Quique Setien Barcelona 2020Getty Images

"Barca hat drei oder vier Jahre gebraucht, um mich zu bezahlen": FC Barcelona stand bei einem Ex-Trainer noch lange in der Kreide

Quique Setien, ehemaliger Trainer des FC Barcelona, hat offenbar lange auf Geld warten müssen, dass ihm der katalanische Spitzenklub schuldete. Zudem offenbarte der 67-Jährige einen noch andauernden Rechtsstreit mit einem anderen LaLiga-Klub.

  • Setiens Engagement in Barcelona endete offiziell im August 2020, aber seine finanzielle Abfindung wurde erst kürzlich abgeschlossen. Im Gespräch mit der spanischen Radiosendung 'El Larguero' des Senders Cadena SER bestätigte der Trainer, dass das Kapitel bezüglich seines Gehalts mittlerweile abgeschlossen ist. 

    "Barca hat drei oder vier Jahre gebraucht, um mich zu bezahlen", gestand Setien. "Alles ist geklärt. Sie haben alle Zahlungen geleistet, die sie mir schuldeten und schulden mir nichts mehr."

    Die Verzögerung dabei verdeutlicht die schweren Liquiditätsprobleme, mit denen der Verein in der jüngeren Vergangenheit zu kämpfen hatte. Nach seiner Entlassung soll Setien rechtliche Schritte eingeleitet haben, um die Schulden einzutreiben. Er habe sich damit in eine Liste von Gläubigern eingereiht.

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    Neuer Rechtsstreit mit Villarreal

    Zugleich nutzte Setien das Interview, um einen überraschenden neuen Finanzstreit aufzudecken - diesmal mit dem FC Villarreal. Dort war er von Oktober 2022 bis September 2023 im Amt. Nun behauptet Setien, dass der Verein ihm noch die vertraglich vereinbarten Zahlungen schuldig sei.

    "Jetzt warte ich auf Villarreal, da ich noch nichts erhalten habe und es schon fast drei Jahre her ist", erklärte Setien. "Die Angelegenheit ist vor Gericht. Wir warten seit anderthalb Jahren auf ein Urteil, um das zu erhalten, was sie mir schulden. Man erwartet nicht, dass solche Dinge in so großen Klubs passieren."

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    Eine Amtszeit geprägt von Chaos und Verletzungen

    Setiens Zeit auf der Trainerbank im Camp Nou war kurz, hektisch und letztlich durch Umstände, die er kaum beeinflussen konnte, zum Scheitern verurteilt. Er wurde im Januar 2020 ernannt und sollte Ernesto Valverde mitten in der Saison ersetzen. Seine Aufgabe war es, die DNA und den attraktiven Spielstil des Vereins wiederherzustellen.

    Seine Amtszeit dauerte nur sieben Monate und endete abrupt im August 2020. Während dieser Zeit betreute er Barcas Profis in 25 Spielen, in denen er 16 Siege einfuhr. Dazu gab es vier Unentschieden und fünf Niederlagen. Obwohl Setien die Mannschaft auf den zweiten Platz in der Liga führte, bleibt seine Amtszeit fast ausschließlich wegen ihres katastrophalen Endes in Erinnerung: der historischen 2:8-Niederlage gegen Bayern München im Viertelfinale der Champions League in Lissabon.

  • Setien bereut Barca-Wechsel nicht

    Trotz der ausstehenden Gehälter, des vernichtenden Ausscheidens aus der Champions League und der rechtlichen Schritte behauptete Setien, dass er die Entscheidung, nach Katalonien zu wechseln, nicht bereut. Er verriet auch, dass er ein lukratives Angebot aus Ägypten abgelehnt habe, um den Posten in Barcelona anzunehmen. 

    "Ich bereue es nicht, zu Barca statt nach Ägypten gegangen zu sein", erklärte er. "Es stimmt, dass ich mir gewünscht hätte, dass es anders gekommen wäre. Zum Beispiel in einer Situation wie der, in der Barca sich derzeit befindet. Mit jungen Leuten, begeisterten Jungs, mit Enthusiasmus und einer guten Atmosphäre. Leider war es ganz anders."

  • Quique Setien: Seine Statistik in Barcelona

    • Pflichtspiele: 25
    • Siege: 16
    • Remis: 4
    • Niederlagen: 5
    • Torverhältnis: 50:27
    • Punkteschnitt: 2,08
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