WückGetty Images
17. Feb. 2026
World Cup Qualification UEFA
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Christian Wück
Lea Schüller
Deutschland

Sie ergriff im Winter die Flucht vom FC Bayern: Ein großes DFB-Sorgenkind bekommt von Bundestrainer Christian Wück weiter das Vertrauen - Mission WM startet

Vor dem Jahresauftakt der DFB-Frauen formuliert Sportdirektorin Nia Künzer klare Ziele Richtung Endrunde 2027, Bundestrainer Christian Wück setzt zum Quali-Start auch auf die nach England geflüchtete Lea Schüller.

Erst das WM-Ticket, dann die Weltspitze: Angetrieben von großen Titelträumen starten die deutschen Fußballerinnen in ihre Mission WM 2027. "Wir wissen, dass wir noch höhere Ziele haben, auch gerne mal wieder einen Titel gewinnen wollen", sagte DFB-Sportdirektorin Nia Künzer zum Jahresauftakt auf dem DFB-Campus. Mit dem "Vertrauensvorschuss" eines langfristig verlängerten Vertrages in der Tasche soll Christian Wück ab der Qualifikation weiter ein Team formen, das nach Trophäen greift.

  • "Wir wollen diese Lücke, die wir noch haben zu Spanien oder zu anderen Top-Nationen, weiter schließen", sagte der neben Künzer auf dem Podium sitzende Bundestrainer, der sich mit seinem Kontrakt bis 2029 auf dem richtigen Wege wähnt: "Wir sehen ja dieses Potenzial in der Mannschaft, Turniere auch erfolgreich spielen zu können."

    Und deshalb soll schnellstmöglich das Ticket für die WM 2027 in Brasilien her. "Wir wollen nun die nächsten Schritte in unserem Entwicklungsprozess gehen und nahtlos an die spielerischen Leistungen des vergangenen Jahres anknüpfen", lautete Wücks Marschroute für den Auftakt in Dresden gegen Slowenien (3. März, 17.45 Uhr/ARD) sowie vier Tage später in Norwegen (18.00 Uhr/ZDF-Livestream).

    Damit das gelingt, setzt Wück auf Kontinuität - wie bei Ann-Katrin Berger als Nummer eins - und drei Rückkehrerinnen: Das nach England geflüchtete Sorgenkind Lea Schüller, die EM-Entdeckung Carlotta Wamser und Verteidigerin Sophia Kleinherne. Die Ex-Münchnerin Schüller werde sich bei Manchester United "körperlich, athletisch unheimlich weiterentwickeln", glaubt Wück.

    "Es ist ein Punkt, dass wir den Spielerinnen dieses Vertrauen auch weitergeben wollen", erklärte Wück, dessen Team im Vorjahr das EM-Halbfinale (0:1 n.V.) und das Nations-League-Endspiel (0:0/0:3) gegen Spanien verloren hatte: "Wir haben gesehen, dass vieles auf einem guten Weg ist, aber für den letzten Schritt müssen wir weiter intensiv an uns arbeiten." Nach zuletzt vier Turniersommern in Folge steht in diesem Jahr kein Highlight an.

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    Wück startet mit großen Personalsorgen in die Mission WM 2027

    Doch Wück muss auch wieder einmal verletzungsbedingte Ausfälle kompensieren. In der Innenverteidigung fallen Bibiane Schulze Solano und Kathrin Hendrich aus, auch Alara Sehitler fehlt. Sydney Lohmann ist indes mit Verweis auf mangelnde Spielpraxis nur auf Abruf nominiert, dafür erhält Vivien Endemann wieder eine Chance.

    Weiterhin nicht zum Zuge kommt Vanessa Fudalla von Bayer Leverkusen, die aktuell erfolgreichste Torjägerin der Bundesliga. Er müsse eben schauen, betonte Wück, "welche Spielerin es schafft, international so zu bestehen, dass wir als Nationalmannschaft auch profitieren können." Und da hätten seiner Einschätzung nach eben andere Spielerinnen die Nase vorn - die Tür sei aber nicht für immer zu.

    Während Wamser und Kleinherne nach Verletzungen wieder dabei sind, hatte Schüller im Dezember aus familiären Gründen absagen müssen. Dritter Gegner der deutschen Auswahl in der Quali-Gruppe A4 ist Österreich. Das direkte Ticket für die WM löst das DFB-Team nur als Gruppensieger.