Paris Saint-Germain und seine Stürmer, das ist eine besondere Geschichte. Große Namen gingen für den größten Klub aus Frankreichs Hauptstadt auf Torejagd. Darunter gab es allein in den letzten Jahren schillernde Namen wie Nicolas Anelka, Ronaldinho oder Zlatan Ibrahimovic. Doch kaum einer hinterließ bei PSG solche Spuren wie George Weah.
Der Nationalspieler aus Liberia kam 1992 von der AS Monaco an die Seine und blieb dort drei Jahre lang. Weah war ein absolutes Kraftpaket, das eine atemberaubende Physis mit großer Schnelligkeit und Abschlussstärke paarte. Er schoss PSG unter anderem zu einer Meisterschaft und zwei Pokalsiegen. Auf dem Höhepunkt seines Schaffens 1995 wechselte er zum AC Mailand und gewann den Ballon d'Or. Bis heute ist er der einzige Afrikaner, der mit dieser Auszeichnung gewürdigt wurde.
Timothy Weah debütierte gegen Troyes in der Ligue 1
23 Jahre später hat sich eine Menge getan. Zum Beispiel ist George Weah nun kein Fußballprofi mehr, sonder der Präsident Liberias. Die Verbindung zu PSG besteht allerdings nach wie vor. Und es ist sein Sohn Timothy, der sich anschickt, in Paris auch bald für Furore zu sorgen. Am Samstag feierte der Youngster beim 2:0-Sieg gegen Troyes sein Profidebüt.
GettyWeah junior, der in der Schlussphase Giovani Lo Celso ersetzte, durfte zwölf Minuten lang ran. Der in den USA geborene Angreifer fügte sich gleich prächtig ein und befeuerte damit den Hype, den es um ihn gibt, nur weiter. Um ein Haar hätte Weah sein Debüt mit einem Treffer gekrönt, aber Troyes' starker Keeper Erwin Zelazny behielt die Oberhand.
Timothy Weahs vielversprechender erster Auftritt in der Ligue 1 ist auch ein Indiz dafür, dass sein Engagement bei PSG keineswegs eine PR-Nummer ist. Seit 2014 ist er mittlerweile im Verein und vor allem in der UEFA Youth League machte er sich einen Namen. Da sammelte er in elf Begegnungen fünf Scorerpunkte (vier Tore, ein Assist). Längst hat der 18-Jährige einen bis 2020 datierten Profivertrag unterschrieben.
Unai Emery lobte Timothy Weah
Nach der Partie gegen Troyes sagte er: "Mein erstes Spiel lief sehr gut. Meine Mitspieler haben mir geraten, ganz ruhig zu bleiben und mir selbst nicht zu viel Druck zu machen. Ich hoffe, dass ich in Zukunft noch mehr leisten kann und auch anfange, Tore zu schießen. Mein Vater hat hier großartige Dinge geleistet und ich will das auch tun."
Begünstigt wurde der erste Profiauftritt des jungen Angreifers durch die Personalsituation beim Ligue-1-Spitzenreiter: Neymar und Kylian Mbappe fehlten verletzungsbedingt und Edinson Cavani wurde vor dem wichtigen Duell in der Champions League mit Real Madrid geschont.
Trainer Unai Emery meinte über seinen Schützling: "Er ist ein junger Spieler, der im Zentrum sehr gut arbeitet. Wir haben viele Stürmer, die nicht spielen konnten. Er hat also 15 Minuten bekommen und seine Sache prima gemacht."
Getty ImagesBevor er vor knapp vier Jahren nach Frankreich kam, wurde Weah in der Akademie der New York Red Bulls ausgebildet. Auf eigenen Wunsch ging es dann nach Europa, wie er 2016 Les Titis Du PSG erklärte: "Ich wollte nicht in Amerika bleiben, denn das Niveau in Europa ist viel höher. PSG habe ich ausgewählt, weil es der größte Verein in Frankreich ist. Das war eine Möglichkeit, die ich als junger Spieler nicht verstreichen lassen konnte.“
Dass es sich dabei um den Ex-Klub seines Vaters handelte, war Zufall. Die dadurch immer wieder aufkommenden Vergleiche stören den 1,85 Meter großen Rechtsfuß nicht. "Es ist normal, dass in der Presse immer wieder davon gesprochen wird. Mein Vater war ja auch ein großer PSG-Spieler“, so Timothy Weah: "Das ist für mich ein Ansporn, noch härter zu arbeiten. Denn die Leute erwarten eine Menge von mir. Ich habe auch keine Sorge, dass meine Mitspieler eifersüchtig werden. Ich bin nicht eitel und tue alles dafür, mich in eine Mannschaft einzugliedern."
Weah hat nun seine ersten Schritte an die Spitze hinter sich und weitere Nominierungen für Unai Emerys Kader sind das nächste Zwischenziel des US-U17-Nationalspielers. Langfristig will er an der Seite seines Idols Neymar für PSG stürmen. Den Brasilianer hatte er vor einiger Zeit in seiner persönlichen Top-11 in den Angriff gestellt – an die Seite seines Vaters.


