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Er flehte um einen Wechsel! Ehemaliger deutscher Nationalspieler floh vor Felix Magaths Training

Der prominente Spielerberater Volker Struth hat eine amüsante Anekdote zu den bekanntlich mitunter eisenharten Trainingsmethoden von Felix Magath zum Besten gegeben. Hauptakteur dabei: der ehemalige deutsche Nationalspieler Sascha Riether.

  • Sascha Riether wollte unbedingt weg von Felix Magath

    Wie Struth im Bild-Podcast "Phrasenmäher" verriet, war Riether für die härtesten Sätze verantwortlich, die je einer seiner Spieler zu ihm sagte: "'Du liegst mit deinem dicken Arsch am Pool, während ich hier gerade den Hügel hoch- und runtergeschliffen werde!'", habe der frühere Rechtsverteidiger ihn angefaucht, "der damals unter Felix Magath in Wolfsburg trainiert hat und unbedingt wegwollte." Riethers flehende Bitte an Struth: "'Der schleift und schleift und schleift mich hier. Du musst mich hier rausholen'."

    Der Berater kam dem Wunsch seines Schützlings nach. Wenig später brachte er Riether beim 1. FC Köln unter, der im Sommer 2011 für den damals 28-Jährigen 2,8 Millionen Euro Ablöse an den VfL Wolfsburg überwies.

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    Sascha Riether entwickelte sich in Wolfsburg zum deutschen Nationalspieler

    Riether war 2007 vom SC Freiburg nach Wolfsburg gewechselt, als Magath seine Trainertätigkeit dort gerade begann. Obwohl er dessen Einheiten teilweise verfluchte, war Riether unter Magath meist Stammspieler und vor allem in der zweiten Saison unter "Quälix" sehr erfolgreich. 2008/09 war Riether schließlich einer der Eckpfeiler der Wolfsburger Mannschaft, die sensationell den ersten und weiterhin einzigen deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte erringen konnte.

    Und während sich Magath nach dem unerwarteten Triumph vorerst verabschiedete, setzte Riether seine starke Entwicklung weiter fort, debütierte im August 2010 beim 2:2 in einem Testspiel gegen Dänemark für Deutschlands A-Nationalmannschaft. Ein weiteres Länderspiel sollte hinzu kommen, als Riether beim 6:1 im EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan im September 2010 in der Startelf des damaligen Bundestrainers Joachim Löw stand. Einen Monat später wurde er dann aber bereits zum letzten Mal nominiert, ohne bei den beiden Partien im Oktober 2010 zum Einsatz zu kommen.

  • Sascha Riether beim FC Fulham: Als Retter kam ausgerechnet Felix Magath

    Mit Wolfsburg rutschte Riether in der Saison 2010/11 überraschend in den Abstiegskampf. Und als die Lage im März 2011 enorm bedrohlich wurde, holte der VfL Meistermacher Magath als Feuerwehrmann zurück - ein Schachzug, den Riether gegenüber Struth einige Monate später verfluchte, obwohl unter Magath gerade so der Klassenerhalt geglückt war.

    Riether landete derweil über Köln beim FC Fulham, bei dem er sich als Stammspieler in der Premier League etablierte. Was ihn nicht sonderlich gefreut haben dürfte: Als Fulham in der Saison 2013/14 in schwere Abstiegsnöte geriet, verpflichteten die Engländer als Retter ausgerechnet Magath. Die Mission misslang, Fulham stieg ab und Riether kehrte zum SC Freiburg zurück, wo er einst den Durchbruch zum Profi geschafft hatte. Wenig später verließ auch Magath das Craven Cottage, musste nach einem verheerenden Start in der zweiten Liga gehen.

    Riether beendete derweil nach einem weiteren Jahr in Freiburg und anschließend vier Spielzeiten beim FC Schalke 04 im Sommer 2019 seine Karriere. Danach arbeitete der heute 42-Jährige bis Februar 2021 als Koordinator Lizenzbereich für S04.

  • MagathGetty Images

    Sascha Riethers Stationen als Profi in der Übersicht

    • 2002 bis 2007 und 2014/15: SC Freiburg (172 Spiele)
    • 2007 bis 2011: VfL Wolfsburg (147 Spiele)
    • 2011/12: 1. FC Köln (35 Spiele)
    • 2012 bis 2014: FC Fulham (72 Spiele)
    • 2015 bis 2019: FC Schalke 04 (30 Spiele)
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