GFX Marko PjacaGoal

Marko Pjaca: Wer ist das Transferziel von Schalke 04?


HINTERGRUND

Auf die Zähne beißen und kämpfen. Was dieser Satz bedeutet, musste Marko Pjaca in den letzten Monaten am eigenen Leib erfahren, denn statt auf dem geliebten Fußballplatz verbrachte der 21-jährige Offensivspieler von Juventus Turin endlose Stunden in der Reha.

Juventus-Boss bestätigt Pjaca-Leihe - Schalke offenbar Favorit

Kreuzbandriss lautete die niederschmetternde Diagnose, die den Kroaten nach einem Länderspiel gegen Estland im März 2017 ereilte – ein Schock für Pjaca und Juventus, denn nach anfänglichen Startproblemen schien der Flügelspieler nun endlich in Italien angekommen zu sein. Im Sommer 2016 für 23 Millionen Euro von Dinamo Zagreb verpflichtet, hatte er sich gerade einen Platz im Starensemble um Gonzalo Higuain und Paulo Dybala erarbeitet. Im Achtelfinale der Champions League, nur wenige Wochen vor der schweren Verletzung, hatte er sogar seinen ersten Treffer für die Bianconeri erzielt und es schienen ihm alle Türen offen zu stehen.

Diese eine Abwehraktion im estländischen Tallinn sorgte allerdings vorerst dafür, dass statt großer Fußballbühne einsame Tage in der Reha auf dem Programm standen. Dass Aufgeben und Trübsal blasen für Pjaca nicht zur Debatte standen, liegt auch an seinem Elternhaus, schließlich wurde ihm der Kampf, als Sohn eines Ex-Wrestling-Champions und einer Judoka, schon in die Wiege gelegt.

"Marko Pjaca ist ein außergewöhnlicher Dribbler"

Wer nun aber glaubt, den 21-Jährigen zeichnen auf dem Platz allein seine kämpferischen Fähigkeiten aus, sieht sich getäuscht. Trotz seiner imposanten Statur weiß der 1,86 Meter große Rechtsfuß auch mit der feinen Klinge umzugehen. "Er ist unglaublich schnell und Eins-gegen-Eins-Situationen sind seine größte Stärke", weiß Hrvoje Tironi von Goal -Kroatien. "Marko ist ein außergewöhnlicher Dribbler und schon jetzt ein Schlüsselspieler in der Nationalmannschaft."

Offensichtliche Schwächen sucht man im Spiel von Pjaca vergebens. "Er ist technisch und physisch sehr stark", erklärt Tironi. "Einzig taktisch kann er sich noch verbessern. Man hat gesehen, dass der Wechsel von Zagreb nach Turin ein großer Schritt war." So war es keine Überraschung, dass Juventus-Coach Massimiliano Allegri zunächst darauf bedacht war, den Neuzugang zu Saisonbeginn 2016/17 mit Kurzeinsätzen langsam an die Spielweise in der Serie A heranzuführen. "Bei Dybala und Morata hat es Allegri genauso gemacht. Ähnlich ist es aktuell auch bei Douglas Costa und Bernadeschi", weiß Federico Casotti von Goal -Italien.

Nach der langen Verletzungspause stand Pjaca im Dezember immerhin wieder regelmäßig im Kader der Bianconeri, wartete allerdings auf ein Comeback bei den Profis. Lediglich in der Primavera-Mannschaft durfte er viermal auflaufen, wo er starke drei Assists und zwei Tore beisteuerte. "Was Pjaca jetzt braucht, sind regelmäßige Einsätze", macht Tironi klar. "Er muss pünktlich zur WM wieder in Form kommen."

GFX Marko PjacaGoal

Schalke bestätigt Interesse an Pjaca

Juventus-Experte Casotti schätzt diese Einsatzchancen in Turin eher gering ein. "Wenn er bei Juventus bleibt, wird er wahrscheinlich höchstens auf Kurzeinsätze als Backup-Stürmer kommen. Sowohl für Pjaca als auch Juventus wäre das Zeitverschwendung mit Blick auf das Turnier im Sommer." Aus diesem Grund plant die Alte Dame, den Offensivmann noch im Winter auf Leihbasis abzugeben – am besten ins Ausland. In jedem Fall aber ohne Kaufoption, wie der italienische Spitzenklub zuletzt noch einmal betonte.

"Man kann es aus verschiedenen Perspektiven betrachten, doch es scheint nicht ausgeschlossen, dass Juventus darauf hofft, dass man Pjaca im Sommer für einen guten Preis verkaufen kann", schätzt Casotti ein. "Juve will sichergehen, dass es der Klub im Sommer selbst in der Hand hat, was mit dem Spieler passiert."

Mittlerweile ist das Interesse von Schalke 04 an Pjaca mehr als nur verbrieft. Sein Berater bestätigte bei Goal, dass er zu S04 wechselt.

"Der deutsche Fußball ist wie für Pjaca gemacht"

Mit Blick auf den ohnehin kleinen Kader von Königsblau erscheint der Transfer einer weiteren Offensivkraft im Ligaendspurt sinnvoll, schließlich darf man sich nach dem zweiten Rang in der Hinrunde berechtigte Hoffnungen auf das Erreichen eines Champions-League-Platzes machen. "Pjaca würde perfekt in die Bundesliga passen", glaubt Tironi. "Dank seiner Mentalität, Geschwindigkeit und Dribbelstärke ist der deutsche Fußball wie für ihn gemacht."

Sollte es Pjaca tatsächlich ins Ruhrgebiet verschlagen, wird neben seinen technischen Qualitäten in Tedescos Pressing-Fußball vor allem auch seine Kämpfer-Mentalität entscheidend sein – schafft er es, nur halbwegs in die Fußstapfen seiner prominenten Eltern zu treten, sollte das allerdings kein Problem sein.

Lest auch:

Werbung
0