Lazar Markovic Liverpool 2016Getty Images

"Bin überzeugt, dass ich einer der besten Spieler der Premier League werden kann": 25-Millionen-Euro-Angreifer scheitert beim FC Liverpool nach vollmundiger Ankündigung

Dieser Artikel erschien erstmals 2023 und wurde aktualisiert.

Zwei Tore in zehn Pflichtspielen: Die Bilanz, die Lazar Markovic (31) in dieser Saison vorweisen kann, ist für einen Offensivspieler wirklich nicht überragend. Wie groß die Enttäuschung bei seinem Klub Apollon Limassol ist, ist nicht überliefert. Immerhin holte der Tabellendritte der zyprischen First Division den Serben ablösefrei aus den Vereinigen Arabischen Emiraten vom FC Baniyas.

  • Das sah bei einem vorherigen Arbeitgeber Markovics schon einmal ganz anders aus: 2014 holte ihn der große FC Liverpool in die Premier League - und legte satte 25 Millionen Euro für den damals 20-Jährigen, der von Benfica kam, auf den Tisch. Nicht nur mit dieser Summe verbanden sich die extrem hohen Erwartungen an den Flügelspieler, sondern auch mit den Vorschusslorbeeren, die er vor seinem Umzug an die Anfield Road bekam: "Neben Ronaldo und Messi ist Markovic eines der größten Talente, die ich im Alter von 19 Jahren je gesehen habe", sagte der ehemalige Chelsea-Coach Avram Grant, der den Serben bei Partizan trainiert hatte.

    Und auch der damalige Reds-Coach Brendan Rodgers freute sich über den angeblichen Coup auf dem Transfermarkt: "Wir werden die Möglichkeit haben, an ihm zu arbeiten, sein Talent zu entwickeln und ihn zu verbessern. Für uns ist das ein spannender Transfer", gab er zu Protokoll.

    Markovic selbst trat auch nicht auf die Euphoriebremse, verwies auf die Tatsache, dass er im Seniorenbereich bislang in jeder seiner Spielzeiten bei Partizan und bei Benfica bislang Meister geworden sei und legte dann noch nach: "Ich bin überzeugt, dass ich einer der besten Spieler der Premier League werden kann."

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  • Lazar Markovic Liverpool 2017Getty Images

    Lazar Markovic enttäuscht auch nach seinem Abschied vom FC Liverpool

    Ein Satz, der ihm in Liverpool schnell auf die Füße fallen sollte und der gerne wieder rausgekramt wurde, wenn Markovic mal wieder wenig überzeugend gespielt hatte. Und das kam oft vor. In der Liga verloren die Reds die Spitze schnell aus den Augen, in der Champions League war nach der Gruppenphase Schluss - und in der Europa League folgte im Achtelfinale gegen Besiktas das Aus. Markovic wurde von Trainer Rodgers zuletzt als Außenverteidiger aufgeboten, was ihn in der Rückschau laut meckern ließ: "Er hat mich auf jeder Position eingesetzt - außer auf meiner."

    Nach einem Jahr entschied der Klub, Markovic per Leihe an Fenerbahce abzugeben, damit er dort Spielpraxis sammeln und Selbstvertrauen tanken konnte. Doch auch dort lief es nicht, genauso wenig wie bei den folgenden Leihstationen Sporting, Hull City und Anderlecht. Ein halbes Jahr vor Ablauf seines Fünf-Jahres-Vertrags in Liverpool gaben die Reds auf - und ließen Markovic ablösefrei zu Fulham ziehen. 25 Millionen Euro hatte er gekostet, der Ertrag lag bei mickrigen drei Pflichtspieltoren für Liverpool.

    Damit konnte er keinen Reds-Fan überzeugen - und auch nicht seinen nächsten Trainer Claudio Ranieri, der 2019 bei FourFourTwo legendäre Sätze über Markovic sagte: "Wir wissen mit Sicherheit, dass er gut Uno spielen kann. Wir wissen, dass er immer einen Regenschirm dabei hat, wenn er rausgeht. Wir wissen, dass er andere Menschen immer fragt, wie es ihnen geht, und ihnen auch zuhört. Wir wissen, dass er gerne das Geschirr abwäscht, wenn er gerade gekocht hat. Wir wissen, dass er Taschen von zu Hause mit in den Supermarkt nimmt, anstatt Plastiktüten zu verwenden. Wir wissen, dass er beim Karaoke eine wunderschöne Version von 'How The West Was Won And Where It Got Us' von R.E.M. singt. Aber wir wissen nicht, ob er gut Fußball spielen kann."

    Kein schönes Urteil über jemanden, der der beste Spieler der Premier League werden wollte.

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