Luxembourg v Germany - FIFA World Cup 2026 QualifierGetty Images Sport

"Das kann ich jetzt schon verraten!" Julian Nagelsmann kündigt große Überraschungen im WM-Kader an - und verweist auf Bayern-Flop

Julian Nagelsmann hat für neutrale Beobachter große Überraschungen in seinem WM-Kader angekündigt. Es werde Entscheidungen geben, "das kann ich jetzt schon verraten, die vermutlich nicht auf supergroßes Verständnis stoßen. Nicht beim Spieler, aber auch nicht in der breiten Öffentlichkeit", sagte Nagelsmann in einem ausführlichen Interview mit dem kicker vor den anstehenden Testspielen gegen die Schweiz (27.3.) und Ghana (30.3.) Ende März.

  • Leistungsträger plötzlich als Reservisten: Nagelsmann kündigt "Rollengespräche" an

    Der Kader, den er für jene Freundschaftsspiele berufen werde, werde in seiner Wunschvorstellung sehr "artverwandt" mit dem Aufgebot sein, das er dann für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko berufen wolle. "Generell ist der größte Einflussfaktor, den du als Nationaltrainer hast, die Kader-Zusammenstellung. Es geht darum, wer zusammenpasst", sagte Nagelsmann und kündigte auch deshalb "Rollengespräche" mit einzelnen Spielern im März an, "weil vielleicht ein Spieler bei uns nicht in der ersten Elf eingeplant ist, der bei seinem Verein aber Stammspieler und Leistungsträger ist".

    Er könne sich vorstellen, "dass es Spieler geben wird, die sich nicht als Kaderplatz 15 oder 16 sehen. Das wird der Spieler vielleicht nicht öffentlich sagen, aber im Gespräch unter vier oder sechs Augen. Am Ende muss sich jeder Spieler ehrlich committen, erst mal verbal. Aber dann muss er im März auch zeigen, dass er hinter dem gesprochenen Wort steht und sich in den Dienst der Mannschaft stellt. Ich weiß aus Erfahrung, dass das nicht jeder kann".

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  • Liverpool v Nottingham Forest - Premier LeagueGetty Images Sport

    Rollenspieler? Gravenberch beim FC Bayern für Nagelsmann ein perfektes Beispiel

    Als Paradebeispiel für einen solchen Spielertypen nannte Nagelsmann dann einen "Transfer-Flop" des FC Bayern, den auch er in seiner Zeit beim deutschen Rekordmeister zu verantworten hatte. "Ryan Gravenberch ist ein Top-top-top-Spieler in Europa, das war er schon beim FC Bayern, aber da war die Situation für ihn nach seinem Wechsel von Ajax Amsterdam sehr kompliziert", erzählte Nagelsmann und verwies darauf, dass damals nunmal Goretzka und Joshua Kimmich die Nase vorn gehabt hätten und er zudem noch Aleksandar Pavlovic "hochgezogen" habe.

    "Ryans Aufgabe war, in den letzten 20 Minuten Gas zu geben, aber sein Spielerprofil passt nicht dazu. Ryan ist ein Spieler, der Rhythmus über die Spieldauer braucht. Und dann gibt es Spieler, die du für 20 Minuten super einwechseln kannst, um entweder ein Ergebnis zu halten oder zwingend ein Tor zu erzielen. Die können in 20 Minuten ihr Herz auf dem Platz lassen und sich zerreißen", erläuterte Nagelsmann seinen Gedankengang.

    Während Gravenberch unter Nagelsmann bei den Bayern nie zu seiner Form aus Ajax-Tagen fand, erlebte er nach seinem 40 Millionen Euro schweren Wechsel zum FC Liverpool seinen endgültigen Durchbruch bei einem Top-Klub in Europa. Auf dem Weg zum Meistertitel in der vergangenen Saison war er einer der wichtigsten Spieler der Reds und zählt nach wie vor zum absoluten Stammpersonal unter Trainer Arne Slot.

  • Jamal MusialaIMAGO / STEINSIEK.CH

    Nagelsmann sehnt Rückkehr von Musiala und Havertz herbei

    Für Nagelsmann sei der anstehende Lehrgang im März nun auch deshalb "super-komplex", weil er zum einen in die "Crunch Time" der Saison für viele wichtige Spieler bei ihren Vereinen falle: "Das ist eine schwierige Situation, in der du als Trainer auch mal ein Auge zudrücken musst, um den Spielern die Freiräume zu geben, sich auf die wichtige Phase der Saison im Verein fokussieren zu können."

    Andererseits plagen den Bundestrainer vor der entscheidenden Phase auf dem Weg zur WM einige personelle Fragezeichen. Große Hoffnung hat Nagelsmann vor allem in die Rückkehr von Jamal Musiala und Kai Havertz, die gemeinsam mit Florian Wirtz eine elementare Bedeutung für die Nationalmannschaft hätten. "Wenn bei Frankreich ein Mbappe und noch drei andere Top-Spieler fehlen, haben sie noch mal zehn Alternativen auf ähnlichem Niveau", stellte Nagelsmann fest: "Jamal, Kai und Florian Wirtz waren bei der Heim-EM drei enorm wichtige Säulen unserer Elf. Wenn die lange fehlen, hemmt das automatisch die Entwicklung. Wir hatten einfach zu viele Ausfallzeiten im letzten Jahr."

    Auch deshalb sei es "ratsam, dass sie im März zurückkehren, weil sie eine gefühlte Ewigkeit nicht dabei waren. Jamal habe ich bei der Nationalmannschaft über zehn Monate nicht mehr gesehen, Kai noch länger nicht. Sie kennen einige Dinge, die wir seitdem gemacht haben, nur in der Theorie aus Gesprächen mit mir. Da ist es schon wertvoll, dass sie wieder dabei sind, weil es sonst irgendwann auch schwierig für sie wird, den Rhythmus zu finden im Kreise der Nationalmannschaft".

  • Germany Press ConferenceGetty Images Sport

    Nagelsmanns Plan für seine "Baustellen"-Positionen

    Die größten Baustellen sieht der Bundestrainer vor den letzten vier Monaten bis zur Weltmeisterschaft auf der Rechtsverteidigerposition hinter dem gesetzten Joshua Kimmich und in der zentralen Stürmerposition. Benjamin Henrichs brauche nach seinem Achillessehnenriss "noch ein bisschen" und Ridle Baku habe "noch nicht ganz auf dem Leistungsniveau der Hinrunde". Dahingehend könne Josha Vagnoman vom VfB Stuttgart noch eine größere Rolle spielen. Dieser sei "körperlich gut drauf", spiele "fast immer" und auch "ordentlich".

    Auf der Neunerposition habe er indes mit Tim Kleindienst und Niclas Füllkrug zwei große Fragezeichen. Dass er einen kopfballstarken Mittelstürmer mitnehmen werde, "der in der Luft ein bisschen was regeln kann, wenn wir mal ein Tor brauchen", steht für ihn fest. Doch angesichts von Füllkrugs kleiner Jokerrolle bei Milan, in der er "mal 20, mal 30 Minuten" spiele und Kleindiensts Verletzungsmiseren, stehe "in den Sternen", auf wen es wirklich hinauslaufe kann. 

    Keine Sorgen müsse sich indes aktuell Nick Woltemade machen, der zuletzt nach einem starken Start bei Newcastle United in die Kritik geraten war. "Er ist ein junger Spieler, der Entwicklungszeit braucht, jetzt auch in Newcastle, wie man sieht. Deswegen habe ich auch nicht den Anspruch, dass er in Newcastle 15 Tore macht und uns dann zum WM-Titel schießt. Das darf er gern, aber das wäre außergewöhnlich. Ich habe ihm erst letzte Woche gesagt, dass er entspannt bleiben soll. Wir haben Vertrauen in ihn."

    Nagelsmann war es zudem wichtig, noch einmal zu betonen, wie elementar die anstehenden Testspiele gegen die Schweiz und Ghana für ihn und auch die Mannschaft sind. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass du mit deiner neuen und angepassten Planung in die März-Länderspiele gehst, das erste in der Schweiz verlierst und dann weißt, dass die letzten vier Monate, in denen du geplant hast, für die Katz waren", sagte er: "Wenn du einen Plan entwickelst, der im ersten Spiel super funktioniert, dann kannst du in extrem kurzer Zeit eine viel größere Dynamik entwickeln als im Verein. Aber leider ist es auch andersherum der Fall. Verlierst du ein Spiel, stürzt das Kartenhaus auch viel schneller zusammen als im Verein."

Häufig gestellte Fragen

Ihr Dachverband DFB wurde am 28. Januar 1900 gegründet. Achte Jahre und gut zwei Monate später, im April 1908, stieg das erste Länderspiel. Dieses verlor die deutsche Nationalmannschaft in der Schweiz mit 3:5.

Sie hat keinen Eigentümer im engsten Sinne, denn die Verwaltung erfolgt durch den DFB.

Anders als andere Nationalmannschaften hat die deutsche kein festes Heimstadion. Deutschland spielt im Berliner Olympiastadion, in der Allianz Arena, im Signal Iduna Park und aber auch in anderen Anlagen.

Das lässt sich aufgrund Deutschlands vieler Spielstätten nicht pauschal sagen.

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich viermal zum Weltmeister, dreimal zum Europameistermeister und 2017 zum Konföderationen-Pokalsieger gekrönt.

Lothar Matthäus ist mit 150 Auftritten Deutschlands Rekordteamspieler. Ebenfalls auf dem Podest und dreistellig sind Miroslav Klose (137) sowie Thomas Müller (131). 

Mit 71 Treffern in 137 Länderspielen führt Miroslav Klose vor Gerd Müller, der in 62 Auftritten 68-mal eingenetzt hat.

Unter anderem Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Lothar Matthäus, Miroslav Klose, Philipp Lahm, Manuel Neuer, Toni Kroos u.v.m.

In erster Linie "DFB Team", aber etwa auch "DFB Auswahl".

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