Wie die Sport Bild berichtet, hat eine Expertengruppe, zu der unter anderem Ex-Dortmund- und Liverpool-Coach Jürgen Klopp sowie Weltmeister Sami Khedira gehören, den Vorschlag ausgearbeitet, zur Bekämpfung der kriselnden Talententwicklung eine eigene Nachwuchsliga zu gründen.
AFPBessere Förderung von Talenten: DFL-Expertenrat um Jürgen Klopp und Sami Khedira plant Gründung einer neuen Liga
Diese soll bereits zur Saison 2026/27 an den Start gehen, die Verankerung einer Spielordnung, über die die 36 Profiklubs abstimmen, soll auf der Mitgliederversammlung am 3. März vom DFL-Präsidium beantragt werden.
Eine Teilnahme soll freiwillig sein. Bis zum 15. Juni hätten interessierte Klubs Zeit, sich anzumelden und an der ersten Halbserie (August bis Dezember 2026) teilzunehmen. Stichtag für die zweite Halbserie (Januar bis April 2027) ist der 15. Januar.
Gleichwohl ist die neue Liga offenbar nicht als Lösung der Regionalliga-Problematik angedacht. Die zweiten Mannschaften der Profiklubs werden nicht aus dem Ligen-System herausgelöst, stattdessen sollen gezielt junge Talente gefördert und in den Vordergrund gerückt werden.
Neue U21-Liga will stockenden Nachwuchsförderung bekämpfen
Spielberechtigt sollen jedoch nicht nur U21-Talente sein, sondern auch ältere Spieler, die nach längeren Verletzungspausen wieder erste Spielpraxis sammeln können. Maximal sind vier ältere Profis je Team erlaubt, um den Wettbewerb nicht zu verzerren. Um möglichst vielen Talenten die Möglichkeit auf Einsatzzeit zu gewähren, soll eine unbegrenzte Anzahl an Wechseln möglich sein.
Ziel der Liga ist es demnach, der stockenden Nachwuchsförderung in Deutschland zu begegnen. Dort liegt man im internationalen Vergleich deutlich hinter der Konkurrenz aus England, Spanien oder Frankreich. Während dort 641 (Premier League), 633 (Ligue 1) beziehungsweise 527 (LaLiga) Spieler aus dem eigenen Nachwuchs dabei sind, sind es in Deutschland gerade einmal 338.
Noch deutlicher wird das Ungleichgewicht bei der Einsatzzeit. In der Bundesliga entfallen nach Bild-Infos fast 85 Prozent der Spielminuten auf eingekaufte Spieler, selbst ausgebildete Talente kommen nur auf 2,4 Prozent.