Könnte Deutschland einen englischen Spieler für seine Nationalmannschaft nominieren, würde sich Bastian Schweinsteiger beim FC Arsenal bedienen. Zudem nennt der Weltmeister seinen absoluten Top-Favoriten auf den Titel bei der WM 2026.
Getty Images Sport"Aktuell die stärkste Mannschaft": Nicht Spanien! Bastian Schweinsteiger nennt seinen absoluten Top-Favoriten für die WM 2026
Bastian Schweinsteiger würde Declan Rice gerne im DFB-Team sehen
"Ich würde Declan Rice nehmen", antwortete Schweinsteiger SPORTbible auf die Frage, welchen englischen Spieler er gerne im DFB-Team hätte. "Ich bin ein großer Fan von ihm. Er ist ein Allrounder und ich mag, wie er spielt", führte Schweinsteiger aus, der 2015 vom FC Bayern München zu Manchester United gewechselt war und gut eineinhalb Jahre in der Premier League verbrachte.
Rice, für den Arsenal 2023 knapp 117 Millionen Euro Ablöse an West Ham United überwies, zählt zu den besten zentralen Mittelfeldspielern der Welt. Der 27-Jährige ist eine entscheidende Stütze im Team der Gunners, das sich derzeit anschickt, Arsenals Fans den ersten englischen Meistertitel seit 2004 zu schenken. Unter Trainer Mikel Arteta sind die Nordlondoner in den vergangenen Jahren wieder eine europäische Spitzenmannschaft geworden, aktuell führen sie die Premier-League-Tabelle mit sechs Punkten Vorsprung auf Verfolger Manchester City an.
Für England hat Rice, der auch irische Wurzeln hat und in den Junioren-Auswahlen sowie sogar zu Beginn seiner A-Nationalmannschaftskarriere noch für Irland spielte, bisher 72 Länderspiele absolviert. Er gehört zu den wichtigsten Akteuren von Three-Lions-Coach Thomas Tuchel und soll auch bei der WM im Sommer als tragende Säule fungieren.
Deutschland würde Rice insofern enorm helfen, da es Bundestrainer Julian Nagelsmann noch leichter fallen würde, Kapitän Joshua Kimmich aus dem Mittelfeldzentrum auf die Problemposition hinten rechts zu ziehen, wenn er einen Strategen des Kalibers von Rice zur Verfügung hätte. Hypothetisch könnte der Arsenal-Star im DFB-Team dann beispielsweise eine potenziell herausragende Doppelsechs mit Bayern Münchens Aleksandar Pavlovic bilden.
Getty Images SportBastian Schweinsteiger blickt auf englische Legenden zurück
Schweinsteiger, der zwischen 2004 und 2016 insgesamt 121 Länderspiele für Deutschland absolvierte, wurde indes auch nach ehemaligen England-Stars befragt, mit denen er gerne in der deutschen Nationalmannschaft zusammengespielt hätte.
Dabei fiel Schweinsteiger auf Anhieb Wayne Rooney ein, mit dem er gemeinsam für Manchester United auf dem Platz stand. "Wazza wäre ganz sicher einer", betonte die Bayern-Legende. Auch Liverpool-Ikone Steven Gerrard und den ehemaligen Weltklasse-Innenverteidiger Rio Ferdinand nannte Schweinsteiger dann noch, ebenso wie Ashley Cole.
Für den früheren Linksverteidiger, der den Großteil seiner Karriere bei Arsenal und Chelsea verbrachte, hätte allerdings zunächst eine Umstellung vorgenommen werden müssen. "Wir hatten Philipp Lahm (links hinten, d. Red.), also müssten wir Philipp auf die andere Seite ziehen. Aber Ashley wäre dabei", so Schweinsteiger.
Der 41-Jährige spielte in seiner Nationalmannschaftskarriere übrigens zweimal gegen England. Ein Testspiel in Berlin im November 2008 ging mit 1:2 verloren - obwohl auf englischer Seite keiner der vier Topstars auf dem Platz stand, die Schweinsteiger gerne im DFB-Team gehabt hätte. Deutlich bedeutender war dann gut eineinhalb Jahre später das zweite Duell Schweinsteigers mit den Three Lions: Im Achtelfinale der WM 2010 feierte Deutschland einen rauschenden 4:1-Sieg gegen die Engländer, die Gerrard als Kapitän anführte und bei denen auch Rooney und Cole mitwirkten.
Die von Schweinsteiger genannten Akteure waren Teil einer eigentlich goldenen Generation des englischen Fußballs, zu der mit Frank Lampard, David Beckham, Paul Scholes, Michael Owen oder John Terry zahlreiche weitere Weltklassespieler zählten. Als nur eigentlich golden gingen sie in die Geschichte ein, weil sie ihr riesiges Potenzial nicht dazu nutzen konnten, Englands Hoffnungen auf einen großen Titel zu erfüllen. Bei Welt- und Europameisterschaften war für Gerrard, Rooney und Co. stets das Viertelfinale das Höchste der Gefühle, für die EM 2008 konnten sie sich gar nicht einmal qualifizieren.
Frankreich ist für Bastian Schweinsteiger "aktuell die stärkste Mannschaft" der Welt
Bei den jüngsten Großereignissen war England mitunter nahe dran, den ersten Titel seit dem WM-Triumph von 1966 zu gewinnen. Bei der WM 2018 wurde man Vierter, bei den beiden zurückliegenden Europameisterschaften schafften es die Three Lions jeweils ins Finale, verpassten dort jedoch die Krönung.
Auch bei der anstehenden WM im Sommer zählt Schweinsteiger die Engländer, die in ihrer Vorrundengruppe auf Kroatien, Ghana und Panama treffen, zum Favoritenkreis. Thomas Tuchel, der Anfang 2025 das Amt des englischen Nationaltrainers übernahm, habe die Mannschaft vor allem defensiv sehr gut weiterentwickelt: "Vielleicht gewinnt man die Spiele nicht 6:0, aber man spielt oft zu Null, das ist sehr wichtig. Bei einer WM braucht man genau diese Stärke, ansonsten hat man keine Chance", so Schweinsteiger.
Die beiden Top-Favoriten auf den WM-Titel, die er noch vor England ansiedelt, sind für den TV-Experten allerdings zwei andere Teams. "Ich würde sagen, dass Frankreich aktuell die stärkste Mannschaft hat. Danach dann Spanien, sie machen es sehr gut", betonte Schweinsteiger. Die Franzosen um Superstar Kylian Mbappe reisen als Vize-Weltmeister an, verloren 2022 in Katar das dramatische Finale gegen Argentinien im Elfmeterschießen. Die Spanier sind derweil amtierender Europameister und gespickt mit Weltklasse-Spielern wie Lamine Yamal, Pedri oder Rodri.
Getty Images SportDie Gruppen bei der WM 2026 in der Übersicht
Gruppen A - F
Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D Gruppe E Gruppe F Mexiko Kanada Brasilien USA Deutschland Niederlande Südafrika Playoff-Gewinner (Italien, Bosnien, Wales oder Nordirland) Marokko Paraguay Curacao Japan Südkorea Katar Haiti Australien Elfenbeinküste Playoff-Gewinner (Ukraine, Polen, Schweden oder Albanien) Playoff-Gewinner (Dänemark, Nordmazedonien, Tschechien oder Irland) Schweiz Schottland Playoff-Gewinner (Türkei, Rumänien, Slowakei oder Kosovo) Ecuador Tunesien Gruppen G - L
Gruppe G Gruppe H Gruppe I Gruppe J Gruppe K Gruppe L Belgien Spanien Frankreich Argentinien Portugal England Ägypten Kap Verde Senegal Algerien Playoff-Gewinner (DR Kongo, Jamaika oder Neukaledonien) Kroatien Iran Saudi-Arabien Playoff-Gewinner (Irak, Bolivien oder Surinam) Österreich Usbekistan Ghana Neuseeland Uruguay Norwegen Jordanien Kolumbien Panama