Christian WückGetty
SID30. Jan. 2026
Weltmeisterschaft
Deutschland

"Es ist ein großes Privileg": DFB verlängert mit Bundestrainer Christian Wück

Der DFB verlängert den Vertrag mit Christian Wück. Der Bundestrainer soll den eingeschlagenen Weg fortsetzen - und bald für Titel sorgen.

Mit großen WM-Zielen zum Zuckerhut - und der Heim-EM am Horizont: Christian Wück erhält bis zu drei neue Titelchancen und soll die Sehnsucht nach einem Triumph endlich stillen. Der Bundestrainer der deutschen Fußballerinnen verlängerte den am Jahresende auslaufenden Vertrag langfristig bis August 2029 - und erhielt von seinen Vorgesetzten viel Lob, aber auch einen unmissverständlichen Auftrag.

  • "Es ist ein großes Privileg, dieses besondere Amt weiter ausüben und die Chance haben zu dürfen, das Team bei bis zu drei großen Turnieren zu begleiten", sagte der 52-Jährige, der die Auswahl 2024 nach Olympia von Horst Hrubesch übernommen hatte. Sein Ziel? Gemeinsam mit seinen Co-Trainerinnen Saskia Bartusiak und Maren Meinert will Wück den eingeschlagenen Weg "nun kontinuierlich fortsetzen".

    Zwar jagten die deutschen Fußballerinnen im Vorjahr vergeblich den ersten Triumph seit dem Olympiasieg 2016, dennoch gelang Wück laut Bernd Neuendorf der "wichtige Umbruch" nach den Rücktritten mehrerer Führungsspielerinnen wie Alexandra Popp. "Unter seiner Leitung ist ein Team gewachsen, das durch selbstbewusstes, dynamisches und begeisterndes Spiel überzeugt", lobte der DFB-Chef. Eines mit einer "klaren Handschrift", ergänzte Geschäftsführer Andreas Rettig.

    Im Vorjahr hatte das DFB-Team unter Wücks Führung das EM-Halbfinale (0:1 n.V.) sowie das Endspiel der Nations League (0:0/0:3) jeweils gegen Spanien verloren. Und obwohl der DFB "stolz" auf diese Erfolge sei, "bleibt unser Anspruch, auch wieder Titel zu holen und uns kontinuierlich mit diesem Ziel vor Augen weiterzuentwickeln", forderte Sportdirektorin Nia Künzer: Daran wolle man vor allem mit Blick auf die EURO im eigenen Land "gemeinsam arbeiten".

  • 2027 findet in Brasilien die nächste WM statt

    In diesem Sommer findet erstmals seit 2021 kein großes Turnier bei den Frauen statt. Nächstes Highlight ist die WM 2027 in Brasilien, es folgen die Olympischen Spiele im Jahr 2028 in Los Angeles. Dazu wirft die Heim-EM 2029 bereits ihre Schatten voraus.

    "Wir können mit den Platzierungen zufrieden sein. Am Optimum sind wir aber noch nicht – denn dann hätten wir am Ende auch einen Pokal in der Hand gehabt", sagte der DFB-Coach im Rückblick. Erfolge, wie Wücks umjubelter EM- und WM-Titel 2023 mit der männlichen U17, bleiben das Ziel eines Teams, dessen Gerüst der Bundestrainer neu aufbauen musste. Vergessen scheinen die öffentlichen Vorwürfe einiger Spielerinnen an Wücks angeblich mangelnder Kommunikation. Das Thema, das den Start des Bundestrainers begleitet hatte, wurde vor der EM ausgeräumt.

    Torhüterin Ann-Katrin Berger (35), die ihre Karriere im Nationalteam nach langer Bedenkzeit fortsetzen wird, und Kapitänin Giulia Gwinn prägen das Gesichts der DFB-Auswahl inzwischen, dazu kommen Abwehrchefin Janina Minge oder Antreiberin Sjoeke Nüsken. Und: Nicht zuletzt mit Blick auf die EURO im eigenen Land erhofft sich der DFB den Durchbruch weiterer Nachwuchskräfte wie Franziska Kett oder Carlotta Wamser.

    Schon zuletzt habe der Bundestrainer "mutig auf junge Talente gesetzt", betonte Neuendorf. Er hoffe, sagte auch Wück, "dass wir weitere Talente entdecken, die unseren Kreis für die A-Nationalmannschaft verstärken können". Für das Jahr 2026 stehe aber erst einmal die WM-Qualifikation "ganz oben auf meinem Wunschzettel", betonte er zuletzt. Die deutschen Fußballerinnen starten in Dresden gegen Slowenien (3. März), weitere Gegner in der Gruppe A4 sind Österreich und Norwegen.