Bayern Münchens ehemaliger Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn hat verraten, dass er bei Nationalspieler Leroy Sane während dessen Zeit in München durchaus besondere Ansprachen wählte, um Top-Leistungen aus ihm herauszukitzeln.
(C)Getty Images"Da hat er mich immer mit großen Augen angeguckt": Ex-Bayern-Boss Oliver Kahn wählte bei Leroy Sane eine besondere Ansprache
In der Sky-Sendung "Triple - der Hagedorn-Fussballtalk" verriet der ehemalige Weltklasse-Keeper: "Mit Leroy haben wir ja immer diese Thematik gehabt. Ich habe ihm gesagt, wenn ich dein Talent hätte, wäre ich Messi. Da hat er mich immer mit großen Augen angeguckt. Er wusste nicht so richtig, was er sagen soll. Da habe ich gesagt, zeig es doch einfach. Und das ist eben dieses Vordringen zu so einem Spieler. Ihn leistungsfähig zu machen."
Sane kam 2020 für 49 Millionen Euro Ablöse von Manchester City und blieb bis zum vergangenen Sommer in München. Er gewann zwar zahlreiche Titel, allerdings wurden ihm auch mehrfach mangelnde Konstanz und bisweilen eine etwas lasche Einstellung vorgeworfen.
Nach mehreren Wendungen im Poker um eine Verlängerung seines 2025 ausgelaufenen Vertrags entschied sich Sane schließlich für einen Abschied vom FCB und wechselte ablösefrei zu Galatasaray. Ein Schritt, den Kahn bereits wenig später kritisierte. Vor seinem Wechsel hatte Sane noch nach eigentlich erzielter Einigung mit den Bayern seinen Berater gewechselt.
IMAGO / Panama PicturesKahn glaubt nicht wirklich an Bayern-Zurückhaltung auf dem Transfermarkt
Spieleragenten sind dieser Tage in München ebenfalls ein Reizthema. Die letztlich erfolgreichen Verhandlungen mit Dayot Upamecano wegen eines neuen Arbeitspapiers zogen sich über Monate und sein Berater Mooussa Sissoko kam vor allem bei Ehrenpräsident Uli Hoeneß nicht gut weg. Überhaupt schimpfte der Patron des Rekordmeisters auf die gesamte Zunft und kündigte ihr gegenüber gewohnt öffentlichkeitswirksam eine härtere Gangart an.
Kahn dagegen betrachtete die Angelegenheit nüchterner. "Es gibt eben einen Markt für absolute Top-Spieler und dieser Markt, der ist eben hart umkämpft. Und das wissen natürlich auch die Berater."
Es gebe "vielleicht zehn bis 15 Klubs, die in der Lage sind, wirklich immense Gelder für die Top-Spieler zu zahlen". Sich aus diesem Rennen zu verabschieden, wäre für Kahn eine schwierige Lösung: "Da könnten wir uns jetzt theoretisch zurückziehen und sagen, wir setzen wieder auf die Jugend. Das ist immer sehr sympathisch und kommt dann immer überall sehr gut an. Wenn du gewinnst, ist es super, wenn nicht, ist es plötzlich nicht so gut."
Denn: "Zum Schluss geht es bei einem Top-Top-Klub wie Bayern München, Real Madrid oder wie sie alle heißen, darum, die Top-Top-Spieler auch in ihren Reihen zu haben." Schließlich spiele sich Fußball nicht "nur noch hier in Deutschland ab".
Auch glaubt Kahn, dass Hoeneß' frische Aussagen zu einem etwas sparsameren Bayern-Kurs auf dem Transfermarkt mit Vorsicht zu genießen sind: "Dass Uli das Ganze immer mal wieder ein bisschen zurücknimmt und da auch mal ein bisschen tiefer stapelt, hat natürlich auch einen strategischen Grund. Wenn es dann wieder um Vertragsverlängerungen geht, wenn es möglicherweise wieder um Transfers geht. Die Leute sollen ja nicht das Gefühl haben, dass du nur in deinen Geldspeicher zu gehen brauchst."
Leroy Sanes Leistungsdaten beim FC Bayern:
- Einsätze: 223
- Tore: 61
- Assists: 55
- Titel: 8

