Bayern Münchens Innenverteidiger Min-jae Kim hat seinen Unmut über den gegen ihn verhängten Platzverweis im Champions-League-Spiel gegen Union Saint-Gilloise (2:0) noch auf dem Rasen zum Ausdruck gebracht.
Getty Images SportDie Konsequenz ist für ihn persönlich sehr ärgerlich: Star von Bayern München ist nach Schiedsrichterentscheidung fassungslos
Bei Sieg des FC Bayern: Min-jae Kim sah harte, aber vertretbare Gelb-Rote Karte
Wie während der TV-Übertragung zu hören war, flehte Kim beim Verlassen des Platzes nach seiner Gelb-Roten Karte gegenüber dem Linienrichter: "Ich schwöre bei Gott, das ist nicht korrekt. Das ist kein Gelb, das ist kein Gelb", schimpfte der 29-Jährige. Zudem entschuldigte er sich auf dem Weg in die Kabine bei den Fans, die ihm aufmunternden Beifall spendeten.
Nachdem er in Hälfte eins zurecht Gelb gesehen hatte, als er in einem Zweikampf mit Saint-Gilloise-Stürmer Promise David an der Mittellinie zu spät kam, war die zweite Gelbe Karte tatsächlich eine ziemlich harte, aber dennoch vertretbare Entscheidung von Schiedsrichter Rade Obrenovic. Kim hielt den ihm enteilenden Gegenspieler Raul Florucz kurz am Arm fest, jener nahm dankend an und ging zu Boden. Obrenovic wertete die Aktion als taktisches Foul und schickte Kim mit Gelb-Rot vom Platz, was nicht nur bei dem Abwehrmann selbst, sondern auch bei seinen Mitspielern und besonders Trainer Vincent Kompany für Empörung sorgte. Umstimmen konnten aber auch vehemente Proteste von Joshua Kimmich, Harry Kane und Co. den Schiedsrichter nicht.
Getty Images SportMin-jae Kim war für Dayot Upamecano in Bayerns Startelf gerückt
Kompany betonte später auf der Pressekonferenz, Kim keinen Vorwurf zu machen: "Vielleicht, weil ich selbst Innenverteidiger war, weiß ich, dass so etwas passieren kann. Ich kenne Min-jae, es wird keine Rolle spielen. Er ist kein junger 19-Jähriger mehr", sagte der belgische Coach, dessen Mannschaft den 2:0-Vorsprung in der rund 30-minütigen verbleibenden Spielzeit auch in Unterzahl souverän über die Zeit brachte. Damit ist den Bayern, die aktuell Rang zwei belegen, ein Platz unter den Top-8 der Champions-League-Ligaphase und der damit verbundene direkte Einzug ins Achtelfinale nicht mehr zu nehmen.
Dementsprechend fällt auch Kims Sperre im abschließenden Ligaphasen-Spiel bei der PSV Eindhoven kommende Woche nicht mehr groß ins Gewicht. Für den südkoreanischen Nationalspieler persönlich ist das Aussetzen aber durchaus sehr ärgerlich, da er möglicherweise erneut wertvolle Spielpraxis hätte erhalten können.
Kim ist beim FCB hinter Dayot Upamecano und Jonathan Tah diese Saison nur Innenverteidiger Nummer 3 und muss sich daher häufig mit der Reservistenrolle zufrieden geben. Gegen Saint-Gilloise rückte er mal wieder in die Anfangsformation, da Upamecano krankheitsbedingt passen musste. Am Samstag in der Bundesliga gegen den FC Augsburg könnte Kim erneut beginnen, falls Upamecano nicht rechtzeitig wieder fit wird.
Verlässt Min-jae Kim den FC Bayern München im Sommer?
Aufgrund seiner schwierigen Situation gilt Kim beim deutschen Rekordmeister nicht erst seit dieser Saison als Verkaufskandidat. Schon über einen Abschied im laufenden Wintertransferfenster wurde spekuliert, dazu wird es aber sehr wahrscheinlich nicht kommen. Stattdessen will Kim dem Vernehmen nach bis Saisonende abwarten und seine Lage dann neu bewerten.
Im Sommer wird ein Wechsel dann möglicherweise erneut ein konkretes Thema. Kims Vertrag in München läuft noch bis 2028 - sollte er sich weiter hinter Upamecano und Tah anstellen müssen, gilt ein Transfer zur kommenden Saison aber als wahrscheinlich. Vor allem namhafte Klubs aus der Serie A, wo Kim in Napolis Meistersaison 2022/23 bei der SSC überragte, sollen Interesse anmelden.
Getty ImagesMin-jae Kims Platzverweise der bisherigen Karriere
- 20. September 2017: Gelb-Rot bei Jeonbuk Hyundai Motors (K League 1)
- 17. Oktober 2021: Gelb-Rot bei Fenerbahce (Süper Lig)
- 21. Januar 2026: Gelb-Rot beim FC Bayern München (Champions League)



