen: "Für mich ist das ein großer Fehler"

    Mourinhos Einlassungen wurden anschließend scharf kritisiert und als Legitimation für Rassismus gewertet. Unter anderem von Bayern-Trainer Kompany. Der Belgier sagte während eines bemerkenswerten Monologs während seiner Pressekonferenz am Freitag: "Eine Führungsperson wie Jose Mourinho benutzt Vinicius‘ Art des Jubelns, um dessen Charakter zu attackieren. Um zu diskreditieren, was Vinicius in diesem Moment macht. Für mich ist das ein großer Fehler, was Führungsqualität angeht. Und das ist etwas, das wir nicht akzeptieren sollten, da bin ich ganz klar."

    Insbesondere störte Kompany auch, dass Mourinho Benfica-Legende Eusebio, der von 1960 bis 1975 für den Verein gespielt hatte, in seine Rechtfertigungen einbezog. "Weiß er, was dunkelhäutige Spieler in den 1960er Jahren durchmachen mussten? War er bei jedem Auswärtsspiel von Eusebio dabei? Weil mein Vater ebenfalls ein dunkelhäutiger Mann aus den 1960er Jahren ist, weiß ich, dass es zu jener Zeit wahrscheinlich ihre einzige Option war, ruhig zu sein. Nichts zu sagen, drüber zu stehen und zehnmal besser zu sein als andere, um ein bisschen Anerkennung zu bekommen. Das war wahrscheinlich Eusebios Leben. Seinen Namen heute zu benutzen, um eine Situation zu bewerten, die Vini Jr. erlebt hat ...", zeigte sich Kompany fassungslos über Mourinhos Verhalten.

  • Jose Mourinhos Bilanz als Benfica-Trainer:

    • Spiele: 33
    • Siege: 20
    • Remis: 6
    • Niederlagen: 7
    • Torverhältnis: 60:25
    • Punkteschnitt: 2,0
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