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"Das ist Zeitverschwendung!" Bayern-Keeper Manuel Neuer fordert drastische Maßnahmen

Manuel Neuer hat einen Wunsch nach einer Regeländerung bei der IFAB hinterlegt, um dem aus seiner Sicht störenden Zeitspiel weiter habhaft zu werden.

  • Neuer plädiert für Regeländerung: "Würde mir eine Zeitbegrenzung wünschen"

    "Ich würde mir eine Zeitbegrenzung für Abstöße und Eckbälle wünschen, ähnlich der Acht-Sekunden-Regel für Einwürfe", sagte der Kapitän des FC Bayern in einem Interview mit France Football. Bei einem Übertreten dieses Zeitlimits solle der Schiedsrichter dann auf Eckball für das gegnerische Team entscheiden.

    Hintergrund seiner Forderung: "Zu oft verschwenden Mannschaften viel Zeit mit Freistößen. Vielleicht wären zehn statt acht Sekunden sinnvoll, und vor allem sollte die Regel konsequent angewendet werden."

    Wie The Athletic berichtet, erwägen die Regelhüter des Fußballs vom IFAB tatsächlich ein 30-Sekunden-Limit bei Einwürfen und Abstößen. Nicht aber offenbar für Eckbälle.

    Neuer könne sich auch "Hütchen mit Bällen neben dem Tor vorstellen", um das Spieltempo hochzuhalten: "Bei Auswärtsspielen sind manchmal plötzlich keine Balljungen verfügbar. Das ist reine Zeitverschwendung."

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  • MANUEL NEUER BAYERN MÜNCHEN IMAGO / STEINSIEK.CH

    Neuer: "Hätte Javi Martinez in der 3. Liga werden können"

    Neuer steht mit bald 40 Jahren (Geburtstag am 27. März) am Ende seiner legendären Laufbahn. Ob er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag noch einmal um ein Jahr verlängert, ist noch offen. Seinen Nacheiferern empfiehlt er: "Seid offen für Neues. Arbeitet an euren Schwächen. Sagt nicht: 'Ich spiele nur mit dem rechten Fuß.' Heutzutage muss man beidfüßig spielen können."

    Besonders seine Fertigkeiten mit dem Ball am Fuß und seine Fähigkeiten in der Spieleröffnung machten aus Neuer einen Revolutionär des modernen Torwartspiels, dem er eine völlig neue Dimension gab. Nicht zu unrecht wird er als einer der besten und prägendsten Keeper in die Fußballgeschichte eingehen.

    Für eine ähnlich große Karriere außerhalb des Tores hätte es seiner Meinung wohl nicht gereicht, aber: "Ich hätte auf einem niedrigeren Niveau spielen können. In einer ballbesitzorientierten Mannschaft in der dritten Liga zum Beispiel wäre das möglich gewesen. Mir hätte wahrscheinlich etwas die Schnelligkeit gefehlt, aber ich hätte auf einem guten Niveau spielen können. Vielleicht wäre ich Innenverteidiger oder Sechser vor der Abwehr gewesen, so ähnlich wie Javi Martinez."

    In einem Pflichtspiel für Bayern oder auch Schalke 04 wurde Neuer trotz aller Fertigkeiten aber nie als Pflichtspieler eingesetzt, wenngleich es diesbezüglich während der Amtszeit von Pep Guardiola als Trainer der Bayern auch schon sehr ernsthafte Gedankenspiele gegeben hatte. 

    "Ich weiß noch, wie Pep Guardiola nach dem Gewinn einer Meisterschaft ernsthaft die Idee hatte, ihn für ein Spiel im Mittelfeld aufzustellen", erzählte der ehemalige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge vor Jahren dem Vereinsmagazin 51. Er habe Guardiola "nur mit Mühe" von dem Plan abbringen können. Der Grund, warum Rummenigge einschritt: Dem FC Bayern wäre dies womöglich "als Arroganz ausgelegt" worden.

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    "Schwer nachzuvollziehen": Neuer versteht Kritik nicht

    Mittlerweile sind etwaige Fantasien über einen Feldspieler-Einsatz bei Neuer längst in der Mottenkiste gelandet. Einerseits wegen seines Alters, andererseits aber auch wegen seiner durchaus dicken Krankenakte. Neuer wurde im Verlauf seiner Karriere mehrmals von heftigen Verletzungen zurückgeworfen. Unter anderem brach er sich schon dreimal den Mittelfuß und nach der WM 2022 das Bein bei einer Skiwanderung. 

    Seitdem plagen den 39-Jährigen immer wieder muskuläre Wehwehchen. In der laufenden Saison erlitt er bereits zweimal einen Muskelfaserriss. Trotz allem ist sein Status als klare Nummer eins beim FC Bayern nach wie vor in Stein gemeißelt. 

    Er wird diesen bis zum Ende seiner Karriere auch nicht mehr verlieren, obgleich er sich in jüngerer Vergangenheit auch den ein oder anderen groben Fehler erlaubte, wie beispielsweise beim 5:1 über Hoffenheim am vergangenen Sonntag, als er die TSG mit einem dicken Abspielfehler quasi zum Ausgleich einlud. Gleichzeitig zeigte er aber auch einige starke Paraden und verhinderte so mehr als nur einen Gegentreffer.

    Dass sich trotzdem die Kritik an seinen Leistungen in den vergangenen Jahren steigerte, damit sei er manchmal nicht einverstanden. "Ich weiß, dass immer viel von mir erwartet wird und die Messlatte sehr hoch liegt. Aber selbst nach einem guten Spiel heißt es oft, es sei nur ein durchschnittliches Spiel gewesen. Deshalb ist die Bewertung manchmal schwer nachzuvollziehen."

    Den Befürwortern aus den eigenen Reihen (z.B. Präsident Herbert Hainer), er solle sich von Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem erneuten Verletzungsdrama von Marc-Andre ter Stegen doch noch einmal zu einem Comeback in der Nationalmannschaft bei der WM im Sommer überreden lassen, nahm er jedoch selbst den Wind aus den Segeln und schloss eine Rückkehr noch einmal in aller Deutlichkeit aus.

Häufig gestellte Fragen

Der FC Bayern München wurde am 27. Februar 1900 im Schwabinger Café Gisela gegründet. Gründungsmitglieder waren elf junge Männer, angeführt vom späteren ersten Präsidenten Franz John. Die Gründung bedeutete die Abspaltung vom MTV München.

An der FC Bayern München AG, die sich insbesondere um die Fußballabteilung kümmert, hält der eigetragene Verein (eV) des FC Bayern München, also die rund 400.000 Mitglieder, mit 75 Prozent den Hauptanteil. Die restlichen 25 Prozent halten die Adidas AG, die Allianz SE und die Audi AG zu gleichen Anteilen (je 8,33 Prozent).

Das Stadion des FC Bayern München befindet sich im Norden der bayerischen Landeshauptstadt (Schwabing-Freimann) und trägt den Namen Allianz Arena.

Das Stadion des FC Bayern München, die Allianz Arena, bietet bei nationalen Spielen 75.024 Plätze, bei internationalen Ansetzungen 70.000.

Der FC Bayern München hat in seiner langen Historie eine Vielzahl von nationalen und internationalen Titeln gewonnen. Darunter zählen:

  • 33-mal deutscher Meister (22/23, 21/22, 20/21, 19/20, 18/19, 17/18, 16/17, 15/16, 14/15, 13/14, 12/13, 09/10, 07/08, 05/06, 04/05, 02/03, 00/01, 99/00, 98/99, 96/97, 93/94, 89/90, 88/89, 86/87, 85/86, 84/85, 80/81, 79/80, 73/74, 72/73, 71/72, 68/69, 31/32)
  • 20-mal DFB-Pokal Sieger (19/20, 18/19, 15/16, 13/14, 12/13 , 09/10, 07/08, 05/06, 04/05, 02/03, 99/00, 97/98, 85/86, 83/84, 81/82, 70/71, 68/69, 66/67, 65/66, 56/57)
  • 3-mal Champions League Sieger (19/20, 12/13, 00/01)
  • 3-mal Europapokal der Landesmeister Sieger (75/76, 74/75, 73/74)
  • 2-mal FIFA Klub-WM Sieger (20/21, 13/14)
  • 2-mal Weltpokal Sieger (2001 , 1976)
  • 2-mal UEFA Supercup Sieger (20/21, 13/14)
  • 1-mal UEFA Cup Sieger (95/96)
  • 1-mal Europapokal der Pokalsieger Sieger (66/67)
  • 10-mal deutscher Superpokalsieger (22/23, 21/22, 20/21, 18/19, 17/18, 16/17, 12/13, 10/11, 90/91, 87/88)
  • 6-mal deutscher Ligapokalsieger (07/08, 04/05, 00/01, 99/00, 98/99, 97/98)
  • 1-mal süddeutscher Pokalsieger (56/57)

Der FC Bayern München hat 33-mal die deutsche Meisterschaft gewonnen.

Aktuell hält Thomas Müller den Rekord für die meisten Einsätze für den FC Bayern München. Müller absolvierte bislang 746 Pflichtspiele für den FCB.

Die meisten Tore für den FC Bayern München hat Gerd Müller geschossen. Die mittlerweile verdorbene Vereinslegende traf 570-mal im Dress des deutschen Rekordmeisters. Dafür brauchte er 613 Spiele.

Für den FC Bayern München spielten eine Vielzahl an legendären Fußballern. Folgende Spieler trugen allesamt das Trikot des FCB:

Oliver Kahn, Sepp Maier, Manuel Neuer, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Klaus Augenthaler, Philipp Lahm, David Alaba, Bixente Lizarazu, Lúcio, Georg "Katsche" Schwarzenbeck, Stefan Effenberg, Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger, Lothar Matthäus, Franz "Bulle" Roth, Joshua Kimmich, Xabi Alonso, Franck Ribéry, Arjen Robben, Jamal Musiala, Mehmet Scholl, Uli Hoeneß, Gerd Müller, Karl-Heinz Rummenigge, Giovane Élber, Robert Lewandowski, Thomas Müller und Claudio Pizarro.

Beim FC Bayern München standen in der Geschichte viele berühmte und erfolgreiche Trainer an der Seitenlinie. Dazu gehören:

Zlatko "Tschik" Cajkovski, Udo Lattek, Dettmar Cramer, Jupp Heynckes, Erich Ribbeck, Franz Beckenbauer, Giovanni Trapattoni, Otto Rehhagel, Ottmar Hitzfeld, Felix Magath, Jürgen Klinsmann, Louis van Gaal, Pep Guardiola, Carlo Ancelotti, Hansi Flick und Thomas Tuchel.

Der Spitzname des FC Bayern München nimmt Bezug auf die Vereinsfarben. So werden die Spieler des deutschen Rekordmeisters meist nur "die Roten" genannt.

Darüber hinaus ist auch der Begriff "FC Hollywood" gebräuchlich, welchen der ehemalige Trainer Giovanni Trapattoni prägte. Der Spitzname bezieht sich auf eine turbulente Zeit des Vereins während der 90er-Jahre, als es zwischen einigen hochrangigen Spielern und Funktionären des Klubs zu Auseinandersetzungen kam - ähnlich wie in einer täglichen Seifenoper.

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