Vincent Kompany wusste nicht so recht, was er sagen sollte. "Ich habe es nicht gesehen", wich der Trainer des FC Bayern aus, als er bei DAZN gefragt wurde, worauf sich Lennart Karls nächster kurioser Torjubel bezog.
Getty Images Sport"Die haben vielleicht noch keine Uhr": Lennart Karl verwundert mit nächstem kuriosen Torjubel beim FC Bayern München
Karl wurde gegen den 1. FC Köln erst in der 67. Minute eingewechselt. In der 84. schob er nach starker Vorarbeit von Luis Diaz zum 3:1 ein und setzte somit den Deckel auf ein bis dahin hart umkämpftes Duell mit den Domstädtern.
Nach seinem siebten Treffer im 24. Pflichtspiel machte Karl zunächst "Beruhigungsgesten" a la Cristiano Ronaldo, posierte Karl dann mit verschränkten Armen in Manier von Kylian Mbappe vor der Gästekurve und zeigte beim Gang in die eigene Hälfte grinsend mit dem ausgestreckten Zeigefinger in der Luft Richtung Auswechselbank und tippte sich anschließend auf eine imaginäre Uhr am Handgelenk.
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Getty ImagesKam Lennart Karl beim FC Bayern zu spät?
Wollte er Kompany damit etwa deutlich machen, dass er mehr Spielzeit wolle? Oder dass er nur wenig Zeit brauche, um zu treffen? Oder bezog sich die Geste auf Karls und Wisdom Mikes fünfminütige Verspätung zum Treffpunkt am Mittwochmorgen bei der Abfahrt des Teams zum Flughafen Oberpfaffenhofen? Kompany kam dazu übrigens einem Bild-Bericht zufolge auch zu spät und saß nicht im Bus, als es losgehen sollte.
Eine Antwort auf die Frage nach Karls "Uhren"-Jubel hatte Kompany nicht - oder wollte sie zumindest nicht preisgeben. Also mutmaßte der Trainer des Rekordmeisters. "Er hat da viele Kumpels auf der Bank sitzen, die alle jung sind. Ich glaube, er hat mit seinen Kumpels geredet, das sind alles junge Burschen, die haben vielleicht noch keine Uhr, die müssen sich sowas noch kaufen. Keine Ahnung", spekulierte er lachend.
Getty ImagesSchon Kimmich war wegen Karls mit Jubel irritiert
Karl hatte bereits Mitte Dezember mit seinem Torjubel beim 2:2 gegen Mainz 05 für Verwunderung gesorgt. Damals ließ er erst die Finger seiner beiden zu sich gewandten Hände aufeinander klappern, vielleicht rieb er sie sich auch. Dann legte er seinen rechten Zeigefinger auf die Lippen. Schon sein Tor gegen Sporting (3:1) wenige Tage zuvor hatte Karl derartig bejubelt.
Für ihn sei der Jubel "etwas ganz Normales", sagte er nach dem Mainz-Spiel. Joshua Kimmich, der gegen Köln erneut aufgrund eines Problems im Sprunggelenk fehlte, mutmaßte damals: "Vielleicht wegen neuem Vertrag." Karls aktueller Kontrakt gilt bis 2028, an seinem 18. Geburtstag am 22. Februar verlängert er sich automatisch um ein Jahr. Aufgrund seiner starken Leistungen steht aber auch schon eine Gehaltserhöhung und gar eine abermalige Vertragsverlängerung im Raum.
Gemunkelt wurde damals auch, dass Karls Jubel an Mario Basler gerichtet sein könnte. Der 56-jährige Ex-Profi äußerte sich immer wieder kritisch über Karl. Seinem Erfolgslauf hat das aber ebenso wenig einen Abbruch getan, wie seine Anfang Januar getätigten und unter Bayern-Fans kritisch und kontrovers diskutierten Aussagen, einmal für seinen "Traumverein" Real Madrid spielen zu wollen.
In seiner ersten echten Profisaison hat sich der 17-Jährige bei den Bayern bereits als äußerst verlässliche Alternative für die arrivierten Offensivkräfte in Kompanys Startelf etabliert. In 41 Prozent aller Bayern-Pflichtspiele in der laufenden Spielzeit durfte er von Beginn an ran und siebenmal hatte er die Gelegenheit mit neuen Torjubeln für Verwunderung zu sorgen.
An diesem Rekord-Abend in Köln, an dem das Team von Kompany als bester Herbstmeister in die Bundesliga-Geschichte einging, gab er damit selbst seinem Trainer Rätsel auf.
Lennart Karl: Leistungsdaten beim FC Bayern
- Bundesliga: 15 Spiele, 4 Tore, 2 Vorlagen
- Champions League: 4 Spiele, 3 Tore
- DFB-Pokal: 3 Spiele



