FBL-GER-BUNDESLIGA-BAYERN MUNICH-HOFFENHEIMAFP

"Für die 75.000 Menschen tut es mir leid": TSG Hoffenheim nach Niederlage beim FC Bayern stinksauer auf den Schiedsrichter

Der umstrittene Elfmeter, der zur Führung für den FC Bayern München führte, und die noch umstrittenere Rote Karte gegen TSG-Innenverteidiger Kevin Akpoguma, sorgten bei den unterlegenen Hoffenheimern nach der 1:5-Niederlage am Sonntagabend für Unmut.

  • Elfmeter und Rote Karte sorgen für Ärger bei Hoffenheim: "Was soll ich dazu sagen?"

    "Was soll ich dazu sagen?", zuckte Mittelfeldspieler Grischa Prömel bei DAZN verzweifelt mit den Schultern, als ihm die entsprechende Szene noch einmal am Bildschirm gezeigt wurde. Er deutete an, dass er sich von Schiedsrichter Tobias Stieler besonders bei der Entscheidung, Akpoguma mit Rot vom Platz zu stellen, mehr Fingerspitzengefühl gewünscht hätte: "Man kann es so oder so auslegen - aber wenn man es in der 17. Minute mit Rot gegen uns entscheidet, dann wird es schwer in München. Ich weiß, dass es für die Schiedsrichter schwierig ist, Woche für Woche in solch kniffligen Situationen entscheiden zu müssen. Ich will nicht in deren Haut stecken."

    Nach einem Zweikampf zwischen Akpoguma und Bayerns Luis Diaz im Hoffenheimer Strafraum nach gut einer Viertelstunde, bei dem der Kolumbianer zu Boden ging, hatte Stieler auf den Punkt gezeigt. Eine harte 50:50-Entscheidung, die letztlich aber vertretbar war. Da Akpoguma mit seinem leichten Halten auch eine klare Torchance für den FCB verhinderte, stellte der Unparteiische den TSG-Verteidiger zudem mit Rot vom Platz. Eine nach den Regeln zwar konsequente, aber noch härtere Entscheidung, bei der Stieler Akpoguma mit etwas Fingerspitzengefühl auch mit Gelb hätte davon kommen lassen können - auch, um damit im Topspiel nicht allzu früh eine gefühlte Vorentscheidung herbeizuführen.

    Auf Nachfrage des Reporters, ob sich Stieler die Szene zumindest noch einmal am VAR-Monitor hätte anschauen sollen, entgegnete Prömel: "Ja, natürlich. Aber ich bin das Thema Videoschiedsrichter auch ein bisschen leid. Klar, wenn es so eine Aktion ist, kann man es sich schon noch einmal anschauen. Der Akpo (Kevin Akpoguma, d. Red.) ist auch nicht in einem kontrollierten Zustand, liegt halb in der Luft und wird auch noch ein bisschen gezogen. Es tut weh, weil es am Ende dann eben so ein Spiel entscheidet."

  • Werbung
  • FC Bayern München v TSG Hoffenheim - BundesligaGetty Images Sport

    Hoffenheim-Trainer Ilzer nach Niederlage beim FC Bayern stinksauer auf den Schiedsrichter

    Harry Kane verwandelte den Elfmeter in der 20. Minute zu Bayerns Führung, nachdem der Tabellendritte aus dem Kraichgau in der Anfangsphase gut mitgespielt hatte. Auch in Unterzahl wehrte sich die TSG erfolgreich gegen den Spitzenreiter, sorgte für ein offenes Spiel und kam nach einigen ausgelassenen Torchancen in der 35. Minute durch Andrej Kramaric zum verdienten Ausgleich.

    Ein Münchener Doppelschlag durch Kane - wiederum per Elfmeter - und Diaz kurz vor der Pause sorgte dann jedoch für eine Vorentscheidung, in Hälfte zwei legte Diaz später noch zwei weitere Treffer nach, die das Ergebnis auf 5:1 in die Höhe schraubten. Auch Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann zeigte sich derweil verärgert über Stielers Entscheidung für Elfmeter und Rot gegen Akpoguma: "Bringt ja nix", sagte er zunächst süffisant, als er bei DAZN gefragt wurde, ob er sich die Szene anschauen wolle. "Puh. Also das ist zumindest so, dass er es sich nochmal anschauen darf", betonte der Nationalkeeper dann, als er die Bilder sehen konnte. Die Begründung, die Stieler ihm auf dem Platz gegeben hatte, konnte er nicht mehr nachvollziehen: "Er sagt zu mir, er (Akpoguma, d. Red.) zieht Diaz runter. Ich habe da jetzt keinen Arm gesehen - er schiebt ihn, okay. Aber dass er ihn so klar runter zieht, sehe ich jetzt nicht."

    Auch TSG-Trainer Christian Ilzer äußerte sich nach Schlusspfiff zu der viel diskutierten Szene. Was er mit Stieler persönlich besprach, bleibe zwar zwischen ihm und dem Schiedsrichter, betonte der Österreicher -wurde dann aber sehr deutlich: "Das war eine klare Fehlentscheidung", warf er dem Unparteiischen vor, das Spiel beeinflusst zu haben. "Niemals" sei eine Rote Karte gegen Akpoguma gerechtfertigt gewesen. "Da brauchen wir nicht diskutieren, das hat ja jeder gesehen. 75.000 Menschen haben sich auf ein Topspiel hier gefreut, für die tut es mir ein bisschen leid, dass es dieses Unterzahlspiel geworden ist." Die TSG gehe trotz der Niederlage "mit breiter Brust" aus der Partie. "Wir haben echt coole Dinge mitnehmen können."

  • Nach FC Bayern vs. TSG Hoffenheim: Schiedsrichter Stieler stellt sich den Fragen

    Auch Schiedsrichter Stieler selbst stellte sich derweil und erklärte, warum er auf Elfmeter und Rot entschieden hatte. "Zu Beginn des Zweikampfes findet ein ganz normales Positionsgerangel statt. Luis Diaz ist dann schneller, in der besseren Position und kann auf das Tor schießen oder quer spielen. Er kommt durch ein Haltevergehen des Hoffenheimers zu Fall, demzufolge Strafstoß und alternativlos die Rote Karte, weil es eben ein Haltevergehen war und keine fußballtypische Aktion", so der 44-Jährige bei DAZN, der auch seine Doppelbestrafung explizit rechtfertigte: Wenn Akpoguma "mit dem Fuß versucht hätte den Ball zu spielen und ihn dann trifft, wird reduziert. Aber in dem Fall nicht möglich", sagte Stieler.

    Es habe zwar Kontakt zu VAR Matthias Jöllenbeck gegeben, "aber das ist auf keinen Fall eine Szene für den Video-Assistenten", erklärte der Schiedsrichter weiter und ließ sich dann noch zu einer kleinen Spitze gegen TSG-Coach Ilzer hinreißen: "Die Frage, die mir weder der Hoffenheimer Trainer noch du (Reporter, d. Red.) beantworten kann: Warum sollte sich Luis Diaz mit Ball am Fuß frei vor dem Hoffenheimer Tor einfach fallen lassen? Er schießt ja noch nicht mal Elfmeter und er will Tore schießen. Er kann aufs Tor schießen, er kann den Ball quer spielen auf Kane, der frei ist ... warum soll er das machen?"

    Akpoguma habe derweil laut Stieler die Elfmeterentscheidung nicht angezweifelt, sondern nur die Rote Karte infrage gestellt. "Schau dir die Reaktion des Hoffenheimer Spielers nach dem Elfmeterpfiff an, er wusste genau, dass es ein Foul war. Das Einzige, was wir noch kurz besprochen haben, war die Rote Karte. Deswegen ist das definitiv nichts für den VAR", so der Unparteiische.

  • FC Bayern München v TSG Hoffenheim - BundesligaGetty Images Sport

    Die Top-4 der Bundesliga-Tabelle

    • Platz 1: FC Bayern München (54 Punkte)
    • Platz 2: Borussia Dortmund (48 Punkte)
    • Platz 3: TSG Hoffenheim (42 Punkte)
    • Platz 4: RB Leipzig (39 Punkte)

Häufig gestellte Fragen

Der FC Bayern München wurde am 27. Februar 1900 im Schwabinger Café Gisela gegründet. Gründungsmitglieder waren elf junge Männer, angeführt vom späteren ersten Präsidenten Franz John. Die Gründung bedeutete die Abspaltung vom MTV München.

An der FC Bayern München AG, die sich insbesondere um die Fußballabteilung kümmert, hält der eigetragene Verein (eV) des FC Bayern München, also die rund 400.000 Mitglieder, mit 75 Prozent den Hauptanteil. Die restlichen 25 Prozent halten die Adidas AG, die Allianz SE und die Audi AG zu gleichen Anteilen (je 8,33 Prozent).

Das Stadion des FC Bayern München befindet sich im Norden der bayerischen Landeshauptstadt (Schwabing-Freimann) und trägt den Namen Allianz Arena.

Das Stadion des FC Bayern München, die Allianz Arena, bietet bei nationalen Spielen 75.024 Plätze, bei internationalen Ansetzungen 70.000.

Der FC Bayern München hat in seiner langen Historie eine Vielzahl von nationalen und internationalen Titeln gewonnen. Darunter zählen:

  • 33-mal deutscher Meister (22/23, 21/22, 20/21, 19/20, 18/19, 17/18, 16/17, 15/16, 14/15, 13/14, 12/13, 09/10, 07/08, 05/06, 04/05, 02/03, 00/01, 99/00, 98/99, 96/97, 93/94, 89/90, 88/89, 86/87, 85/86, 84/85, 80/81, 79/80, 73/74, 72/73, 71/72, 68/69, 31/32)
  • 20-mal DFB-Pokal Sieger (19/20, 18/19, 15/16, 13/14, 12/13 , 09/10, 07/08, 05/06, 04/05, 02/03, 99/00, 97/98, 85/86, 83/84, 81/82, 70/71, 68/69, 66/67, 65/66, 56/57)
  • 3-mal Champions League Sieger (19/20, 12/13, 00/01)
  • 3-mal Europapokal der Landesmeister Sieger (75/76, 74/75, 73/74)
  • 2-mal FIFA Klub-WM Sieger (20/21, 13/14)
  • 2-mal Weltpokal Sieger (2001 , 1976)
  • 2-mal UEFA Supercup Sieger (20/21, 13/14)
  • 1-mal UEFA Cup Sieger (95/96)
  • 1-mal Europapokal der Pokalsieger Sieger (66/67)
  • 10-mal deutscher Superpokalsieger (22/23, 21/22, 20/21, 18/19, 17/18, 16/17, 12/13, 10/11, 90/91, 87/88)
  • 6-mal deutscher Ligapokalsieger (07/08, 04/05, 00/01, 99/00, 98/99, 97/98)
  • 1-mal süddeutscher Pokalsieger (56/57)

Der FC Bayern München hat 33-mal die deutsche Meisterschaft gewonnen.

Aktuell hält Thomas Müller den Rekord für die meisten Einsätze für den FC Bayern München. Müller absolvierte bislang 746 Pflichtspiele für den FCB.

Die meisten Tore für den FC Bayern München hat Gerd Müller geschossen. Die mittlerweile verdorbene Vereinslegende traf 570-mal im Dress des deutschen Rekordmeisters. Dafür brauchte er 613 Spiele.

Für den FC Bayern München spielten eine Vielzahl an legendären Fußballern. Folgende Spieler trugen allesamt das Trikot des FCB:

Oliver Kahn, Sepp Maier, Manuel Neuer, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Klaus Augenthaler, Philipp Lahm, David Alaba, Bixente Lizarazu, Lúcio, Georg "Katsche" Schwarzenbeck, Stefan Effenberg, Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger, Lothar Matthäus, Franz "Bulle" Roth, Joshua Kimmich, Xabi Alonso, Franck Ribéry, Arjen Robben, Jamal Musiala, Mehmet Scholl, Uli Hoeneß, Gerd Müller, Karl-Heinz Rummenigge, Giovane Élber, Robert Lewandowski, Thomas Müller und Claudio Pizarro.

Beim FC Bayern München standen in der Geschichte viele berühmte und erfolgreiche Trainer an der Seitenlinie. Dazu gehören:

Zlatko "Tschik" Cajkovski, Udo Lattek, Dettmar Cramer, Jupp Heynckes, Erich Ribbeck, Franz Beckenbauer, Giovanni Trapattoni, Otto Rehhagel, Ottmar Hitzfeld, Felix Magath, Jürgen Klinsmann, Louis van Gaal, Pep Guardiola, Carlo Ancelotti, Hansi Flick und Thomas Tuchel.

Der Spitzname des FC Bayern München nimmt Bezug auf die Vereinsfarben. So werden die Spieler des deutschen Rekordmeisters meist nur "die Roten" genannt.

Darüber hinaus ist auch der Begriff "FC Hollywood" gebräuchlich, welchen der ehemalige Trainer Giovanni Trapattoni prägte. Der Spitzname bezieht sich auf eine turbulente Zeit des Vereins während der 90er-Jahre, als es zwischen einigen hochrangigen Spielern und Funktionären des Klubs zu Auseinandersetzungen kam - ähnlich wie in einer täglichen Seifenoper.

0