Die großen Teams Europas streben stets danach, möglichst junge, vielversprechende Spieler in ihren Reihen zu haben. Auf dem Transfermarkt ist ein regelrechter Talente-Hype entstanden. Einige Youngster, die vor drei Jahren ihre Laufbahn so verheißungsvoll begonnen hatten, sind mittlerweile in der Versenkung verschwunden. Andere hochgehandelte Emporkömmlinge haben den Sprung hingegen geschafft.
The Top 50 aus dem Jahr 2014 waren: 50. CARLOS STRANDBERG (1996, HACKEN), 49. KELECHI IHEANACHO (1996, MANCHESTER CITY), 48. ALLAN SAINT-MAXIMIN (1997, SAINT-ETIENNE), 47. EMANUEL MAMMANA (1996, RIVER PLATE), 46. NEAL MAUPAY (1996, NICE), 45. PATRICK ROBERTS (1997, FULHAM), 44. EZEQUIEL PONCE (1997, NEWELL'S OLD BOYS), 43. ALBERTO CERRI (1996, VIRTUS LANCIANO), 42. BREEL-DONALD EMBOLO (1997, BASEL), 41. THIERRY AMBROSE (1997, MANCHESTER CITY), 40. MAMADOU TOUNKARA (1996, LAZIO), 39. JACK HARPER (1996, REAL MADRID), 38. VACLAV CERNY (1997, AJAX), 37. DONIS AVDIJAJ (1996, SCHALKE 04), 36. DANIEL CROWLEY (1997, ARSENAL), 35. ROBERT MURIC (1996, AJAX), 34. KEVIN MENDEZ (1996, PENAROL), 33. ANDREAS CHRISTENSEN (1996, CHELSEA), 32. SERGIO DIAZ (1998, CERRO PORTENO), 31. JAIRO RIEDEWALD (1996, AJAX), 30. JOSE ANGEL POZO (1996, MANCHESTER CITY), 29. LEE SEUNG-WOO (1998, BARCELONA), 28. ABDELHAK NOURI (1997, AJAX), 27. MALCOM (1997, CORINTHIANS), 26. GEORGE PUSCAS (1996, INTER), 25. ADAMA TRAORE DIARRA (1996, BARCELONA), 24. ENES UNAL (1997, BURSASPOR), 23. DOMINIC SOLANKE (1997, CHELSEA), 22. ANDRIJA ZIVKOVIC (1996, PARTIZAN), 21. ISAIAH BROWN (1997, CHELSEA), 20. RIECHEDLY BAZOER (1996, AJAX), 19. GONCALO GUEDES (1996, BENFICA), 18. SEBASTIAN DRIUSSI (1996, RIVER PLATE), 17. FEDERICO BONAZZOLI (1997, INTER), 16. TIMO WERNER (1996, STUTTGART), 15. ZAKARIA BAKKALI (1996, PSV), 14. GEDION ZELALEM (1997, ARSENAL), 13. JULIAN BRANDT (1996, BAYER LEVERKUSEN), 12. RICHAIRO ZIVKOVIC (1996, AJAX), 11. SIMONE SCUFFET (1996, UDINESE), 10. RUBEN NEVES (1997, PORTO), 9. ANTE CORIC (1997, DINAMO ZAGREB), 8. YOURI TIELEMANS (1997, ANDERLECHT) 7. ANTONIO SANABRIA (1996, ROMA), 6. GIANLUCA GAUDINO (1996, BAYERN), 5. KINGSLEY COMAN (1996, JUVENTUS), 4. GABRIEL BARBOSA (1996, SANTOS), 3. MARTIN ODEGAARD (1998, STROMSGODSET), 2. ALEN HALILOVIC (1996, BARCELONA), 1. HACHIM MASTOUR (1998, MILAN).
Die Liga, die sich offenbar besonders für junge Spieler eignet, ist die Bundesliga.
Timo Werner, Julian Brandt, Kingsley Coman und Andreas Christensen haben sich in ihren jeweiligen Mannschaften zu echten Leistungsträgern entwickelt, während Wolfsburg-Neuzugang Riechedly Bazoer seine Chance in Deutschlands Beletage ebenfalls nutzen will.
Werner avancierte beim Überraschungsaufsteiger RB Leipzig zum erfolgreichsten deutschen Torschützen, traf für die Roten Bullen in dieser Saison bereits 14-mal. Der Neu-Nationalspieler hat damit erheblichen Anteil daran, dass die Sachsen gute Chancen auf einen Startplatz in der kommenden Champions-League-Saison haben.
Galerie: Die 50 größten U19-Talente der Welt
Der 20-jährige Brandt wechselte 2014 zu Bayer Leverkusen und zeigte bereits nach kurzer Zeit, welch großes Talent ihm innewohnt. Der gebürtige Bremer zählt bei der Werkself zum unangefochtenen Stammpersonal und kreiert mehr Chancen für sein Team als jeder andere Spieler. Seine Schnelligkeit und unglaubliche Technik wecken das Interesse etlicher europäischer Spitzenmannschaften.
Nach Intermezzi bei Paris Saint-Germain und Juventus Turin, landete Coman als Leihspieler beim FC Bayern. Sieben Millionen Euro Leihgebühr legten die Münchner für den Franzosen auf den Tisch, im kommenden Sommer gute Chancen auf eine feste Verpflichtung des deutschen Rekordmeisters hat. Nach einer furiosen ersten Spielzeit, hatte Coman in dieser Saison mit einer langwierigen Verletzung zu kämpfen, die ihn zeitweise zurückwarf. Ist der Nationalspieler fit, steht einer rosigen Zukunft nichts im Wege.
GoalAls Leihgabe vom FC Chelsea zu Borussia Mönchengladbach gewechselt, beweist Andreas Christensen am Niederrhein sein enormes Potenzial. Der Däne ist aus der Hintermannschaft der Fohlen nicht mehr wegzudenken, ist neben seinem Landsmann Jannik Vestergaard als Innenverteidiger gesetzt. Kein Wunder also, dass sich die Blues freuen, im kommenden Sommer einen hervorragend ausgebildeten Verteidiger zurückzubekommen.
Obwohl er als Hochkaräter bei Ajax Amsterdam gehandelt wurde, hatte Bazoer zu Beginn der Saison Probleme in der niederländischen Metropole, fand sich häufig nur auf der Bank wieder. Frustriert über seine Degradierung zog es ihn für zwölf Millionen Euro Ablöse zu den Wölfen, die jüngst mit Andries Jonker einen Landsmann Bazoers als Trainer einstellten. Unter dem ehemaligen Bayern-Trainer soll das Talent zurück zu alter Stärke finden.
Donnarumma das vielversprechendste Talent der Welt
Breel Embolo hat im Sommer ebenfalls den nächsten Schritt seiner Karriere gemacht, wechselte für 20 Millionen Euro von Basel zum FC Schalke 04. In zehn Spielen steuerte der Schweizer drei Treffer bei, zog sich aber zu Beginn der Saison einen Kreuzbandriss zu. Gianluca Gaudino hingegen, dem eine große Zukunft bei Bayern vorhergesagt wurde, hat es an der Isar vorerst nicht gepackt. Der Mittelfeldmann ist derzeit vom FCB an den Schweizer Klub FC St. Gallen ausgeliehen.
Eines der besten Beispiele einer Erfolgsgeschichte ist Youri Tielemans. Mit erst 19 Jahren ist der Stratege vom RSC Anderlecht der unumstrittene Star des belgischen Spitzenklubs. Seit Monaten wird Tielemans mit einem Wechsel zu einem Spitzenteam in Verbindung gebracht. Seine Ablösesumme soll sich auf rund 30 Millionen Euro belaufen. Dass der Belgier auch in der nächsten Saison bei den Brüsselern spielt, ist höchst unwahrscheinlich.
GettySüdamerika wartet immer mit großen Talenten auf und ist auf unserer Liste aus dem Jahr 2014 stark vertreten. Einige der Rohdiamanten haben sich seitdem hervorragend entwickelt.
Schon bevor er sein Debüt bei River Plate in Argentinien gab, setzte man große Erwartungen in Emanuel Mammana. Zu Beginn der Saison wechselte der Innenverteidiger aus seiner Heimat zu Olympique Lyon nach Frankreich. 7,5 Millionen Euro ließ sich OL seinen neuen Defensivspezialisten kosten. Immer wieder wurde Mammana in dieser Spielzeit von Verletzungen zurückgeworfen. Sein ehemaliger River-Plate-Trainer sagte einst über ihn: "Er ist ein Spielmacher, der als Innenverteidiger aufläuft."
Gabigol: Die Rechnung geht auf mich
Ein weiterer Durchstarter aus Südamerika ist der Brasilianer Malcom, der im Januar 2016 für fünf Millionen Euro von Corinthians zu Girondins Bordeaux ging. 2016/17 zählt Malcom bei den Franzosen zum Stammpersonal, läuft zumeist als Rechtsaußen auf. Fünf Tore sowie zwei Vorlagen gelangen dem pfeilschnellen Flügelflitzer in der Liga.
Gabriel Barbosa, besser bekannt als "Gabigol", wagte im vergangenen Sommer ebenfalls den Sprung über den großen Teich, verließ seinen Heimatklub FC Santos, um bei Inter Mailand anzuheuern. An Antonio Candreva kommt der Angreifer derzeit allerdings kaum vorbei, bringt lediglich 81 Liga-Minuten auf die Uhr. Immerhin: Ein Treffer gelang dem Brasilianer für die Nerazzurri bereits.
Das nächste große Fußball-Versprechen Südamerikas heißt Sebastian Driussi. Der 21-Jährige dürfte bald ebenfalls nach Europa wechseln, wird er doch in seiner Heimat mit Gonzalo Higuain und Sergio Agüero verglichen. Für River Plate traf Driussi in der aktuellen Saison elfmal ins Schwarze. Als möglicher neuer Arbeitgeber wird Tottenham Hotspur gehandelt.
Ruben Neves musste sich zuletzt immer wieder mit einem Platz auf der Bank zufriedengeben. Der defensive Mittelfeldspieler genießt bei Porto-Trainer Nuno Espirito Santo eigentlich hohes Ansehen, ist mit seinen 20 Jahren aber immer noch nicht am Ende seiner Entwicklung. In elf Liga-Spielen kam Neves zum Einsatz und erzielte dabei ein Tor.
Goncalo Guedes: Der Ersatz-Ronaldo
Ein Jahr, nachdem Neves' Landsmann Goncalo Guedes in der 2014er Goal-Liste auftauchte, bekam er bei Benfica seine Chance und nutzte sie. In 68 Pflichtspielen für die Adlerträger netzte Guedes elfmal. Im Januar wechselte der Portugiese zum französischen Serienmeister Paris Saint-Germain und kommt seitdem auf fünf Einsätze unter Trainer Unai Emery.
Wahrscheinlich gab es selten einen größeren Hype als um den Norweger Martin Ödegaard. Nachdem Real Madrid das zähe Rennen um das Jahrhundert-Talent Skandinaviens gewonnen hatte, kam Ödegaard zumeist nur für die B-Auswahl der Hauptstädter zum Einsatz, bevor er zum niederländischen Erstligisten SC Heerenveen ausgeliehen wurde.

Adama Traore wechselte von Barcelona zu Aston Villa und entwickelt sich derzeit gut bei Middlesbrough. Ebenfalls in England sorgte Kelechi Iheanacho bei Manchester City zu Beginn der Premier-League-Saison für Aufsehen, als ihm in vier Spielen zwei Treffer und drei Vorlagen glückten - zuletzt setzte Trainer Pep Guardiola allerdings nicht mehr auf den Nigerianer, was einen Wechsel im Juli durchaus wahrscheinlicher werden lässt.
Zwei Tage nach seinem 17. Geburtstag gab Ante Coric sein Profi-Debüt für Dinamo Zagreb. Der Kroate hat sich beim Hauptstadtklub, der als eine der größten Talentschmieden Europas gilt, durchgesetzt und wurde schon mit diversen Top-Vereinen in Verbindung gebracht. Auch der FC Bayern soll unter anderem großes Interesse am offensiven Mittelfeldspieler haben. Bisher blieb Coric seiner Heimat treu, ein Wechsel wird aber wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Hachim Mastour: Das gefallene Idol der Youtube-Generation
Landsmann Alen Halilovic dürfte Coric dabei als abschreckendes Beispiel dienen, das zeigt, was ein verfrühter Transfer auslösen kann. Im Sommer von Barca zum Hamburger SV gewechselt, konnte Halilovic sich bei den Hanseaten nie durchsetzen und wurde prompt nach Las Palmas weiterverliehen, wo er ebenfalls zumeist nur als Joker sein Können unter Beweis stellen darf.
Andrija Zivkovic kehrte Partizan Belgrad 2016 den Rücken, um sich Benfica anzuschließen. Mittlerweile hat sich der Rechtsaußen durchgebissen und durfte in den letzten neun Liga-Spielen stets von Beginn an ran. Enes Ünal weiß derweil bei Twente Enschede zu gefallen und dürfte die Verantwortlichen von Manchester City, dem Klub, bei dem der Türke noch unter Vertrag steht, zutiefst beeindrucken, während Antonio Sanabria als Mittelstürmer bei Real Betis gesetzt ist.
Die im negativen Sinne wohl überraschendste Entwicklung hat wohl Hachim Mastour genommen. Der auf YouTube und anderen Sozialen Netzwerken aufgrund seiner Superdribblings gehypte AC-Mailand-Youngster hat den Durchbruch bislang nicht geschafft, darf ab und zu höchstens ein paar Minuten beim PEC Zwolle ran. Meistens kommt der Marokkaner allerdings in der Reservemannschaft der Niederländer zum Einsatz. Mastour hatte beim Goal-Ranking von 2014 den ersten Platz belegt.
Alles in allem haben einige der gelisteten Spieler den nächsten Schritt bereits geschafft, stehen vor einer großen Zukunft. Interessanterweise haben die Top-4 gehypten Teenager Hachim Mastour, Alen Halilovic, Odegaard and Gabigol allesamt noch nicht durchstarten können. Aber: Das Quartett ist noch so jung, dass hinsichtlich einer großen Karriere noch nichts verloren ist.
