Mit Jaroslaw Niezgoda und Przemyslaw Frankowski werden aktuell gleich zwei Polen als mögliche Neuzugänge bei Borussia Dortmund gehandelt. In puncto Scouting hat man beim BVB mit Robert Lewandowski schließlich ein Erfolgsbeispiel vorzuweisen, das seinesgleichen sucht. Der heutige Star des FC Bayern entwickelte sich im schwarz-gelben Dress zu einem Stürmer von Weltklasse-Format.
Doch wer sind die beiden, die von der polnischen Tageszeitung Przeglad Sportowy genannt werden und die demzufolge aktuell bereits von BVB-Scouts unter die Lupe genommen werden sollen? Goal macht den Check.
Jaroslaw Niezgoda: Lernfähiger Sturmtank für den BVB?

Geboren wurde Jaroslaw Niezgoda im südostpolnischen Poniatowa. Die 10.000-Einwohner-Gemeinde ist für große Fußballer nicht gerade bekannt. Seine Karriere startete er beim Lubliner Klub Opolan Opole Lubelskie. 2008 wechselte er zu Wisla Pulawy, ein Zweitligist, bei dem er im Jahr 2012 als blutjunger Akteur eingewechselt wurde und so sein Profidebüt feierte.
In 64 Spielen netzte er 24-mal ein. Eine gute Quote, die Legia Warschau auf den Plan rief. Der Top-Klub sicherte sich seine Dienste für nur 150.000 Euro. Zunächst wurde er an den Erstligisten Ruch Chorzow verliehen. Dort gelangen ihm zehn Treffer in 29 Spielen. Als Lohn wurde er zudem für die polnische U21-Nationalmannschaft nominiert.
In der laufenden Spielzeit erkämpfte er sich bei Legia einen Stammplatz. In den vergangenen Wochen machte er mit starken Leistungen auf sich aufmerksam. Aktuell steht er bei zehn Toren in 20 Spielen. Trainer Romeo Jozak vertraut ihm und sagt: "Er hat sich sehr gut entwickelt. Er lernt sehr schnell. Ich traue ihm noch eine Menge zu."
Niezgoda: "Träume von Europa"
Niezgoda ist beidfüßig, mit 1,85 Metern Körpergröße kopfballstark und dennoch schnell. Ab und an mangelt es ihm noch am richtigen Verständnis für den Raum. Abseitspositionen sind bei ihm keine Seltenheit. Der sechsmalige U21-Nationalspieler wäre für den BVB sicherlich eher in die Kategorie Perspektiv-Transfer einzuordnen.
Mit 22 Jahren ist er nicht mehr blutjung, Lewandowski war allerdings ebenfalls schon 21, als er zu Schwarz-Gelb wechselt. Und er selbst zeigte sich stets demütig, weiß, dass er noch viel lernen muss: "Ich freue mich, dass es aktuell so gut läuft. Aber ich muss noch hart trainieren, um weiter voranzukommen. Natürlich träume ich von einer der europäischen Top-Ligen, aktuell will ich bei Legia aber einfach meinen Job gut machen.
Przemyslaw Frankowski: Wie einst BVB-Liebling Kuba?

Wie Niezgoda ist auch Przemyslaw Frankowski, der zweite Akteur, der mit dem BVB in Verbindung gebracht wird, 22 Jahre alt. Der 1995 in Danzig geborene Flügelstürmer begann seine Karriere bei Lechia Gdansk, einem Klub mit großer Historie, der 1983 den Pokal gewann. Im Jahr 2013 debütierte er für die 1. Mannschaft.
In der Folgesaison war der vielseitige Offensivspieler dann Stammspieler, gerade 18 Jahre alt war er da. Ihm ging aber die Torgefahr ab und so wurde er unter einem neuen Trainer 2014 an Jagiellonia verkauft. Dort spielt er noch heute und ist Leistungsträger bei dem Team, das aktuell Erster ist und die Liga durcheinander wirbelt.
Frankowski erinnert an Ex-BVB-Star Kuba
Sein Spiel auf rechts außen ist deutlich stabiler geworden, im Gegenpressing ist er einer der besten Spieler der Liga. Vier Tore und drei Assists gelangen ihm bisher. Nachdem er in der polnischen U21 Stammspieler war, wurde er zuletzt sogar für die polnische A-Nationalmannschaft nominiert. Gegen Mexiko kam er allerdings nicht zum Einsatz.
Frankowski ist schnell und auf allen Positionen in der Offensive einsetzbar. Der Rechtsfuß kann mittlerweile präzise flanken und ist taktisch gut ausgebildet. Bemerkenswert ist auch seine Kondition, er zählt stets zu den laufstärksten Spielern seines Teams.
In seinem gültigen Kontrakt bei Lechia ist eine Ausstiegsklausel von 750.000 Euro verankert. Bezahlbar wäre der an Jakub Blaszczykowski erinnernde Rechtsaußen für den BVB also auf jeden Fall - wenngleich auch die Frage erlaubt sein muss, wann er für den BVB eine echte Verstärkung wäre.


