Niklas Süle NeuGetty

"Haben uns das im Hinspiel verbockt": Niklas Süle gibt nach BVB-Aus gegen Barcelona ein bemerkenswertes Interview

Nach dem bitteren Aus im Viertelfinale der Champions League hat Niklas Süle großes Lob an seine Mitspieler beim BVB verteilt. Gleichzeitigt haderte der Innenverteidiger mit den zwei Gesichtern von Borussia Dortmund und äußerte auch Selbstkritik.

  • WAS WURDE GESAGT?

    "Ich glaube wir sind uns einig, dass wir uns das im Hinspiel verbockt haben. Es waren am Ende ein oder zwei Tore zu viel. Die Leistung war zu schlecht in Barcelona", erklärte Süle nach dem 3:1-Sieg gegen den FC Barcelona am Amazon-Prime-Mikrofon. "Heute hingegen muss ich sagen: Ich habe noch nicht so viele Spiele für Borussia Dortmund gemacht, wo wir so füreinander eingestanden sind und so gekämpft haben. Ich denke, man hat von der ersten Minute an gesehen, dass wir dran glauben."

    Er sei "mega stolz" auf die Leistung seiner Teamkollegen. Dennoch müsse sich der BVB die Frage stellen, "warum wir das in der Bundesliga nicht hinbekommen. Die Frage müssen wir uns jetzt Freitag, Samstag, Sonntag, wenn es gegen Gladbach geht, stellen und dann hoffentlich eine ähnliche Leistung zeigen."

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  • WIE GING ES WEITER?

    Süle selbst könne es sich nicht erklären. "Die stellen sich viele schon einige Jahre. Ich glaube, wir besitzen unglaublich viel Qualität. Das steht außer Frage. Aber dieser unbändige Wille, den wir heute hatten. Wie wir den Gegner angelaufen sind und so eine Mannschaft wie Barcelona, die zu den besten der Welt gehört, unter Probleme gesetzt haben, dass die lange Bälle geschlagen haben. Diesen Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen", so der 29-Jährige.

  • Niklas SüleImago

    WAS IST DER HINTERGRUND?

    Dass es bei den Schwarzgelben in den vergangenen Jahren häufig hin und her ging, läge auch an den vielen Tiefen, die er selbst währenddessen durchlief. "Es gibt immer Phasen – ich hatte da schon einige in meiner Karriere –, wo man sich ein bisschen durchbeißen muss", meinte Süle, der nicht mit persönlicher Kritik sparte: "Ich bin ein Typ, der weiß, was er noch kann. Das habe ich in den letzten Jahren auch für Borussia Dortmund oft genug gezeigt. Natürlich nicht immer, ich habe auch genügend Fehler gemacht, die ich eingesehen habe und viel an mir gearbeitet habe."

    Für die restliche Saison gehe es nun darum, noch irgendwie auf den Champions-League-Zug aufzuspringen. Dafür bleiben den Dortmundern noch fünf Spieltage, der Rückstand auf Platz vier beträgt sechs Zähler.

    Süle ist sich aber sicher: "Wenn man die Tabelle anschaut, und die lügt bekanntlich nicht, dann haben wir noch einiges an Arbeit vor uns. Wenn wir alle fünf restliche Spiele gewinnen, dann ist die Chance hoch, dass wir auch nächstes Jahr Champions League spielen."

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