FC Bayern FrauenIMAGO / DeFodi Images
23. Feb. 2026
Bundesliga
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Bayern München vs VfL Wolfsburg
Bayern München
VfL Wolfsburg

Eine Demütigung wird zum Sinnbild: Der FC Bayern hat eine endgültige Zeitenwende geschafft

Die so gut wie sichere Titelverteidigung des FC Bayern markiert die endgültige Zeitenwende im deutschen Frauenfußball.

Als die Wachablösung endgültig vollzogen war, blieb Stephan Lerch ganz ruhig. Keine Panik, keine großen Sorgen, stattdessen nur die ersten leisen Gratulationen an den Konkurrenten. "Das Kräfteverhältnis ist klar. Der FC Bayern steht an Nummer eins und wird auch deutscher Meister werden", sagte der Trainer des VfL Wolfsburg nach der frühzeitigen Vorentscheidung im Titelkampf in Richtung des jahrelangen Rivalen und ergänzte schmunzelnd: "So weit lehne ich mich aus dem Fenster."

  • Kaum etwas anderes blieb Lerch nach dem 1:4 (1:0) bei den Münchnerinnen auch übrig. Doch vielmehr als die so gut wie sichere Titelverteidigung der Bayern markierte dieses Topspiel die endgültige Zeitenwende im deutschen Frauenfußball. Die 14 Punkte Vorsprung der Double-Siegerinnen in der Tabelle, sie stehen sinnbildlich für eine Entwicklung, die am Sonntag am Bayern-Campus in der unausweichlichen Schlussfolgerung mündete: Auch bei den Frauen ist der FC Bayern längst das Maß aller Dinge.

    "Da sind einfach Schritte gemacht worden, da sind sie uns ein Stück weit enteilt", meinte Lerch, der selbst jahrelang mit dem VfL die Liga dominiert hatte. Während Wolfsburg in der vergangenen Saison aber erstmals seit 2012 titellos geblieben war, werden die Münchnerinnen im Mai höchstwahrscheinlich ihre vierte Meisterschaft in Folge feiern. Doch aufgeben will Lerch deshalb nicht. "Für uns bleibt einfach, weiter daran zu arbeiten, dass dieser Abstand nicht zu groß wird", sagte der 41-Jährige: "Wir haben einen guten Weg eingeschlagen."

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    VfL Wolfsburg verliert den Vater des Erfolgs - FC Bayern richtet den Blick nach Europa

    Diesen wird der VfL jedoch ohne den Vater des Erfolgs weiter gehen müssen. Sportdirektor Ralf Kellermann will den VfL zum Saisonende verlassen, ein entsprechender Bericht der Bild-Zeitung deckt sich mit SID-Informationen. Der 57-Jährige ist seit 2008 im Verein, begann als Trainer, wurde dann Sportlicher Leiter - und gewann mit Wolfsburg 20 Titel. Darunter 2013 das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokalsieg und Champions League.

    Nach ähnlichen Erfolgen streben auch die Bayern, längst geht der Blick über die Liga hinaus - auch das ein Zeichen der nationalen Dominanz. "Wir müssen demütig bleiben", forderte Trainer José Barcala dennoch. Die Mannschaft müsse, so der Spanier, weiter "hart arbeiten, um in Deutschland und Europa ein Sieger-Team zu werden". Ob es in diesem Jahr schon so weit ist? Die Meisterschaft ist so gut wie entschieden, im DFB-Pokal und in der Champions League stehen die Bayern wie auch Wolfsburg im Viertelfinale.

    Der Tabellenstand in der Liga sei auch deswegen nicht mehr als "eine schöne Momentaufnahme", betonte Nationalspielerin Giulia Gwinn: "Wir wollen unsere Hausaufgaben weitermachen, wir spielen eine super Saison, das wollen wir weiterführen." Der deutliche Sieg gegen Wolfsburg, der 17. im 18. Ligaspiel der Saison, gebe dafür jedenfalls "Rückenwind", so die DFB-Kapitänin: "Es liegt nur an uns."