Sevillas Clement Lenglet: Vor zwei Jahren 2. Liga - bald beim FC Barcelona?

TeilenSchließen Kommentare
Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich Clement Lenglet von einem Ligue-2-Spieler zu einem Kandidat beim FC Barcelona entwickelt. Goal stellt ihn vor.


HINTERGRUND

Es ist der 13. Mai 2016. Im kleinen Stade de la Vallee du Cher trifft der heimische FC Tours am letzten Spieltag in der Ligue 2 auf den designierten Meister AS Nancy-Lorraine. Knapp 6.000 Zuschauer haben sich in der Spielstätte der Universitätsstadt im Nordwesten Frankreichs eingefunden. Auf dem Platz kommt es zu einem erwartungsgemäßen 5:2-Erfolg der Gäste, der Titel ist damit in trockenen Tüchern. Mit von der Partie in der Provinz ist damals, vor ziemlich genau zwei Jahren, auch ein gewisser Clement Lenglet.

Erlebe Europas Top-Ligen live und auf Abruf auf DAZN. Jetzt Gratismonat sichern!

Damals war Lenglet ein unbeschriebenes Blatt, das als 20-Jähriger regelmäßig gute Leistungen als Innenverteidiger im französischen Unterhaus ablieferte. Knapp zwei Jahre später ist der Franzose auf dem Zettel der Top-Klubs. Wie Goal erfuhr, haben Real Madrid, Manchester United, der FC Liverpool und Juventus Turin längst ihr Interesse an Lenglet, der inzwischen für den FC Sevilla aufläuft, signalisiert.

Und vor allem ein Verein arbeitet nach Goal -Informationen seit einiger Zeit mit Hochdruck an einem Transfer – der FC Barcelona. Samuel Umtiti wird seit einiger Zeit mit einem Abschied von den Katalanen in Verbindung gebracht, auch Thomas Vermaelens Zukunft beim spanischen Meister ist mehr als ungewiss, folglich schauen sich die Verantwortlichen bereits nach Alternativen um.

Lenglet ist dabei das Objekt der Begierde. Wie also konnte sich der 22-Jährige in nur zwei Jahren von einem Zweitligaspieler aus Frankreich zu einem der besten Innenverteidiger in LaLiga entwickeln?

Nach dem Aufstieg mit Nancy ging Lenglet mit seinem Heimatverein in die Ligue 1. 18 Einsätze standen bis zur Winterpause auf seinem Konto, alle über die vollen 90 Minuten. Deshalb war es kaum verwunderlich, dass einige Klubs aus Europa auf den Linksfuß aufmerksam wurden. Innenverteidiger mit einem starken linken Fuß sind durchaus rar gesät, den Zuschlag für den ehemaligen Junioren-Nationalspieler Frankreichs bekam im Januar 2017 dann der FC Sevilla.

Als Ablöse flossen 4,5 Millionen Euro nach Nancy, durch Bonuszahlungen können noch weitere 500.000 Euro dazukommen. Eine Investition, die sich längst ausgezahlt hat. Dabei zeigte zu diesem Zeitpunkt auch Juve großes Interesse, doch Sevilla hatte die klar besseren Karten.

Monchi wollte Lenglet schon früher nach Sevilla holen

Der ehemalige Sportdirektor Monchi – mittlerweile in Diensten der Roma – hatte zu den Eltern Lenglets bereits Kontakt geknüpft, als dieser erst 17 Jahre alt war. "Meine Mutter und mein Vater besuchten Sevilla und waren begeistert von der Stadt und dem Umfeld. Von diesem Moment an wusste ich, dass ich dorthin wechseln wollte", erzählte Lenglet zuletzt.

Doch der Wechsel musste warten, Nancy spielte nicht mit. "Sie wollten mich nicht gehen lassen, doch als Sevilla sich im Januar 2017 erneut meldete, erfüllte sich mein großer Traum", so der Verteidiger weiter.

In Sevilla ist er aufgrund seiner Schnelligkeit, seiner physischen Stärke und seinem genialen Stellungsspiel längst zur festen Größe geworden. Auch seine Spieleröffnung mit dem linken Fuß ist ein großes Plus. Allesamt Attribute also, die bei einem Innenverteidiger im modernen Fußball gefragt sind.

Clement Lenglet, Sevilla, Luis Suarez, Barcelona

Dass Barca nun Interesse zeigt, ist längst ein offenes Geheimnis. Ein Transfer ist durchaus nicht unwahrscheinlich. Klar ist allerdings, dass Lenglet nicht unbedingt auf einen Wechsel drängen wird, da er sich nach eigenen Angaben in Andalusien pudelwohl fühlt.

Außerdem scheint der Franzose ein cleverer und bodenständiger Typ zu sein. Juve sagte er ab, weil er keine regelmäßige Spielpraxis beim italienischen Serienmeister sah. Sollten Umtiti und Vermaelen in Barcelona bleiben, könnte er sich problemlos mit einem Verbleib in Sevilla anfreunden.

Montella: "Natürlich kann Lenglet für Barcelona spielen"

"Mein Berater spricht zuerst mit Sevilla", macht er zuletzt klar. Zuvor soll keine Entscheidung fallen. "Als Fußballer und Person bin ich derzeit auf jeden Fall sehr glücklich." Verschiedene Medienberichte, dass sein Wechsel nach Barcelona bereits in trockenen Tüchern sei, kommen wenig gut bei ihm an, sieht er darin doch fehlenden Respekt für Sevilla.

Auch sein damaliger Trainer Vincenzo Montella, der Ende April von seinen Aufgaben beim Copa-del-Rey-Finalist entbunden wurde, schwärmte nach dem Triumph im Achtelfinale der Champions League über Manchester United von seinem Defensivmann.

"Lenglet ist ein Champion – im Kopf und auf dem Spielfeld", lobte Montella. "Natürlich kann er in Zukunft für große Teams wie Barcelona spielen. Doch ich hoffe, dass er noch einige Jahre in Sevilla bleiben wird."

Lenglet hat eine Ausstiegsklausel bei Sevilla

Fakt ist, dass in seinem aktuellen Vertrag eine Ausstiegsklausel in Höhe von 35 Millionen Euro verankert ist. Fakt ist aber auch, dass Lenglet wissen wird, was er tut. In Sevilla lebt er gemeinsam mit seinem Bruder Corentin, der für Sevilla C gegen den Ball tritt. Ein weiterer Faktor dafür, dass er sich in der andalusischen Hauptstadt so prächtig eingelebt hat.

Lenglet ist ehrgeizig und lernwillig. Das zeigt seine Entwicklung auf dem Feld aber auch eine Anekdote aus dem Alltag. Sein Spanischlehrer verriet zuletzt, dass er "noch nie einen Fußballer unterrichtete, der dermaßen hart an seinen Sprachkenntnissen arbeitet". "Er macht sogar alle seine Hausaufgaben", fügte er lachend hinzu.

Die sportliche Herausforderung für einen gigantischen Klub wie den FC Barcelona zu spielen, wäre aktuell wohl der einzige Grund für einen Abschied aus Sevilla. Egal, wie er sich entscheidet, Lenglet wird früher oder später wohl für einen Spitzenklub Europas spielen. Weitere Meisterschaften sind also nur eine Frage der Zeit - dann aber nicht in einem Provinzstadion vor 6.000 Fans, sondern in einer Arena mit zehn- oder 15-facher Größe.

Nächster Artikel:
Madrid-Kapitän Sergio Ramos mit Genesungswünschen für Mohamed Salah: "Die Zukunft gehört dir"
Nächster Artikel:
Cristiano Ronaldo bereut Zukunfts-Aussage: "Hätte ich nicht sagen sollen"
Nächster Artikel:
Liverpool-Torwart Loris Karius entschuldigt sich für seine Fehler: "Habe meine Mannschaft im Stich gelassen"
Nächster Artikel:
FC Liverpool nach bitterer Pleite gegen Real Madrid im Finale der Champions League: Die Steigerung von Drama ist Trauma
Nächster Artikel:
Hamburger SV: Bernd Hoffmann wird interimsweise Vorstandsvorsitzender
Schließen