"Das hätten wir uns sparen können", resümierte Sportvorstand Max Eberl - und wünschte sich statt Joshua Kimmich in dieser Situation Max Eberl auf dem Platz. Einen technisch womöglich etwas beschränkten Spieler, der das hehre Münchner Selbstverständnis über den Haufen geworfen und den Ball blind nach vorne geschlagen hätte. "Ich weiß, das war eher mein Spiel", sagte der ehemalige Verteidiger also. "Aber dann heißt es irgendwann, wenn die Gefahr zu groß wird, auch mal löschen. Dann musst du dich gar nicht in die Not bringen. Ich weiß, man will viel spielerisch lösen, aber das ist dann ein Stück weit zu viel."
Joshua Kimmich selbst hatte eine etwas differenziertere Meinung zu der Thematik. Ob es denn wie von Eberl gefordert Sinn ergeben würde, in so einer Situation lieber blindlings zu löschen? "Generell ja", sagte Kimmich zwar. Nur um sofort zu einem ausführlichen Aber auszuholen und auf die Risiken und Nebenwirkungen hinzuweisen.
"Auf der anderen Seite ist es unsere Spielweise, dass wir spielen wollen, dass wir auch, wenn wir Druck haben, versuchen, die spielerische Lösung zu finden." Würde zu oft blindlings gelöscht werden, hätte das grundsätzliche Konsequenzen, wie dem FC Bayern begegnet wird. "Dann werden die Gegner mehr und mehr pressen", erklärte Kimmich. "Wenn sie merken, wir finden die Lösungen nicht und wir spielen nur die Bälle lang, dann ist es einfacher, gegen uns zu spielen. Dementsprechend sollten wir schon diese DNA beibehalten."