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So wenige Punkte wie seit über zehn Jahren nicht! Müssen beim FC Bayern München die Alarmglocken schrillen?

Wie schon eine Woche zuvor gegen den FC Augsburg schaffte es der FC Bayern München nicht, eine Führung in einen Sieg umzumünzen. Und so standen auch am Samstagabend in Hamburg am Ende überraschende Punktverluste des Tabellenführers zu Buche, die vielleicht sogar dafür sorgen könnten, dass das Titelrennen in der Bundesliga tatsächlich doch noch einmal spannend wird.

  • Wie gegen Augsburg war Bayern auch beim 2:2 gegen den HSV die überlegene Mannschaft - die in der bisherigen Saison zuvor in fast jedem Spiel zu beobachtende ganz klare Münchener Dominanz gab es aber in der zweiten Ligapartie am Stück nicht. Daraus einen für den FCB besorgniserregenden Trend abzuleiten, würde jedoch deutlich zu weit gehen.

    Bayern machte in Hamburg kein schlechtes Spiel. Von Bestleistung war man zwar ein Stück weit entfernt, aber der Rekordmeister trat insgesamt absolut ordentlich auf. Doch der HSV wuchs eben über sich hinaus und tat genau das, was grundsätzlich jeder Bundesligist mehr oder weniger tun muss, um gegen Bayern etwas holen zu können: Über seinen Verhältnissen spielen.

    Und ganz wichtig: Der HSV schaffte es, die Unkonzentriertheiten im Spiel der Bayern, die das Ergebnis zuweilen kaschiert, die jedoch völlig normal sind und auch in den Hochphasen unter Trainer Vincent Kompany vorkamen, effektiv auszunutzen. "Wir haben nie gesagt, dass die Bundesliga leicht ist. Es ist immer ein hartes Stück Arbeit, die Ergebnisse sahen eben leicht aus. Aber jedes Spiel an sich ist eine eigene Geschichte. Und jetzt ist es eben so, dass unsere Fehler bestraft werden", sagte Sportvorstand Max Eberl mit Blick auf die Mini-Ergebniskrise bei Sky.

    Ihm war bei der Bewertung vor allem wichtig, die enorm anstrengenden Wochen zu berücksichtigen, die hinter den Bayern liegen. "Wir haben einen sehr harten Monat Januar hinter uns, in dem wir in 20 Tagen sieben Spiele hatten. Das war extrem intensiv. Das ist gerade eine Phase, durch die wir durch müssen und der wir uns stellen müssen", betonte Eberl und ist froh: "Jetzt haben wir den Monat hinter uns, können eine Woche auch mal den Akku aufladen, vor allem im Kopf."

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  • Hamburger SV v FC Bayern München - BundesligaGetty Images Sport

    Der FC Bayern vermisst einen Spieler ganz besonders

    Bayern hatte auch in Hamburg genügend Torgelegenheiten, um letztlich doch noch drei Punkte mitzunehmen. Die ganz große Wucht, die aufgrund der enormen Qualität in der Offensive möglich wäre und die man in den vergangenen Monaten schon so häufig auf den Rasen gezaubert hat, blieb aber wie gegen Augsburg aus. Ein Grund dafür liegt sicher in der hohen Belastung, die auch am FCB nicht spurlos vorüber geht.

    Mehreren Akteuren ist die fehlende mentale Frische deutlich anzumerken. Lennart Karl ist ein Beispiel dafür, der seine Unbekümmertheit zuletzt nur noch vereinzelt in Glanzmomente ummünzen konnte. Bei dem Supertalent spürt man, dass ihm im Kopf nach den vielen Spielen auf höchstem Level derzeit ein paar Prozent des Schwungs fehlen, der ihn für den FCB so wertvoll machen kann.

    Mit Alphonso Davies war in Hamburg derweil auch ein Spieler mental nicht auf dem nötigen Level, der diese Saison noch gar nicht so viel gespielt hat. Bei dem Kanadier ist das Problem eher, dass er nach seiner langen Verletzungspause (Kreuzbandriss), aus der er erst im Dezember zurückkehrte, noch seinen Rhythmus sucht. Abgesehen von seiner spektakulären Klärungsaktion gegen Fabio Vieiras Abschluss eine Viertelstunde vor Spielende, mit der er eine Niederlage verhinderte, ließ Davies in puncto Handlungsschnelligkeit des Öfteren zu wünschen übrig. Ehe in wenigen Wochen die ganz heiße Saisonphase beginnt, muss der Linksverteidiger dringend wieder näher an seine Topform herankommen.

    Da auch Josip Stanisic zuletzt mit Kapselverletzung aussetzen musste, hatte Bayern in Hamburg zwei Außenverteidiger, die (noch) keinen Rhythmus hatten. Das machte es dem FCB speziell gegen die starken Außenbahnen des HSV immer wieder schwer und man merkte deutlich, wie sehr der Ausfall von Konrad Laimer die Bayern gerade schmerzt.

    Der Österreicher zog sich Mitte Januar einen Muskelfaserriss zu und muss seither zuschauen. Und während nicht immer auffällt, wie viel er dem Spiel der Bayern gibt, ist das umso mehr spürbar, wenn er fehlt. Laimer verleiht Stabilität und defensive Konsequenz, die gegen Augsburg und den HSV in entscheidenden Momenten nicht da war. Und er ist geistig stets derart auf der Höhe, dass er kleinere Unzulänglichkeiten bei Mitspielern ausbügeln kann. Genau dieser Spieler fehlte Bayern in Hamburg.

  • Bayern Munich Hamburg KaneGetty

    FC Bayern mit schlechtestem Rückrundenstart seit 2014/15

    So standen nach einem sehr intensiven Spiel wieder nicht drei Punkte auf der Habenseite, sondern nur einer. Von einer gefährlichen Entwicklung wollte aber auch Bayerns Coach Kompany hinterher nichts wissen: "Sie sind ganz schnell mit Trends", wiegelte er bei Sky eine entsprechende Nachfrage ab. "Ich habe noch keine Statistik gesehen, die nach zwei Spielen einen Trend hat. Ein Trend entscheidet sich über zehn Spiele. Trotzdem akzeptiere ich das: Wir haben heute nicht gewonnen, es ist Bayern München, dann machen wir, was wir immer machen, und reagieren auf dem Platz. Morgen ist es alles vorbei, dann geht es nur um das nächste Spiel."

    Fakt ist jedenfalls, dass Bayern aus den ersten drei Rückrundenspielen nur vier Punkte geholt hat. So wenige wie seit elf Jahren nicht mehr, zuletzt startete man in der Saison 2014/15 ebenfalls mit vier Zählern aus den ersten drei Partien in die Rückrunde. Seinerzeit war die Situation ähnlich wie jetzt, nach einer überaus dominanten Hinrunde verloren die damals von Pep Guardiola trainierten Bayern am 18. Spieltag beim VfL Wolfsburg mit 1:4 und kamen ein paar Tage später gegen den FC Schalke nicht über ein 1:1 hinaus.

    Auf Spannung hoffte die Bundesliga vergeblich – dass das diesmal anders wird, dafür könnte Borussia Dortmund sorgen. Gewinnt der BVB am Sonntag gegen Heidenheim, würde Bayerns Vorsprung auf den Verfolger auf sechs Punkte schmelzen. Ende Februar wartet dann das direkte Duell in Dortmund und schon am nächsten Wochenende kommt die TSG Hoffenheim nach München – mit fünf Punkten mehr als der FCB das bis dato beste Team der Rückrunde.

  • Die bisherige Rückrunde des FC Bayern München

    • Spieltag 18: RB Leipzig vs. FC Bayern 1:5 (1:0)
    • Spieltag 19: FC Bayern vs. FC Augsburg 1:2 (1:0)
    • Spieltag 20: Hamburger SV vs. FC Bayern 2:2 (1:1)

Häufig gestellte Fragen

Der FC Bayern München wurde am 27. Februar 1900 im Schwabinger Café Gisela gegründet. Gründungsmitglieder waren elf junge Männer, angeführt vom späteren ersten Präsidenten Franz John. Die Gründung bedeutete die Abspaltung vom MTV München.

An der FC Bayern München AG, die sich insbesondere um die Fußballabteilung kümmert, hält der eigetragene Verein (eV) des FC Bayern München, also die rund 400.000 Mitglieder, mit 75 Prozent den Hauptanteil. Die restlichen 25 Prozent halten die Adidas AG, die Allianz SE und die Audi AG zu gleichen Anteilen (je 8,33 Prozent).

Das Stadion des FC Bayern München befindet sich im Norden der bayerischen Landeshauptstadt (Schwabing-Freimann) und trägt den Namen Allianz Arena.

Das Stadion des FC Bayern München, die Allianz Arena, bietet bei nationalen Spielen 75.024 Plätze, bei internationalen Ansetzungen 70.000.

Der FC Bayern München hat in seiner langen Historie eine Vielzahl von nationalen und internationalen Titeln gewonnen. Darunter zählen:

  • 33-mal deutscher Meister (22/23, 21/22, 20/21, 19/20, 18/19, 17/18, 16/17, 15/16, 14/15, 13/14, 12/13, 09/10, 07/08, 05/06, 04/05, 02/03, 00/01, 99/00, 98/99, 96/97, 93/94, 89/90, 88/89, 86/87, 85/86, 84/85, 80/81, 79/80, 73/74, 72/73, 71/72, 68/69, 31/32)
  • 20-mal DFB-Pokal Sieger (19/20, 18/19, 15/16, 13/14, 12/13 , 09/10, 07/08, 05/06, 04/05, 02/03, 99/00, 97/98, 85/86, 83/84, 81/82, 70/71, 68/69, 66/67, 65/66, 56/57)
  • 3-mal Champions League Sieger (19/20, 12/13, 00/01)
  • 3-mal Europapokal der Landesmeister Sieger (75/76, 74/75, 73/74)
  • 2-mal FIFA Klub-WM Sieger (20/21, 13/14)
  • 2-mal Weltpokal Sieger (2001 , 1976)
  • 2-mal UEFA Supercup Sieger (20/21, 13/14)
  • 1-mal UEFA Cup Sieger (95/96)
  • 1-mal Europapokal der Pokalsieger Sieger (66/67)
  • 10-mal deutscher Superpokalsieger (22/23, 21/22, 20/21, 18/19, 17/18, 16/17, 12/13, 10/11, 90/91, 87/88)
  • 6-mal deutscher Ligapokalsieger (07/08, 04/05, 00/01, 99/00, 98/99, 97/98)
  • 1-mal süddeutscher Pokalsieger (56/57)

Der FC Bayern München hat 33-mal die deutsche Meisterschaft gewonnen.

Aktuell hält Thomas Müller den Rekord für die meisten Einsätze für den FC Bayern München. Müller absolvierte bislang 746 Pflichtspiele für den FCB.

Die meisten Tore für den FC Bayern München hat Gerd Müller geschossen. Die mittlerweile verdorbene Vereinslegende traf 570-mal im Dress des deutschen Rekordmeisters. Dafür brauchte er 613 Spiele.

Für den FC Bayern München spielten eine Vielzahl an legendären Fußballern. Folgende Spieler trugen allesamt das Trikot des FCB:

Oliver Kahn, Sepp Maier, Manuel Neuer, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Klaus Augenthaler, Philipp Lahm, David Alaba, Bixente Lizarazu, Lúcio, Georg "Katsche" Schwarzenbeck, Stefan Effenberg, Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger, Lothar Matthäus, Franz "Bulle" Roth, Joshua Kimmich, Xabi Alonso, Franck Ribéry, Arjen Robben, Jamal Musiala, Mehmet Scholl, Uli Hoeneß, Gerd Müller, Karl-Heinz Rummenigge, Giovane Élber, Robert Lewandowski, Thomas Müller und Claudio Pizarro.

Beim FC Bayern München standen in der Geschichte viele berühmte und erfolgreiche Trainer an der Seitenlinie. Dazu gehören:

Zlatko "Tschik" Cajkovski, Udo Lattek, Dettmar Cramer, Jupp Heynckes, Erich Ribbeck, Franz Beckenbauer, Giovanni Trapattoni, Otto Rehhagel, Ottmar Hitzfeld, Felix Magath, Jürgen Klinsmann, Louis van Gaal, Pep Guardiola, Carlo Ancelotti, Hansi Flick und Thomas Tuchel.

Der Spitzname des FC Bayern München nimmt Bezug auf die Vereinsfarben. So werden die Spieler des deutschen Rekordmeisters meist nur "die Roten" genannt.

Darüber hinaus ist auch der Begriff "FC Hollywood" gebräuchlich, welchen der ehemalige Trainer Giovanni Trapattoni prägte. Der Spitzname bezieht sich auf eine turbulente Zeit des Vereins während der 90er-Jahre, als es zwischen einigen hochrangigen Spielern und Funktionären des Klubs zu Auseinandersetzungen kam - ähnlich wie in einer täglichen Seifenoper.

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