"Der Ball ist geklärt, aber Pirlo ist da. Pirlo, immer noch Pirlo, Pirlo mit der Hacke, Schuss... Tor! TOOOOOR, Grosso! Grosso! Grosso! Unglaublich! Unglaublich! Wir führen und es ist noch eine Minute zu spielen. Tor von Grosso!"
Es ist fast 20 Jahre her, als der italienische Kommentator für Sky in der 119. Minute des Halbfinalspiels zwischen Italien und Deutschland vor lauter Freude komplett die Fassung verlor und ein ganzes Land gleich mit ihm. Bis heute ist die Live-Reportage so etwas wie der Soundtrack der Tifosi. Eine Reliquie des Triumphs über den WM-Erzrivalen aus Deutschland - und das auch noch in dessen Wohnzimmer.
Denn das Westfalenstadion war für die Deutschen eine uneinnehmbare Festung. Ein Symbol der eigenen Stärke. Bis dahin hatte keine Nation das Westfalenstadion für ein Länderspiel betreten und es Stunden später als Sieger wieder verlassen. Doch an diesem 4. Juli lief es anders.
Italien bestand die Prüfung in der Höhle des deutschen Löwen und das gegen ein komplett euphorisiertes und erfrischend stark aufspielendes DFB-Team. Begleitet wurde das Duell der Dauerrivalen von spöttischen Zeitungsüberschriften wie “Pizza Arrivederci” oder anderen Hänseleien. Doch diesmal hatte die Squadra Azzurra die letzten Lacher auf ihrer Seite. Und der Komiker, der die entscheidende Punchline kurz vor dem Ende eines epischen Thrillers mit Alu-Treffern durch Zambrotta und Gilardino und einer Glanztat von Buffon gegen Podolski setzte, hieß Fabio Grosso.
Diese Geschichte ist eine der Episode von Icons – dem GOAL-Podcast, der die vergangenen zehn Weltmeisterschaften anhand ihrer großen Momente, Charaktere und Kontroversen Revue passieren.



