Die Emotionen am Samstagabend kochten hoch, als Borussia Dortmund in einem dramatischen Schlagabtausch bei RB Leipzig ein 2:2-Unentschieden rettete. Doch trotz der späten Aufholjagd herrschte im Lager der Schwarz-Gelben kurz nach Abpfiff pure Fassungslosigkeit. Im Zentrum der Kritik stand eine Szene aus der 89. Minute, als Karim Adeyemi nach einem Zuspiel von Julian Brandt im Strafraum zu Fall kam.
Getty"Da muss er eingreifen": Auch beim Duell RB Leipzig gegen Borussia Dortmund gibt es Ärger über den VAR
- Sportdirektor Sebastian Kehl fand am Mikrofon von Sky deutliche Worte für das Schiedsrichtergespann um Benjamin Brand und Video-Assistent Christian Dingert: "Für mich ist es ein Elfmeter. Lukeba spielt nullkommanull den Ball. Natürlich kreuzt Adeyemi, das muss er machen, er muss vor ihn kommen. Am Ende tritt er ihn unten am Fuß: Das ist eine klare Elfmetersituation. Dass der VAR da nicht eingreift …"
Auf Nachfrage, ob er als Leipzigs Sportchef Marcel Schäfer die gleiche Meinung vertreten würde, untermauerte Kehl: "Das würde ich auch sagen, wenn ich Marcel Schäfer wäre."
In den vergangenen Wochen wurde in der Bundesliga sehr viel über vermeintliche oder echte Fehler des VAR diskutiert - auch grundsätzlich.
Getty Images SportKehl fordert Eingreifen des Video-Assistenten
Für den BVB war der verweigerte Elfmeter besonders ärgerlich, da bei einem Pfiff möglicherweise sogar noch ein Auswärtssieg möglich gewesen wäre. Fabio Silva traf in der Nachspielzeit noch zum 2:2-Endstand, der den Dortmundern im Rennen um die Champions-League-Qualifikation zumindest noch einen wichtigen Punkt einbrachte. Mit Blick auf ein mögliches Titelrennen mit dem FC Bayern München bedeutete der verpasste Dreier jedoch einen herben Dämpfer, da der Rückstand auf den Tabellenführer damit nun auf acht Zähler angewachsen ist. Selbst bei einem Sieg im direkten Duell mit dem FCB nächsten Samstag wäre der BVB also noch fünf Punkte hinter Bayern zurück.
Derweil erhielt Kehl wenig später erfrischend ehrlichen Zuspruch von Leipziger Seite. "Ich glaube ja", antwortete RB-Doppeltorschütze Christoph Baumgartner bei Sky auf die Frage, ob das Einsteigen gegen Adeyemi für ihn elfmeterwürdig war: "Ich sag’s ganz ehrlich: Hätte ich ein gelbes Trikot an, würde ich mich sicher beschweren. Ich glaube, den kann man geben. Der Castello hat zwar gar keine Intention, ihn zu foulen, aber Karim macht es sehr gut, stellt den Fuß rein, ist natürlich unfassbar schnell."
Der Österreicher, der nun bereits bei 15 direkten Torbeteiligungen in der laufenden Bundesliga-Saison steht, fügte dann mit Blick in die vergangenen Wochen noch an: "Ganz ehrlich: Wir haben in den letzten Wochen auch einige solcher Dinger nicht bekommen."



