Offensichtlich geworden ist in den ersten drei Spielen dieses Turniers: In der Defensive reicht die individuelle Qualität nicht. Nach dem Ausfall von Giulia Gwinn haftet zu viel Verantwortung an Janina Minge. Die Innenverteidigerin, eigentlich im zentralen Mittelfeld ausgebildet, ist sowohl im Spielaufbau als auch bei der Konterabsicherung der Dreh- und Angelpunkt des Teams.
Gerade auf der linken Defensivseite haben die Deutschen aber eine große Schwachstelle. Alle bisherigen Gegner haben sich diese Seite in der Analyse herausgegriffen und sich dort mal mehr, mal weniger Chancen herausgespielt. Im Fokus steht hier natürlich Linksverteidigerin Sarai Linder.
Die Wolfsburgerin spielt bisher ein wechselhaftes Turnier. Zwar hatte sie gegen Dänemark und Polen auch gute Momente, insgesamt gelang es den Gegenspielerinnen aber zu oft, sie aus ihrer Position zu ziehen und die Lücken dahinter zu bespielen.
Beim zweiten Gegentor gegen Schweden ist Linder beim Zweikampf gegen Smilla Holmberg schlecht positioniert, macht ihr den Weg zum Laufduell komplett auf. Dass sie dann das Tor mit einem Klärungsversuch fast schon selbst schießt, ist unglücklich, aber die Fehler passieren vorher.
Auch Rebecca Knaak war mit dem Tempo und dem Niveau der Schwedinnen überfordert. Beim 1:1-Ausgleich orientiert sie sich in der defensiven Umschaltsituation falsch, schaut nur auf den Ball und erlaubt es Stina Blackstenius, sich in ihrem Rücken zu lösen. Fehler, die auf diesem Niveau nicht passieren dürfen.