Borussia Dortmund hat auch diesmal in der Schlussphase wertvolle Punkte liegen lassen. Gegen den Hamburger SV kassierten die Schwarzgelben in der Nachspielzeit den bitteren 1:1-Ausgleich. Entsprechend groß war nicht nur der Frust bei Sportdirektor Sebastian Kehl, sondern wohl auch bei zwei Spielern.
Getty Images SportBVB: Kobel und Ryerson geraten wohl aneinander
Wie die Bild berichtet, gerieten beim Gang in die Kabine Torwart Gregor Kobel und Rechtsverteidiger Julian Ryerson aneinander und lieferten sich "plötzlich ein heftiges Wortgefecht", wie es heißt. Thema soll dabei wohl die Frage gewesen sein, wer die Schuld am Gegentor in der siebten Minute der Nachspielzeit trägt.
Auch Trainer Niko Kovac soll sich dabei eingeschaltet haben. Er sagte später: "Mir war nicht ganz klar, wer was gesagt hatte. Ich wollte es noch beruhigen."
Was die Boulevardzeitung auch beobachtete: Vor der Einwechslung von Karim Adeyemi, der in der 66. Minute für den schwachen Maximilian Beier kam, habe Kovac den Nationalspieler an der Trainerbank angebrüllt - Grund unklar.
gettyBVB-Sportdirektor Kehl "richtig sauer"
Dass der Ärger beim BVB auch angesichts des Remis des FC Bayern und der Niederlage von RB Leipzig groß ist, überrascht nicht. "Die Niederlage am Mittwoch (1:4 gegen Manchester City, Anm. d. Red.) hat mich auch geärgert, aber heute ärgert mich das 1:1 richtig. Ich bin richtig sauer und deswegen werde ich jetzt ein paar Tage brauchen, um das zu verarbeiten", sagte Kehl. "Am Mittwoch hat man einen ganz anderen Gegner gehabt. Die Niederlage muss man dann ein Stück weit akzeptieren, das Spiel heute dürfen wir nicht hergeben."
Dabei sah es lange nach einem Erfolg für die Mannschaft von Kovac aus. Carney Chukwuemeka brachte den BVB in der 64. Minute in Führung, doch dann rettete Ransford-Yeboah Königsdörffer dem Aufsteiger noch einen Punkt.
"Wir müssen uns einen Vorwurf gefallen lassen. Wir haben nach dem 1:0 aufgehört, weiter Ballbesitz-Fußball zu spielen. Wir waren viel zu passiv und haben den HSV wieder stark gemacht", sagte Kehl. Vor allem, "was die Anzahl der Torchancen betrifft", wolle man sich entwickeln, betonte der 45-Jährige. "Da wollen wir nicht so weitermachen wie heute."
BVB hat tabellarisch keinen Boden verloren
Dortmunds Probleme in der Schlussphase sind kein Einzelfall. Bereits am ersten Bundesliga-Spieltag ließ das Team beim FC St. Pauli eine 3:1-Führung in den letzten fünf Minuten noch kippen und kassierte zwei späte Gegentore. Auch in der Champions League gegen Juventus Turin wiederholte sich das Muster: Innerhalb kürzester Zeit verspielte der BVB eine 4:2-Führung.
Dank des 2:2-Unentschiedens des FC Bayern gegen Union Berlin und der 1:3-Niederlage von Leipzig gegen die TSG Hoffenheim hat Dortmund keine Punkte auf die beiden Konkurrenten verloren. Der BVB bleibt Dritter in der Bundesliga - sieben Punkte hinter dem FC Bayern und nur einen Zähler hinter Leipzig.
BVB, Spielplan: Die nächsten Spiele von Borussia Dortmund
- 22. November, 15.30 Uhr: BVB - VfB Stuttgart (Bundesliga)
- 25. November, 21 Uhr: BVB - FC Villarreal (Champions League)
- 29. November, 18.30 Uhr: Bayer Leverkusen - BVB (Bundesliga)



