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SID26. Feb. 2026

Transfers von DFB-Stars werden zunehmend zu einem großen Problem: Bundestrainer Christian Wück schlägt Alarm

Über ein Viertel des Kaders der DFB-Frauen spielt mittlerweile im lukrativen Ausland, doch das bringt neue Probleme mit sich. Selbst Stammkräften fehlt Spielpraxis.

Namhafte Klubs, üppige Gehälter, rundherum Topbedingungen - immer mehr Nationalspielerinnen zieht es ins Ausland zu Spitzenvereinen wie dem FC Chelsea oder Manchester United. Über ein Viertel des aktuellen Kaders von Christian Wück verdient mittlerweile abseits der Bundesliga sein Geld, doch der Bundestrainer blickt sorgenvoll nach England oder Frankreich. Denn selbst seine Stammkräfte müssen dort um Spielzeit kämpfen.
  • "Wenn man sich mal die Einsatzzeiten in England anschaut, dann ist Rebecca Knaak die einzige, die wirklich auf Spielminuten kommt", klagte Wück vor dem Start in die WM-Qualifikation. Die Innenverteidigerin ist beim Spitzenreiter Manchester City gesetzt - anders als Vereinskollegin Sydney Lohmann, die nach kleineren Blessuren erst einen Startelfeinsatz in der Liga hatte.

    Die Konsequenz: Die Ex-Münchnerin wurde für den Jahresauftakt gegen Slowenien am Dienstag (17.45 Uhr/ARD) in Dresden und vier Tage später in Stavanger gegen Norwegen (18.00 Uhr/ZDF-Livestream) nur auf Abruf nominiert. Spielpraxis, das betonte der Bundestrainer bei seiner EM-Analyse, sei unerlässlich, wenn sein Team 2027 in Brasilien nach dem dritten Stern greifen will.

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    Wück hält Wechsel von Lea Schüller trotzdem für richtig

    Weil sie beim FC Bayern wie im Nationalteam zur Jokerin degradiert worden war, sucht Lea Schüller seit dem Jahreswechsel ebenfalls ihr Glück auf der Insel. Bei ManUnited kam sie zuletzt im Pokalkracher gegen Chelsea (1:2 n.V.) aber auch wieder von der Bank. Wück ist dennoch überzeugt, dass der Schritt richtig war für die 28-Jährige, die die Nations-League-Endspiele gegen Spanien (0:0/0:3) Ende 2025 verpasst hatte.

    "Wir wissen, dass in England ein sehr körperlicher Fußball gespielt wird, auch gegen den Ball", erklärte der Bundestrainer bei der Nominierung: "Und das war ein Hauptpunkt, den Lea in der letzten Zeit abzuarbeiten hatte bei uns."

    Zu kämpfen hatte auch Sjoeke Nüsken, eine von Wücks Schlüsselspielerinnen in der Schaltzentrale. Die vielseitig einsetzbare 25-Jährige rutschte in Chelseas Starensemble aus der Startelf, erst seit diesem Jahr geht es wieder aufwärts. "Sie wollte sich da unbedingt rauskämpfen", sagte Wück, "und das hat sie Gott sei Dank geschafft."

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    Nationaltorhüterin Ann-Katrin Berger startet erst Mitte März in die Saison

    Selbst eine Jule Brand kommt nach ihrer starken EM beim Champions-League-Rekordsieger OL Lyonnes oftmals nur von der Bank. Beim französischen Serienmeister wird derart viel rotiert, dass immerhin nur zwei Offensivkräfte - Ada Hegerberg und Kadidiatou Diani - mehr Minuten als die Ex-Wolfsburgerin gesammelt haben.

    Mit kaum Spielpraxis in diesem Jahr ist Ann-Katrin Berger nach Frankfurt angereist, allerdings aus ganz anderen Gründen. Die neue Saison der US-Profiliga NWSL beginnt erst Mitte März. Mit Gotham FC musste die auch im Verein gesetzte Nationaltorhüterin Ende Januar beim interkontinentalen FIFA-Meisterpokal einen Kaltstart hinlegen - und landete mit dem US-Meister nur auf Rang drei.