Borussia Dortmund sucht das Außenverteidiger-Duo

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Nach der Verletzung von Lukasz Piszczek muss Peter Bosz bei Borussia Dortmund die Außenverteidigerpositionen neu besetzen.


HINTERGRUND

Michael Zorc war stinksauer. Der Sportdirektor von Borussia Dortmund tobte nach der Nachricht, die ihn von der polnischen Nationalmannschaft erreichte. "Die Verletzung von Piszczek nervt mich. Das kotzt mich ehrlich gesagt an. Man steht bei den Länderspielen immer nur daneben und kann schauen, was passiert. Aber die Kosten tragen die Vereine", sagte er der Bild . Wieder einmal kehrt ein Spieler des BVB mit einer Verletzung aus der Länderspielpause zurück. Und das ausgerechnet wieder ein Außenverteidiger - und dann noch der Dauerbrenner in dieser Saison.

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In allen elf Pflichtspielen stand der Pole unter Peter Bosz in der Startelf. Nur gegen Borussia Mönchengladbach wurde er 20 Minuten vor Ende ausgewechselt - ansonsten spielte er durch. Doch in diesem Jahr wird er nun wohl aufgrund seiner Knieverletzung kein Spiel mehr bestreiten. Besonders bitter für den BVB: Gerade auf den Positionen der Außenverteidiger sieht es im Kader aktuell alles andere als rosig aus. Nominell stünden Bosz sechs Außenverteidiger zu Verfügung. Allerdings fehlten schon vor Piszczek Kapitän Marcel Schmelzer, Erik Durm und Europameister Raphael Guerreiro.

Toljan als Ersatz auf der rechten Seite

Ausgerechnet vor den richtungsweisenden Wochen im Oktober ist Bosz nun auf den für sein System so wichtigen Positionen der Außenverteidiger zu Umstellungen gezwungen. Unglücklicherweise vor dem Duell am Samstag (18.30 Uhr im LIVETICKER ) mit RB Leipzig, das über ein extrem gutes Flügelspiel verfügt und schon zwölf Tore erzielte. Der BVB hingegen hat mit nur zwei Gegentreffern die beste Defensive der Liga.

Jeremy Toljan Borussia Dortmund
Piszczek-Ersatz auf der rechten Seite: Jeremy Toljan

Nun wird es noch wichtiger sein, dass die Spieler Fehler vermeiden. "Wenn Mittelfeldspieler und Stürmer ihre Arbeit nicht machen, bekommen die Verteidiger Probleme", sagte Bosz einmal. Achtung, Defensive! Und die stellt sich im Spitzenspiel wohl fast von selbst auf. Denn mit Jeremy Toljan wurde vor der Saison bewusst ein flexibel einsetzbarer Außenverteidiger verpflichtet. In den bisherigen Einsätzen spielte der deutsche U21-Europameister auf der linken Seite.

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Doch bei der TSG Hoffenheim lief er noch zu Beginn der Saison auf der rechten Seite auf - jene, die beim BVB bisher Piszczek besetze und nun für Toljan frei wird. "Jeremy kann sowohl auf der rechten als auch auf der linken Abwehrseite spielen", sagte Zorc bei dessen Vorstellung.

Dabei hatte der junge Außenverteidiger gerade auf die ständige Positionrochade keine Lust mehr. "Ich würde mir wünschen, auch im Verein mal eine feste Heimat zu bekommen und dass ich nicht immer links oder rechts spielen muss, sondern auf einer Seite bleiben kann", sagte er. Zumindest bis zum Winter könnte ihm der Wunsch nun erfüllt werden. Toljan dürfte intern die Lösung für die rechte Seite sein.

Darf Zagadou wieder ran?

Für Toljan dürfte auf der linken Seite der Viererkette dann wieder der junge Franzose Dan-Axel Zagadou auflaufen, nachdem er vor der Länderspielpause gegen Real Madrid und den FC Augsburg ohne Einsatz geblieben war. "Es ist nicht seine Position, aber er macht das sehr gut. Er hat uns sehr geholfen", lobte Bosz den 18-Jährigen kürzlich. Nun ist seine Hilfe erneut gefragt. Denn Schmelzer befindet sich zwar auf dem Weg der Besserung, dürfte aber erst in zwei Wochen wieder ein ernsthafter Kandidat für den Kader sein. Und Bosz ist ohnehin von ihm überzeugt: "Trotz seiner Größe ist er ziemlich schnell und hat eine gute Technik."

Viel mehr Alternativen stehen Bosz dann auf den Außenverteidigerpositionen gegen Leipzig aber auch nicht mehr zu Verfügung. Zwar durften in dieser Saison schon zwei Akteure aus dem Jugendbereich reinschnuppern, doch Startelfeinsätze von Jan-Niklas Beste oder Jacob Bruun Larsen wären gegen RB Leipzig doch eher eine Überraschung.

Junge Talente als Alternativen

Beide trainieren seit Saisonbeginn immer wieder bei den Profis mit und durften auch schon Einsatzminuten sammeln. Doch sie dürften eher als Back-up in der Bundesliga gelten. Beste spielte immerhin im DFB-Pokal und zeigte dort eine ordentliche Leistung, offenbarte aber auch, dass er noch einige Dinge lernen muss, um im Profibereich mithalten zu können. Gleiches gilt für Larsen, der ohnehin eher auf der offensiveren Position auf dem Flügel zu Hause ist. Allerdings gut möglich, dass zumindest einer von ihnen am Samstag auf der Bank sitzen wird.

In der Startelf wird Bosz aber wohl seinen beiden Profis vertrauen. Und die könnten mit einer guten Leistung zumindest vorerst die Nerven von Sportdirektor Zorc beruhigen - und ganz nebenbei dafür sorgen, dass der BVB weiterhin ungeschlagen bleibt. Aber das dürfte gegen die starke RB-Offensive schwer genug werden.

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