Benjamin Pavard im Goal-Interview: "Warum sollte ich nicht eine Karriere wie Lilian Thuram haben?"

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In Stuttgart hat sich Pavard zum unumstrittenen Stammspieler entwickelt. Nun spricht er über seinen Wechsel ins Schwabenland und seine WM-Chancen.


EXKLUSIV

Benjamin Pavard gehört in dieser Saison zu den großen Konstanten beim VfB Stuttgart, ist maßgeblich am Aufschwung der Schwaben unter Tayfun Korkut beteiligt. Kein Wunder, dass er jetzt zum zweiten Mal für die französische Nationalmannschaft nominiert wurde. Im exklusiven Goal-Interview spricht der Innenverteidiger über den Wechsel nach Stuttgart, seine Lieblingsposition, seine WM-Chancen und seine Traum-Vereine.

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Herr Pavard, Sie können in der Verteidigung auf allen Positionen spielen. Was bedeutet das für Sie?

Pavard: Ob ich rechts, links oder als Innenverteidiger spiele - für mich macht das keinen großen Unterschied. Zuallererst muss ein Abwehrspieler gut verteidigen. Sicher, als Links- oder Rechtsverteidiger muss ich mehr angreifen, bin teilweise offensiver. Aber ich fühle mich auf allen Positionen wohl.

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Auf der Position des linken Innenverteidigers in Stuttgart zu spielen, ist kein Problem die Nationalmannschaft betreffend?

Pavard: Natürlich ist diese Frage berechtigt, aber für mich ist es kein Problem. Zuvor gab es bereits Lilian Thuram, der im Klub als Innenverteidiger und in der Nationalmannschaft als Rechtsverteidiger gespielt hat. Ich fühle mich gut als Innenverteidiger und ich mag es auch, als Rechtsverteidiger zu spielen. Wieso also sollte ich nicht eine Karriere wie er haben?

Sie müssen also zweimal im Halbfinale der Weltmeisterschaft treffen, so wie Lilian Thuram vor 20 Jahren!

Pavard: (Lacht) Ich werde es versuchen. Es sind noch zwei Freundschaftsspiele zu absolvieren und dann muss ich erstmal für die WM nominiert werden.

Benjamin Pavard

Was bedeutet diese Weltmeisterschaft für Sie?

Pavard: Für mich ist es verrückt. Vor ein paar Monaten habe ich nicht wirklich erwartet, nominiert zu werden. Jetzt wurde ich wieder berufen. Ich bin wirklich glücklich, es zeigt das Vertrauen des Trainers und ich werde alles versuchen, um ihm das zurückzuzahlen.

Haben Sie seit Ihrer ersten Nominierung mehr Aufregung um Ihre Person verspürt - vor allem im täglichen Leben?

Pavard: Ja, das kann man sagen. Es hat sich etwas geändert. Leute kommen und sagen, dass sie immer an mich geglaubt haben. Manche von ihnen nennen mich "frero" (Bruder). Allerdings weiß ich genau, wer schon immer an meiner Seite war und wer auch an mich geglaubt hat, als es mal nicht so gut lief. Außerdem ich bin umgeben von guten Menschen, meinen Eltern und meinem Agenten. Sie waren von Anfang an für mich da.

Die Wahl, nach Stuttgart - zu einem Zweitligisten - zu wechseln, haben damals nicht alle verstanden. Hat die Berufung in die französische Nationalmannschaft die Richtigkeit Ihrer Entscheidung bestätigt?

Pavard: Ganz klar, ja! Natürlich kann man das immer erst im Nachhinein bewerten. Es gab Leute, die gesagt haben, mit diesem Wechsel geriete meine Karriere ins Straucheln. Aber am Ende haben wir die Zweitligameisterschaft geholt. Es war großartig und ich habe mich deutlich weiterentwickelt. Ich spiele jetzt regelmäßig in der Bundesliga und wir haben uns stabilisiert. Alles läuft gut.

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Stuttgart ist aktuell nicht unter den Top-Vereinen Europas. Viele Ihrer jungen Nationalmannschaftskollegen stehen schon bei solchen unter Vertrag …

Pavard: Viele sehen, wenn sie sich die Bundesliga anschauen, immer nur Bayern oder Dortmund. Natürlich hat Stuttgart aktuell nicht so einen klangvollen Namen im Ausland. Doch für mich ist es ein sehr guter Klub. Das Stadion ist jedes Mal sehr voll, regelmäßig sind 60.000 Fans da, um uns zu unterstützen. Letztes Jahr, in der zweiten Liga, waren es oft 55.000. Für mich ist das überhaupt kein Problem – und ich denke für meine Nationalmannschaftskollegen auch nicht.

Was hat sich beim VfB unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut für sie verändert?

Pavard: Als er kam, haben wir eine Menge Taktik trainiert. Er hat mich gelehrt, mich höher zu positionieren. Er fordert auch, dass ich eine andere Körpersprache zeige und für den Gegner einschüchternder wirke. Die Einheiten unter ihm sind immer anstrengend.

Führt Sie ihr nächster Schritt zu einem der größten Klubs Europas führen wird?

Pavard: Klubs wie Barca, Real, Bayern oder Dortmund sind natürlich schon etwas, wovon man träumen kann. Aber ehrlich gesagt, stellt sich mir diese Frage aktuell nicht. Ich bin in Stuttgart und habe einen Vertrag. Wir müssen die Saison ordentlich zu Ende spielen, die Liga halten. Alles andere wird die Zukunft zeigen.

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