KimmichIMAGO / Beautiful Sports

Grundsatzdebatte beim FC Bayern nach "Harakiri"-Aktion: Joshua Kimmich erlebt im neuen Jahr eine Formkrise

Erst spielte Joshua Kimmich einen viel zu riskanten Querpass durch den eigenen Strafraum. Dann ging Min-Jae Kim dem Ball nicht entgegen und ließ den Torschützen Arnaud Kalimuendo gewähren. Aus diesen beiden offensichtlichen Fehlern resultierte am Samstag Eintracht Frankfurts spätes Anschlusstor zum 2:3. So wurde es noch einmal hochspannend, aber letztlich rettete der FC Bayern den Sieg ins Ziel.

  • Kimmich löst mit "Harakiri"-Aktion eine Grundsatzdebatte beim FC Bayern aus

    Sportvorstand Max Eberl sprach Kim anschließend durchaus überraschend von jeglicher Schuld frei. "Mit dem Tor hat Min-Jae nichts zu tun", betonte Eberl. Verantwortlich dafür sei nach Ansicht des Münchner Sportvorstands einzig und allein Kimmich, der Kim mit seiner "Harakiri"-Aktion unnötig in die Bredouille gebracht habe.

    Im Zuge dessen entbrannte beim FC Bayern eine Grundsatzdebatte: Was tun in derartigen Situationen? Kimmich schwört auch unter großem Druck auf spielerische Lösungen, ansonsten ginge irgendwann die Münchner "DNA" verloren und die Gegner könnten sich besser auf den FC Bayern einstellen. Eberl befand: "Wenn die Gefahr zu groß wird, heißt es irgendwann auch mal löschen."

    Ganz unabhängig davon passt sein zweifellos zu riskantes Zuspiel ins Bild, das Kimmich aktuell abgibt. Nach einer überragenden Hinrunde baute der 31-jährige Münchner Chefstratege seit seiner ausgedehnten Winterpause ab. Wegen Sprunggelenksproblemen verpasste Kimmich das letzte Spiel des alten und die ersten beiden Spiele des neuen Jahres, anschließend wurde er zweimal nur eingewechselt - beim 5:1 gegen RB Leipzig hatte er immerhin noch Anteil an der beeindruckenden Wende nach der Pause. Seitdem aber fand Kimmich nicht zurück zu alter Stärke: Aktuell leistet er sich zu viele Fehler und ist zudem nicht mehr so präsent wie zuvor.

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  • SV Werder Bremen v FC Bayern München - BundesligaGetty Images Sport

    Kimmich patzte beim FC Bayern schon mehrfach

    Das Frankfurter 2:3 war schon das dritte Gegentor seit der Winterpause, an dem Kimmich seinen Anteil hatte - die ersten beiden führten letztlich sogar zu Punktverlusten. Gegen den FC Augsburg verhinderte Kimmich beim Stand von 1:1 Dimitrios Giannoulis Hereingabe nicht. In der Mitte schob Han-Noah Massengo ein, die erste Pleite dieser Bundesliga-Saison war perfekt. Eine Woche später verschuldete Kimmich beim 2:2 gegen den Hamburger SV mit seinem unglücklichen Einsteigen gegen Nicolai Remberg den Elfmeter, den Fabio Vieira zum zwischenzeitlichen 1:0 für den HSV verwandelte.

    Auch beim 3:0 gegen Werder Bremen vorletztes Wochenende leistete sich Kimmich einen Schnitzer, als er den Ball Mitte der zweiten Halbzeit links hinten leichtfertig an Marco Grüll verschenkte. Die daraus resultierende Topchance von Romano Schmid vereitelte Keeper Jonas Urbig mit einer guten Paraden. Gegen Bremen verzeichnete Kimmich insgesamt 21 Ballverluste und damit mehr als in jedem anderen Spiel dieser Saison. Sein Schnitt liegt bei rund elf Ballverlusten pro 90 Minuten.

  • FC Bayern München v R. Union Saint-Gilloise - UEFA Champions League 2025/26 League Phase MD7Getty Images Sport

    Kimmich beim FC Bayern in allen relevanten Statistiken 2026 schlechter

    Zu dieser Fehler-Häufung kommt eine nachlassende Präsenz im Ballbesitz. Bis zur Winterpause sammelte Kimmich in der Bundesliga pro 90 Minuten im Schnitt 125 Ballaktionen, seitdem sind es nur noch 104. Sein Höchstwert aus der Hinrunde waren 185 Ballaktionen gegen den FSV Mainz 05 Mitte Dezember, ausgerechnet beim letzten Spiel vor seiner Verletzungspause.

    Am Samstag gegen Frankfurt kam Kimmich lediglich auf 71 Ballaktionen, nur der vierthöchste Wert auf Seiten des FC Bayern. Neben den beiden Innenverteidigern Dayot Upamecano und Min-Jae Kim war auch Michael Olise öfter am Ball - und zwar 89-mal, ein sensationeller Wert für einen Offensivspieler.

    Gegen Frankfurt verzeichnete Kimmich mit seinem Pass auf Harry Kane vor dessen Distanzschuss zum zwischenzeitlichen 3:0 immerhin mal wieder einen (in diesem Fall ziemlich einfachen) Assist. Insgesamt sorgt er seit der Winterpause aber für weniger Gefahr. Davor sammelte Kimmich wettbewerbsübergreifend einen Treffer sowie sieben Assists und somit einen Scorerpunkt alle 242 Minuten. Seitdem sind es zwei Assists, also einer pro 345 Minuten.

    Zurückgegangen ist 2026 auch Kimmichs Zweikampfquote: von rund 58 auf 51 Prozent. Gegen Frankfurt lag sie gar nur bei 33 Prozent. Immerhin blieb er dabei fair, leistete sich kein Foul und somit auch keine Gelbe Karte. Kimmich hält in der Bundesliga aktuell bei vier Verwarnungen, eine weitere hätte eine Sperre für das Topspiel gegen Borussia Dortmund am kommenden Samstag nach sich gezogen. Bei Trainer Vincent Kompany dürfte deshalb große Erleichterung herrschen, ungeachtet der Formdelle ist Kimmich weiterhin sein unumstrittener Chefstratege - und in Abwesenheit des verletzten Manuel Neuer auch Kapitän.

  • Die nächsten Spiele des FC Bayern München

    • Samstag, 28. Februar: Borussia Dortmund- FC Bayern (Bundesliga) 
    • Freitag, 6. März: FC Bayern - Borussia Mönchengladbach (Bundesliga) 
    • Dienstag/Mittwoch, 10./11. März: BVB/Atalanta/Olympiakos/Leverkusen - FC Bayern (Champions League)

Häufig gestellte Fragen

Der FC Bayern München wurde am 27. Februar 1900 im Schwabinger Café Gisela gegründet. Gründungsmitglieder waren elf junge Männer, angeführt vom späteren ersten Präsidenten Franz John. Die Gründung bedeutete die Abspaltung vom MTV München.

An der FC Bayern München AG, die sich insbesondere um die Fußballabteilung kümmert, hält der eigetragene Verein (eV) des FC Bayern München, also die rund 400.000 Mitglieder, mit 75 Prozent den Hauptanteil. Die restlichen 25 Prozent halten die Adidas AG, die Allianz SE und die Audi AG zu gleichen Anteilen (je 8,33 Prozent).

Das Stadion des FC Bayern München befindet sich im Norden der bayerischen Landeshauptstadt (Schwabing-Freimann) und trägt den Namen Allianz Arena.

Das Stadion des FC Bayern München, die Allianz Arena, bietet bei nationalen Spielen 75.024 Plätze, bei internationalen Ansetzungen 70.000.

Der FC Bayern München hat in seiner langen Historie eine Vielzahl von nationalen und internationalen Titeln gewonnen. Darunter zählen:

  • 33-mal deutscher Meister (22/23, 21/22, 20/21, 19/20, 18/19, 17/18, 16/17, 15/16, 14/15, 13/14, 12/13, 09/10, 07/08, 05/06, 04/05, 02/03, 00/01, 99/00, 98/99, 96/97, 93/94, 89/90, 88/89, 86/87, 85/86, 84/85, 80/81, 79/80, 73/74, 72/73, 71/72, 68/69, 31/32)
  • 20-mal DFB-Pokal Sieger (19/20, 18/19, 15/16, 13/14, 12/13 , 09/10, 07/08, 05/06, 04/05, 02/03, 99/00, 97/98, 85/86, 83/84, 81/82, 70/71, 68/69, 66/67, 65/66, 56/57)
  • 3-mal Champions League Sieger (19/20, 12/13, 00/01)
  • 3-mal Europapokal der Landesmeister Sieger (75/76, 74/75, 73/74)
  • 2-mal FIFA Klub-WM Sieger (20/21, 13/14)
  • 2-mal Weltpokal Sieger (2001 , 1976)
  • 2-mal UEFA Supercup Sieger (20/21, 13/14)
  • 1-mal UEFA Cup Sieger (95/96)
  • 1-mal Europapokal der Pokalsieger Sieger (66/67)
  • 10-mal deutscher Superpokalsieger (22/23, 21/22, 20/21, 18/19, 17/18, 16/17, 12/13, 10/11, 90/91, 87/88)
  • 6-mal deutscher Ligapokalsieger (07/08, 04/05, 00/01, 99/00, 98/99, 97/98)
  • 1-mal süddeutscher Pokalsieger (56/57)

Der FC Bayern München hat 33-mal die deutsche Meisterschaft gewonnen.

Aktuell hält Thomas Müller den Rekord für die meisten Einsätze für den FC Bayern München. Müller absolvierte bislang 746 Pflichtspiele für den FCB.

Die meisten Tore für den FC Bayern München hat Gerd Müller geschossen. Die mittlerweile verdorbene Vereinslegende traf 570-mal im Dress des deutschen Rekordmeisters. Dafür brauchte er 613 Spiele.

Für den FC Bayern München spielten eine Vielzahl an legendären Fußballern. Folgende Spieler trugen allesamt das Trikot des FCB:

Oliver Kahn, Sepp Maier, Manuel Neuer, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Klaus Augenthaler, Philipp Lahm, David Alaba, Bixente Lizarazu, Lúcio, Georg "Katsche" Schwarzenbeck, Stefan Effenberg, Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger, Lothar Matthäus, Franz "Bulle" Roth, Joshua Kimmich, Xabi Alonso, Franck Ribéry, Arjen Robben, Jamal Musiala, Mehmet Scholl, Uli Hoeneß, Gerd Müller, Karl-Heinz Rummenigge, Giovane Élber, Robert Lewandowski, Thomas Müller und Claudio Pizarro.

Beim FC Bayern München standen in der Geschichte viele berühmte und erfolgreiche Trainer an der Seitenlinie. Dazu gehören:

Zlatko "Tschik" Cajkovski, Udo Lattek, Dettmar Cramer, Jupp Heynckes, Erich Ribbeck, Franz Beckenbauer, Giovanni Trapattoni, Otto Rehhagel, Ottmar Hitzfeld, Felix Magath, Jürgen Klinsmann, Louis van Gaal, Pep Guardiola, Carlo Ancelotti, Hansi Flick und Thomas Tuchel.

Der Spitzname des FC Bayern München nimmt Bezug auf die Vereinsfarben. So werden die Spieler des deutschen Rekordmeisters meist nur "die Roten" genannt.

Darüber hinaus ist auch der Begriff "FC Hollywood" gebräuchlich, welchen der ehemalige Trainer Giovanni Trapattoni prägte. Der Spitzname bezieht sich auf eine turbulente Zeit des Vereins während der 90er-Jahre, als es zwischen einigen hochrangigen Spielern und Funktionären des Klubs zu Auseinandersetzungen kam - ähnlich wie in einer täglichen Seifenoper.

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