Ein weiteres Beispiel für das neue Selbstvertrauen bei den Red Devils ist neben Sesko oder dem ebenfalls bestens aufgelegten Mbeumo auch Senne Lammens. Der belgische Torhüter, der zu Saisonbeginn von Royal Antwerpen verpflichtet worden war, ist mittlerweile der absolute Ruhepol im Kasten der Carrick-Elf. Auch gegen Everton hielt der 23-Jährige den Sieg fest. "Der Torwart war einfach brillant", musste Everton-Trainer David Moyes feststellen.
Durch seine Ruhe und Gelassenheit – besonders bei den mittlerweile für Schlussmänner so unangenehmen Standards – weckt er bereits Erinnerungen an Manchester-Legende Edwin van der Sar. "Ich möchte sie nicht miteinander vergleichen, weil ich denke, dass das Senne gegenüber nicht fair wäre. Aber es gibt definitiv Ähnlichkeiten", sagte Carrick und verglich sie doch.
Es stellt sich nun die Frage, wohin dieser deutliche Aufwärtstrend die Red Devils unter Carrick noch führen kann. Denn eine gute Phase über ein bis zwei Monate kann nicht darüber hinwegtäuschen, auf welchem Irrweg Manchester United sich während des vergangenen Jahrzehnts befunden hat.
In zwölf Jahren wurden elf Trainer verschlissen und allein in den vergangenen fünf Jahren bezahlte der Verein über eine Milliarde Euro für neue Spieler. TV-Experte Christoph Kramer nannte das Handeln des Vereins in diesem Zusammenhang zuletzt "einmalig schlecht". Mit Ole Gunnar Solskjaer hat es bereits einmal ein Ex-Spieler der Red Devils geschafft, als Interimstrainer zu überzeugen (acht Siege am Stück) – doch das Projekt scheiterte letztlich ebenfalls.
Sollte das Management mit Carrick, dessen Vertrag am Ende der Saison ausläuft, verlängern? Das dürften die nächsten Wochen zeigen, auch wenn seine Mannschaft im Jahr 2026 die bislang erfolgreichste der gesamten Premier League ist. Zunächst sollte der Verein daran interessiert sein, kleine Schritte zu gehen. Möglicherweise kann Sesko als Sinnbild des Aufwärtstrends den schweren Rucksack des schlechtesten Sommertransfers immer mehr ablegen. Und möglicherweise darf Frank Illet noch vor dem Sommer zum Hairstylisten. Er selbst ist sich sicher: "Die Frisur ist bald weg."