Saisonvorschau 2017/18: Was ist drin für Dortmund?

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Die Vorbereitung bei Borussia Dortmund war unruhig. Kann es eine erfolgreiche Saison werden? Vier Gründe, die dafür sprechen - und vier dagegen.

Nach Platz drei in der vergangenen Bundesliga-Saison plant Borussia Dortmund unter dem neuen Trainer Peter Bosz den nächsten Angriff auf die Tabellenspitze. Ziel Nummer eins in der kommenden Spielzeit: Den eher unbeliebten Konkurrenten RB Leipzig wieder hinter sich lassen. Zudem soll es in der Champions League und im DFB-Pokal weit gehen. Doch der Transfersommer war alles andere als ruhig. Vor allem die Possen um Pierre-Emerick Aubameyang und Ousmane Dembele nervten nicht nur die Fans, sondern auch die Verantwortlichen.

Mit dem Saisonstart in der Bundesliga am Samstag gegen den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr im LIVETICKER) soll aber endlich Ruhe einkehren und der Grundstein für eine erfolgreiche Saison gelegt werden. Doch kann es überhaupt eine gute Saison werden? Goal führt vier Gründe auf, warum der BVB eine herausragende Saison spielen wird - und stellt vier Gründe dagegen.


Borussia Dortmund spielt eine herausragende Saison, weil ...


- der die Spielidee des neuen Trainers zum BVB passt: Aggressives Pressing gepaart mit Ballbesitzfußball - quasi eine Symbiose auf Tuchel- und Klopp-Fußball. Die Mannschaft hat in den Vorbereitungsspielen die Ansätze der neuen Spielweise gezeigt und in manchen Situationen wurde deutlich, dass die enorm erfolgreich sein kann. Vor allem wenn der Gegner so konsequent unter Druck gesetzt wird, wie der FC Bayern in den ersten 15 Minuten des Supercups. Doch die Entwicklung unter Bosz steckt noch in den Kinderschuhen. Setzt die Mannschaft seine Ideen allerdings schnell um, ist das Spiel der Borussia nicht mehr so leicht auszurechnen wie noch unter Tuchel, als klar war, wenn man Julian Weigl aus dem Spiel nimmt, hakt es.

- der Topstürmer geblieben ist: Es verging im Sommer kaum ein Tag, an dem es kein neues Wechselgerücht um Pierre-Emerick Aubameyang gegeben hat. Er wechselt nach China, er geht nach London, er sei sich mit dem AC Milan einig. Doch zum Saisonstart wird er weiterhin für Borussia Dortmund spielen und nach Lage der Dinge wird sich in dieser Saison daran auch nicht viel ändern. Und das ist gut für den BVB. Auch wenn Aubameyang oftmals abgemeldet wirkt in einem Spiel, trifft er doch fast immer - so wie im DFB-Pokal gegen Rielasingen-Arlen. Gegen den Sechstligisten steuerte er drei Treffer bei.

- Mario Götze zurück ist: Der Mittelfeldspieler hat seine Stoffwechselerkrankung überstanden und in der Vorbereitung gezeigt, wie wichtig er für den BVB sein wird. Mehrere Aktionen erinnerten an den zwischenzeitlich vergessenen Götze, der mit Leichtigkeit und Spielfreude auftritt. Dies hatte man von ihm schon lange nicht mehr gesehen. Locker und fröhlich wirkt er inzwischen wieder. Und das 4-3-3-System von Bosz ist ihm wie auf den Leib geschneidert. "Im 4-3-3 fühle ich mich auf der Acht am wohlsten, ansonsten spiele ich auch gerne auf der Zehn. Hauptsache im Zentrum, zwischen den Linien und den Räumen. Da bin ich meiner Ansicht nach am stärksten", sagte er gegenüber Goal.

- eine gute Transferstrategie durchgezogen wurde: Mit Mahmoud Dahoud, Dan-Axel Zagadou, Maximilian Philipp und Ömer Toprak hat der BVB sich punktuell verstärkt und seinen Kader verbreitet. So kann auf eventuell verletzungsbedingte Ausfälle besser reagiert werden. Und anders als in den vergangenen Jahren haben die Dortmunder mit Matthias Ginter, Sven Bender und Mikel Merino keine essenziellen Stammspieler (nimmt man Dembele aus, sollte er wechseln) verloren. Dadurch muss sich die Mannschaft nicht neu kennenlernen und könnte daher den Bosz-Fußball schneller verinnerlichen.

Peter Bosz Borussia Dortmund 05082017


Borussia Dortmund wird Probleme bekommen, weil ...


- die Mannschaft die Spielweise von Peter Bosz nicht schnell genug umgesetzt bekommt: Die Spielidee des neuen Trainers ist komplex. Bei einer offensiven Ausrichtung darf die defensive Grundordnung nicht außer Acht gelassen werden. Ansonsten könnten die Gegner den BVB schnell überspielen und vor das Tor gelangen - so wie in einigen Testspielen. Vor allem zu Beginn der Saison könnten die Dortmunder Gefahr laufen, einige Punkte liegen zu lassen, die am Ende fehlen könnten. Ähnlich erging es Bosz bei Ajax Amsterdam. Weil zu Saisonbeginn einige Spiele nicht gewonnen werden konnten, fehlte in der Liga ein Punkt zur Meisterschaft. Immerhin: Ajax stand unter ihm im Europa-League-Finale.

- das Theater um Ousmane Dembele Spuren hinterlässt: Von dem Franzosen hing in der Vorsaison viel ab. Oftmals wirkte es, dass nur er für offensive Lösungen sorgen konnte - abgesehen davon waren es seine Tore, die den BVB zum Pokaltriumph führten. Nach dem Wechsel-Hick-Hack inklusive Suspendierung wird er wohl in absehbarer Zeit nicht mehr für den BVB spielen. Definitiv ein Qualitätsverlust! Und dann bleibt die Frage, ob das Theater seine Mitspieler nicht auch mental beeinflusst hat?

- das Verletzungspech treu bleibt: Marco Reus, André Schürrle, Raphael Guerreiro, Marcel Schmelzer, Julian Weigl, Sebastian Rode, Erik Durm - die Liste der verletzten Spieler war und ist in der Vorbereitung schon wieder enorm lang gewesen. Einige Stars sind inzwischen wieder zurück. Aber wichtige Stützen - vor allem, sollte Dembele wechseln - wie Reus und Guerreiro fehlen der Mannschaft. In den vergangenen Jahren hatte der BVB immer wieder mit langfristigen Ausfällen zu kämpfen. Sollte dies auch in dieser Saison der Fall sein, wird es schwer, in einen möglichen Titelkampf einzugreifen.

- die Außenverteidigerproblematik weiterhin besteht: Im neuen Bosz-System kommt den Außenverteidigern eine wichtige Rolle zu. Die gesamte Mannschaft steht höher, weil sie früh pressen soll. Dadurch müssen vor allem die Außenverteidiger auf der Hut sein, wenn der Gegner schnell umschalten will. Sie müssen dafür sorgen, dass über die Seiten nichts passiert. Allerdings offenbarten sich zuletzt ausgerechnet auf dieser Position Probleme. Schmelzer und Piszczek haben in der Vergangenheit immer mal wieder mit kleineren und größeren Blessuren zu kämpfen gehabt. Durm, Felix Passlack, Jan-Niklas Beste und Zagadou sind aber noch nicht so weit, um sie eins-zu-eins zu ersetzen.

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