Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann ist irritiert über den Ablauf der Vertragsverlängerung von Abwehrspieler Dayot Upamecano beim FC Bayern. Er spart nicht an Kritik.
IMAGO / RHR-Foto"Auf Dauer keine gute Konstellation": Dietmar Hamann sieht Probleme auf den FC Bayern zukommen
Am Freitag verkündete der deutsche Rekordmeister den Verbleib des Franzosen, dessen Vertrag im Sommer ausgelaufen wäre. Vorausgegangen waren zähe Verhandlungen zwischen beiden Parteien. Upamecanos Berater Moussa Sissoko soll hohe finanzielle Forderungen gehabt haben, dazu wurde sein Klient immer wieder auch als ablösefreier Neuzugang bei anderen Spitzenklubs wie Real Madrid gehandelt.
Fahrt nahm die Situation offenbar auf, als die Bayern ihr Angebot an Upamecano am Deadline Day der Wintertransferperiode zurückzogen, der ehemalige Leipziger selbst darauf reagierte und auf die Offerte einging. Anschließend vergingen erneut mehrere Tage, ehe Vollzug gemeldet wurde.
Getty ImagesDayot Upamecano steht beim FC Bayern nun bis 2030 unter Vertrag
Hamann kann das nicht nachvollziehen. Er sagte bei Sky im Vorfeld des Bundesligaspiels gegen Werder Bremen: "Ich weiß nicht, was es da noch zu verhandeln gab. Das werden wir vielleicht in den nächsten Tagen herausfinden."
Kritisch merkte er an: "Aber ich muss mich schon etwas wundern über das Geschäfts- und Verhandlungsgebaren der Bayern. Es war mal eine Zeit, als die Bayern der starke Verein waren, der angesagt hat, was die Spieler machen können und was sie nicht machen können. Im Moment hat sich das gedreht." Er habe das Gefühl, "dass die Berater den Bayern sagen, was zu machen ist", so der ehemalige Profi der Münchener: "Das ist auf Dauer keine gute Konstellation."
Am Ende setzte Upamecano seine Unterschrift unter ein bis 2030 gültiges Arbeitspapier. Einige der hohen Forderungen seines Beraters wurden dabei laut übereinstimmender Medienberichte umgesetzt. So steige der 27-Jährige in die Riege der Top-Verdiener bei den Roten auf und kassiere künftig ein Gehalt von bis zu 20 Millionen Euro pro Jahr. Außerdem soll in Upamecanos Kontrakt eine Ausstiegsklausel verankert sein, die ab 2027 aktivierbar ist und die bei einer festgeschriebenen Ablöse von 65 Millionen Euro greift.
Ein großer Streitpunkt war das üppige Handgeld, das Sissoko für Upamecano und dessen Unterschrift gefordert haben soll. Hier soll es laut tz "nur" 16 statt der angepeilten 20 Millionen Euro geben und es soll in Raten bezahlt werden. Damit verhindern die Bayern die Auszahlung auf einen Schlag an einen Spieler, der womöglich in einem Jahr wechselt.
Max Eberl lobt Dayot Upamecano
Nach seiner Verlängerung sagte Upamecano: "Ich bin sehr glücklich, beim FC Bayern zu bleiben und in diesem Team weiterspielen zu können: Wir haben eine tolle Mannschaft und einen tollen Trainer, und gemeinsam haben wir große Ziele. Es geht immer um Mentalität im Leben - ich gebe alles für meine Mitspieler."
Bayerns Sportvorstand Max Eberl ergänzte: "Ein Kader braucht Ankerpunkte: Mit Dayot setzen wir den nächsten." Und auch Sportdirektor Christoph Freund schwärmte vom Franzosen: "Er hat sich beim FC Bayern zu einem absoluten Weltklasse-Verteidiger und Führungsspieler entwickelt. Das Paket, das er verkörpert, ist für unseren Kader ungemein wertvoll", meinte er.
Diese Verträge laufen beim FC Bayern 2026 aus:
- Manuel Neuer (Tor, 39 Jahre)
- Sven Ulreich (Tor, 37 Jahre)
- Raphael Guerreiro (Abwehr, 31 Jahre)
- Leon Goretzka (Mittelfeld, 30 Jahre)

