Ronaldo GravesenIMAGO / HochZwei

"Er war ein Witz!" Ronaldos schlechtester Mitspieler bei Real Madrid zog seine Teamkollegen über den Tisch und ist heute ein Poker-Millionär

Deutsche Fußball-Fans lernten Thomas Gravesen 1997 kennen, als der knallharte Mittelfeldmann von Vejle BK aus seiner dänischen Heimat zum Hamburger SV wechselte.

Drei Jahre später zog er weiter, machte sich beim FC Everton in der Premier League einen Namen. Dennoch überraschte es die allermeisten, als Gravesen im Januar 2005 ins Star-Ensemble von Real Madrid wechselte.

Aber immerhin absolvierte er an der Seite von Legenden wie Zinedine Zidane, Ronaldo, Luís Figo oder David Beckham in eineinhalb Jahren 49 Spiele für die Königlichen. In allzu guter Erinnerung ist er zumindest bei Ronaldo aber nicht geblieben - zumindest mit Blick auf die sportliche Darbietungen.

  • Gravesen "war sehr schlecht" bei Real Madrid und wohnte bei den Eltern auf dem Dachboden

    "Es gab einen bei Real Madrid, der ein Witz war. Gravesen", sagte Ronaldo im YouTube-Format seines Landsmannes Romario, gefragt nach dem schlechtesten Mitspieler, an den er sich erinnern könne. Das war ein dänischer Mittelfeldspieler. Ein wirklicher cooler, guter Mensch. Aber im Fußball war er sehr schlecht."

    Große Fußstapfen hinterließ Gravesen tatsächlich nie bei den Königlichen, doch für eine Profikarriere bei einem Klub, der ein bis zwei Nummern kleiner war, reichte es auch nach seiner Zeit in Madrid. Gravesen heuerte bei Celtic in Schottland an.

    Einer seiner Teamkollegen dort, Paul Caddis, erinnerte sich bei Under The Cosh unter anderem daran, dass Gravesen nicht unbedingt das luxuriöse Leben eines Fußballstars führte. Die Saisonpausen verbrachte der ehemalige dänische Nationalspieler stets zuhause in Dänemark, wohnte währenddessen bei seiner Mutter oder seinem Vater auf dem Dachboden.

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  • FBL-EUR2004-BUL-DENAFP

    Gravesen zog Celtics-Teamkollegen beim Billard über den Tisch: "Es war unglaublich!"

    "Dieser Dachboden war vielleicht so groß wie dieser Tisch hier", erklärte Caddis. "Und in diesem winzigen Zimmer saß er sechs Wochen lang nur an seiner PlayStation."

    Und das viele Üben zahlte sich aus, schließlich sei Gravesen bei einem Videospiel herausragend gewesen, führte Caddis aus. "Er war die Nummer eins bei Call of Duty", sagte er. "Ehrlich: Er war total verrückt. Aber auch ein brillanter Typ."

    Neben seiner exzessiven Vorliebe für die PlayStation konnte Gravesen auch mit Billard etwas anfangen. Dabei liebte es der heute 49-Jährige, seine Teamkollegen über den Tisch zu ziehen.

    "Er rief uns alle an den Billard-Tisch, all die jungen Spieler. '25 Pfund pro Mann', sagte er dann", erinnerte sich Caddis. "Er spielte nur, wenn es um Geld ging. Und wir wussten zunächst nicht, warum."

    Als jeder seinen Einsatz auf den Tisch gelegt hatte, wobei nicht selten insgesamt 250 Pfund zusammen kamen, verschwand Gravesen kurz. "Er lief die Treppen des Celtic Parks hinunter, wir schauten alle aus dem Fenster. Er öffnete seinen Kofferraum und holte dieses unglaubliche Billard-Queue heraus, unterschrieben von Ronnie O'Sullivan (englische Snooker-Legende, d. Red.)."

    Caddis und Co. konnten da mit ihren ganz gewöhnlichen Queues nicht mithalten. "Er hatte dagegen dieses glänzende Teil und hat damit alles abgeräumt, es war unglaublich. Er nahm einfach immer das Geld mit, er war ein verdammter Multi-Millionär."

  • THOMAS GRAVESEN REAL MADRIDIMAGO / HochZwei/GN

    Ex-Real-Profi Gravesen lebt heute in Las Vegas und ist Poker-Star

    Bei all den Gewinnen wäre Gravesen vielleicht gerne länger bei Celtic geblieben als nur ein Jahr. 2007 kehrte er per Leihe zu Everton zurück, spielte dort noch eine Saison und hängte 2008 mit 32 Jahren seine Fußballschuhe an den Nagel. An Geschichten über seine Karriere mangelt es seither allerdings nicht, obwohl sich Gravesen mittlerweile nahezu vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat.

    Was man weiß, ist, dass er sein verdientes Geld klug angelegt hat und mittlerweile über ein kleines Vermögen verfügen soll, das ihm ein ruhiges Leben in Las Vegas in einer Nachbarschaft mit Andre Agassi, Steffi Graf oder Nicholas Cage ermöglicht.

    Las Vegas als Lebensmittelpunkt hat jedoch wohl einen Hintergrund. Berichten zufolge gehört er dort regelmäßig zu High-Roller-Spielern beim Pokern und hat dort schon hohe zweistellige Millionen gewonnen

  • Thomas Gravesen: Statistiken in der Karriere

    • Everton: 167 Spiele, 12 Tore, 14 Vorlagen
    • Hamburger SV: 83 Spiele, 6 Tore, 5 Vorlagen
    • Real Madrid: 49 Spiele, 1 Tor
    • Celtic: 30 Spiele, 6 Tore
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