Evangelos Marinakis Nuno Espirito Santo Nottingham ForestGetty

"Absoluter Skandal": Nottingham Forests Besitzer demütigt eigenen Trainer noch auf dem Spielfeld

Der Eigentümer von Nottingham Forest, Evangelos Marinakis, hat nach dem 2:2-Unentschieden seines Klubs am Sonntagabend in der Premier League gegen Absteiger Leicester City für Ärger gesorgt.

  • WAS IST PASSIERT?

    Augenscheinlich war 57 Jahre alte griechische Unternehmer mit dem Remis bei den Foxes überhaupt nicht einverstanden. Nach Spielende stapfte er wutentbrannt auf den Platz und begann zunächst, heftig mit Forest-Trainer Nuno Espirito Santo zu diskutieren. Im Anschluss verweigerte er seinem Coach den Handschlag, ehe er den Rasen, immer noch sichtlich angefressen, wieder verließ.

    Durch das 2:2 gegen Leicester verpasste Nottingham die Rückkehr auf einen direkten Champions-League-Platz. In der Premier League liegt Forest mit 62 Zählern aus 36 Spieltagen auf dem siebten Tabellenplatz. Bei einem Punkt Rückstand auf Rang fünf hat man zwei Runden vor Saisonende die Qualifikation für die Königsklasse nicht mehr in der eigenen Hand. Stattdessen muss Nottingham auf Patzer der Konkurrenz um Chelsea, Aston Villa, Manchester City und Newcastle United hoffen.

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  • Marinakis Nuno Espirito SantoGetty Images

    WAS WURDE GESAGT?

    In einem Instagram-Posting, welches wenige Stunden nach Abpfiff abgesetzt wurde, klang Marinakis dann schon wieder deutlich versöhnlicher und verwies auf die Qualifikation für die Conference League, die dem Klub schon jetzt nicht mehr zu nehmen ist. "Heute ist ein Tag zum Feiern, denn nach dreißig Jahren hat Nottingham Forest nun die Garantie, wieder auf der europäischen Bühne zu spielen, ein Versprechen, das ich unseren Fans bei unserem Aufstieg gegeben habe!"

    Für eine Chance auf die Champions League müsse die Mannschaft allerdings "weiter an sich glauben. Wir sind sehr stolz und stehen Nuno und der Mannschaft nahe, und wir alle müssen die historischen Erfolge dieser Saison feiern."

  • DIE REAKTION:

    Kritik gab es für seine Aktion dennoch. "Was der Besitzer von Forest auf dem Spielfeld getan hat, ist ein absoluter Skandal", schimpfte Sky-Experte und England-Legende Gary Neville. "Wenn ich Nuno wäre, würde ich hingehen und ein ernstes Wort mit ihm reden."

    Der Nottingham-Trainer selbst nahm Marinakis hingegen auf der Pressekonferenz in Schutz und verwies auf dessen "Leidenschaft" zum Klub. "Er treibt uns an. Er will, dass wir besser werden. Es ist seine Leidenschaft und sein Wunsch, ein großer Klub zu sein - 30.000 Menschen haben das heute genauso empfunden. Sicherlich würden viele von ihnen auf das Spielfeld gehen und uns abklatschen. Wir als Verein haben der Familie Marinakis viel zu verdanken", sagte Espirito Santo.

  • Nottingham Forest FC v Manchester United FC - Premier LeagueGetty Images Sport

    WAS IST DER HINTERGRUND?

    Marinakis, dem neben Nottingham Forest auch der griechische Traditionsklub Olympiakos Piräus und der portugiesische Erstligist Rio Ave gehören, war in der Vergangenheit bereits ein ums andere Mal negativ in die Schlagzeilen geraten. So beschimpfte er vor einigen Jahren die Olympiakos-Spieler, nachdem diese ein Spiel mit 0:3 verloren hatten, mit den Worten: "Ihr seid nicht einmal das Toilettenpapier in unserem Trainingszentrum wert. Statt euch einen schönen Urlaub zu wünschen, sage ich: geht und erstickt."

    Darüber hinaus wurde er im vergangenen Oktober vom englischen Fußballverband für fünf Premier-League-Spiele gesperrt, da er im Anschluss einer 0:1-Niederlage gegen den FC Fulham die Schiedsrichter angespuckt hatte. Marinakis Aussagen zufolge, sei die Aktion allerdings unbeabsichtigt gewesen.

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