Die Aufsichtsratsrolle von Dieter Reiter beim FC Bayern München sorgt in München weiter für politischen Zoff. Nach der jüngsten Stadtratssitzung spitzt sich die Debatte erneut zu.
Getty Images Sport"Er hat alle belogen": Heftiger Streit um speziellen Chefposten beim FC Bayern München
Besonders nach einer Sitzung des Münchner Stadtrats am Mittwoch verschärfte sich die Debatte deutlich. Auslöser waren zwei kurzfristig eingebrachte Anträge der Oppositionsfraktionen von Die Linke und der Ökologisch-Demokratische Partei. Sie wollten den Oberbürgermeister dazu verpflichten, detailliert über seine Tätigkeit beim Rekordmeister zu informieren, etwa über Aufgabenbereich, zeitlichen Aufwand, mögliche Bezahlung sowie potenzielle Interessenkonflikte.
Eine Mehrheit im Stadtrat lehnte es jedoch ab, die Anträge als dringlich zu behandeln. Reiter erklärte daraufhin, dass er sich erst in einer der kommenden Vollversammlungen am 25. März oder 29. April ausführlich äußern wolle. Zunächst müsse er dafür noch Informationen vom Verein einholen.
Getty Images SportScharfer Widerspruch für Reiter aus der Opposition
Im Zentrum der Diskussion steht auch die Frage, ob seine Tätigkeit beim FC Bayern über der Grenze von 10.000 Euro pro Jahr liegt, die für Nebeneinkünfte von Beamten ohne besondere Genehmigung gilt. "Ich kann gar nicht sagen, ob und in welcher Höhe es eine Aufsichtsrats-Entschädigung gibt", betonte der SPD-Politiker und bezeichnete die Kritik als "Sammelsurium von Versuchen, um einen Skandal herzustellen". Laut Bild erhält soll Reiter einen niedrigen fünfstelligen Betrag als Aufwandsentschädigung.
Aus der Opposition kam scharfer Widerspruch. Tobias Ruff, Fraktionschef der ÖDP im Münchner Stadtrat, erhob schwere Vorwürfe: "Er hat heute alle belogen." Auch der Vorsitzende der Linken-Fraktion, Stefan Jagel, äußerte sich kritisch und erklärte in einer Mitteilung: "Reiter verweigert weitere Aufklärung seines Aufsichtsratsmandats."
Zuvor hatte Reiter angegeben, bislang lediglich "gegebenenfalls als Gast" an einer Sitzung des Kontrollgremiums teilgenommen zu haben. Später korrigierte er diese Darstellung, bestritt jedoch entschieden, bewusst falsche Angaben gemacht zu haben. Die Vorwürfe, er habe absichtlich die Unwahrheit gesagt, wies er "mit aller Schärfe" zurück.
Reiter übernahm Amt Anfang Februar
Der Oberbürgermeister hatte das Amt beim FC Bayern Anfang Februar übernommen. Am 6. Februar trat er als Nachfolger des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber den Vorsitz des Verwaltungsbeirats an - eine Funktion, die automatisch mit einem Sitz im Aufsichtsrat verbunden ist.
Der Klub bestätigte diesen Zusammenhang gegenüber der Süddeutschen Zeitung und erklärte: "Der Vorsitzende des Verwaltungsbeirats ist ein geborenes Mitglied des Aufsichtsrates, das von der Hauptversammlung der FC Bayern München AG bestätigt wird."
Zudem teilte der Verein mit: "Dieter Reiter ist von der Hauptversammlung der FC Bayern München AG als Mitglied des Aufsichtsrates bestätigt worden und hat an einer Aufsichtsratssitzung der FC Bayern München AG am 23. Februar 2026 teilgenommen."
Die nächsten Spiele des FC Bayern
- Freitag, 6. März, 20.30 Uhr: FC Bayern - Borussia Mönchengladbach (Bundesliga)
- Dienstag, 10. März, 21 Uhr: Atalanta - FC Bayern (Champions League)
- Samstag, 14. März, 15.30 Uhr: Bayer Leverkusen - FC Bayern (Bundesliga)

