Der Auftritt in Newcastle, dem ohne Frage schwierigsten Spiel der bisherigen Saison, passte zunächst überhaupt nicht zur Losung des Trainers. Es war sogar richtig sexy, wie der BVB in den ersten 45 Minuten aufspielte. Die Westfalen waren sofort drin in der Begegnung und zeigten in ihren Aktionen gute Reaktionen auf die hohe Intensität des Spiels und die enorme Lautstärke im Stadion.
Zwar erstaunt bei der Borussia längst nichts mehr, doch diese Reife überraschte durchaus. Noch mehr, wenn man bedenkt, dass der BVB mit Julian Brandt auf seinen bislang besten Spieler in dieser Saison kurzfristigwegen muskulären Problemen in der Wadeverzichten musste. Zehn Schüsse brachte Dortmund in Halbzeit eins zustande, acht davon innerhalb des Strafraums. Der Expected-Goals-Wert zur Pause lag bei 1,7 zu 0,42 für die Schwarzgelben.
Mit etwas mehr Klarheit und Konsequenz im Abschluss hätte man frühzeitig die Weichen auf Sieg stellen können. Das dies nicht geschah, hätte sich beinahe gerächt, denn der zweite Abschnitt gehörte den Magpies. Dortmund kam kaum noch zu Entlastung, das Blatt hatte sich deutlich gewendet.
Allerdings: Während so manche BVB-Truppe der Vorjahre vermutlich unter der Last der steten Angriffe des Gegners eingebrochen wäre - der Spielverlaufbei der 1:2-Pleite bei Manchester Cityin der Vorsaison lässt grüßen - , herrschte in Terzics Team ein großes Miteinander im Kampf gegen den Ball. Dortmund blieb über weite Strecken konzentriert, diszipliniert und damit stabil in der Defensive. In Halbzeit zwei wurde der BVB statistisch noch zweikampfstärker.
So stand schließlich die mannschaftstaktisch beste Leistung der Saison, mit der man sich das Glück bei Newcastles beiden Aluminiumtreffern durchaus erarbeitete. Diese Maloche, der Willen und die Gier sind es, die die Dortmunder Verantwortlichen innerhalb des Kaders implementieren möchten. Wenn es damit dann so klappt wie in den zweiten 45 Minuten, kann auch dies am Standort Dortmund durchaus als sexy goutiert werden.