Holstein Kiel v VfB Stuttgart - DFB Cup Quarter FinalGetty Images Sport

"Irgendeiner, der in Köln sitzt und Kaffee trinkt": VfB Stuttgart regt sich vehement wegen des VAR auf

Im Duell mit dem 1. FC Heidenheim verspielte der VfB Stuttgart in einer turbulenten Begegnung wichtige Zähler im Rennen um die Königsklasse. Zwar gingen die Gäste früh in Führung, gerieten danach jedoch mehrfach ins Hintertreffen und retteten sich erst spät durch einen Treffer des eingewechselten Deniz Undav zu einem 3:3.

  • Im Mittelpunkt standen mehrere Eingriffe des Video-Assistenten sowie Entscheidungen von Schiedsrichter Sascha Stegemann, die für reichlich Gesprächsstoff sorgten. VfB-Coach Sebastian Hoeneß sprach von einer "brisanten" Partie. Nach Abpfiff habe man sich ausgetauscht: "Wir haben uns über das Spiel unterhalten", erklärte Hoeneß bei DAZN. Generell sei es ein Spiel gewesen, in dem "viele Dinge passiert sind".

    Besonders verärgert zeigte sich der 43-Jährige über den Strafstoß für Heidenheim nach einer VAR-Überprüfung. Einer Stuttgarter Balleroberung war ein Zweikampf im eigenen Strafraum vorausgegangen, den Stegemann nachträglich als Foul wertete - mit der Folge, dass ein VfB-Treffer von Ermedin Demirovic nicht zählte und stattdessen Elfmeter für die Gastgeber gegeben wurde. 

    "Ich sehe den Kontakt, unmittelbar danach aber gibt es einen Block von Maxi", sagte Hoeneß. "Sorry, Leute. Da jetzt von außen zu intervenieren, was dann bedeutet, dass wir kein Tor machen. Das geht nicht, das verstehe ich nicht. Ist mir zu wenig." 

    Für ihn sei das "kein Elfer". Es handle sich um "eine Zeitlupe", zudem sei es "ein Zweikampf, der im Mittelfeld nie gepfiffen wird. Für mich ist das keine klare Fehlentscheidung". Entsprechend habe sich der VAR aus seiner Sicht nicht einschalten dürfen: "Aus unserer Sicht ist es Wahnsinn. Wir machen auf der anderen Seite ein Tor. Dass es dann Elfmeter gibt, damit war aus meiner Sicht nicht zu rechnen."

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  • Ermedin Demirovic Stuttgart 2025Getty

    Zwei Demirovic-Tore wieder aberkannt

    Auch eine hauchdünne Abseitsentscheidung gegen Demirovic nach dem Seitenwechsel sorgte für Frust. "Das ist schon hart, wenn man die Grafik sieht", kommentierte Hoeneß die Szene. Zudem monierte er vor dem erneuten Rückstand ein mögliches Foul im Mittelfeld und hätte sich gewünscht, dass der Referee die Situation selbst überprüft.

    Stürmer Demirovic, dem insgesamt zwei Treffer aberkannt wurden, zeigte sich ebenfalls tief enttäuscht. "Das ist natürlich alles bitter, tut weh." Mit Blick auf die Abseitslinie sagte er: "Das wäre eine Frechheit, aber natürlich müssen wir jetzt erst einmal gucken, ob es wirklich so war. Aber wenn das nicht der Fall ist, dann wäre das Wahnsinn."

  • Demirovic fordert mehr Verantwortung der Schiedsrichter

    Grundsätzlich forderte er mehr Verantwortung der Schiedsrichter auf dem Platz: "Er entscheidet, was auf dem Platz passiert. Wenn sie sagen, es ist Foul, dann ist es Foul. Das sind Tatsachenentscheidungen. Der Schiedsrichter bekommt das auf dem Platz besser mit als jeder Computer oder irgendeiner, der in Köln sitzt und Kaffee trinkt und irgendetwas für die Schiedsrichter entscheidet. Das finde ich ein bisschen schwach. Die Schiedsrichter sollten anfangen, das selbst in die Hand zu nehmen."

    Abschließend betonte Demirovic zwar: "Ich habe die Bilder noch nicht richtig gesehen", wolle aber anmerken, "dass die Schiedsrichter wieder Schiedsrichter sein sollten - und wenn am Ende alles stimmt, dann nehm ich das auch zurück". 

    Sein Fazit: "Mir kann jetzt niemand sagen, dass das Abseits ist. Es ist einfach Quatsch, dass wir so viel den Computern überlassen und nichts mehr selbst entscheiden. Das finde ich schwach."

  • 1. FC Heidenheim 1846 v VfB Stuttgart - BundesligaGetty Images Sport

    Ermedin Demirovic: Leistungsdaten beim VfB Stuttgart

    • Pflichtspiele: 71
    • Tore: 27
    • Vorlagen: 8
    • Gelbe Karten: 11
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