Die Kritik an BVB-Torwart Gregor Kobel nach seinem folgenschweren Fehlpass in der Nachspielzeit des Playoff-Rückspiels in der Champions League gegen Atalanta Bergamo (1:4) ist groß.
IMAGO / Ball Raw Images"Das kann nicht wahr sein": Ehemaliger Star des FC Bayern ist wegen Gregor Kobels Patzer in Bergamo fassungslos
Bei abgelaufener Nachspielzeit und beim Stand von 3:1 für die Italiener, was eine Verlängerung bedeutet hätte, entschied sich Kobel nach einem langen Ball aus seinem Kasten zu eilen und einen Pass auf die rechte Seite zu Emre Can zu spielen. Dies misslang. Atalantas bärenstarker Mittelfeldspieler Mario Pasalic spritzte dazwischen und schlug kurz darauf die Flanke, die zum Strafstoß führte. Lazar Samardzic vollstreckte erfolgreich und Atalanta zog ins Achtelfinale ein.
Bereits während des Spiels monierte Ex-Nationalspieler Nils Petersen in seiner Funktion als Experte bei DAZN: "In der Phase des Spiels muss der Ball auf die Tribüne." Ähnlich formulierte es der ehemalige Bayern-Profi Thomas Strunz. Der Europameister von 1996 sagte während des 'Fantalks' auf Sport1: "Alles nur, weil der Kobel den Ball nicht einfach nach vorne schießt. Schieß den Ball einfach nach vorne und das Spiel ist beendet! Das kann nicht wahr sein."
Drastischere Worte wählte gar noch Ex-Bundesligatrainer Peter Neururer in derselben Sendung. Er bezeichnete Kobels Aktion als "an fußballerischer Dummheit nicht zu übertreffen".
Getty Images SportKeine Vorwürfe beim BVB an Gregor Kobel
Der BVB kassierte Sekunden vor dem Abpfiff besagten Königsklassen-K.o. durch Samardzic und entsprechend frustriert war auch der sonst so zuverlässige Kobel später: "Mein Fehler. Super bitter, das tut mir sehr leid für meine Jungs."
Im "Bruchteil einer Sekunde" habe er die falsche Entscheidung getroffen, schilderte er zudem bei DAZN: "Der erste Kontakt war nicht gut, sodass man ihn sauber wegschlagen kann. Dann gehst du zu Plan B über. Natürlich muss ich den irgendwie klären und am Ende ist's scheiß egal wie. Sowas ist hart für die Mannschaft und das tut mir natürlich weh. (…) Ich nehme das auf meine Kappe."
Zum dritten Mal in dieser Saison musste Kobel in der Champions League vier Treffer in einem Spiel schlucken. Vorhaltungen von seinen Kollegen gab es später nicht. Kapitän Emre Can, der mehrere "Kacktore" für Atalanta gesehen habe, wollte Kobel "definitiv keine Vorwurf machen, so oft wie er uns schon den Arsch gerettet hat."
Auch von Trainer Niko Kovac gab es keine Schuldzuweisungen, wenngleich das letzte Tor "natürlich nicht passieren" dürfe.
Diese Verträge laufen beim BVB 2026 aus
- Niklas Süle, Abwehr, 30 Jahre
- Emre Can, Abwehr 31 Jahre
- Salih Özcan, Mittelfeld, 27 Jahre
- Julian Brandt, Mittelfeld, 29 Jahre



